
Eine wichtige Verbindung über den Neckar fällt weg: Die Wehr- und Kanalbrücke in Besigheim wird ab Montag, 13. Juli, 7 Uhr, bis auf Weiteres für den gesamten Kraftfahrzeugverkehr gesperrt. Grund sind neue Schäden an dem Brückenteil über dem Wasserkraftwerk.
Von der Redaktion – 12.19 Uhr
Besigheim. Für Autofahrer, Busfahrgäste und Schüler im nördlichen Landkreis Ludwigsburg wird es ab Montag deutlich komplizierter. Die Wehr- und Kanalbrücke in Besigheim, auch Neckarbrücke genannt, muss aus Sicherheitsgründen vollständig für Kraftfahrzeuge gesperrt werden. Betroffen sind Autos, Motorräder, Busse und Lkw.
Nach Angaben des Landratsamts Ludwigsburg, des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts Neckar und des Regierungspräsidiums Stuttgart hat das installierte Überwachungssystem am 8. Juli erneut Alarm ausgelöst. Dabei wurden weitere Brüche von Spanndrähten festgestellt. Die Tragfähigkeit der Brücke sei für den Kraftfahrzeugverkehr deshalb nicht mehr ausreichend gewährleistet.
Bereits seit Februar war die Brücke für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen gesperrt. Busse durften sie bislang noch befahren. Das ist nun nicht mehr möglich. Der Kraftfahrzeugverkehr muss über die L 1115 und die B 27 ausweichen.
Fußgänger und Radfahrer dürfen weiter über die Brücke
Nicht betroffen von der Sperrung sind Fußgängerinnen, Fußgänger und Radfahrende. Sie können die Brücke weiterhin nutzen. Auch die weiteren Untersuchungen am Brückenteil über dem Kraftwerk sollen nach Angaben der Behörden keine Einschränkungen für den Fuß- und Radverkehr verursachen.
Deutlich schwieriger wird die Lage dagegen für den Busverkehr. Vor allem Schülerinnen und Schüler aus Gemmrigheim, Ottmarsheim, Hessigheim und Mundelsheim, die Schulen in Besigheim besuchen, müssen mit spürbaren Verspätungen rechnen.
Die Schülerbusse der A-Linien werden ab Neusatz über Kirchheim umgeleitet. Alternativ können Schülerinnen und Schüler an der Haltestelle Neusatz aussteigen und den restlichen Weg über die Brücke zu Fuß zurücklegen. Auch die Linien 459, 568 und 574 sind betroffen. Fahr- und Dienstpläne müssen kurzfristig angepasst werden.
Nach Angaben des Landratsamts arbeiten die Beteiligten derzeit an einem Notkonzept für den Busverkehr. Fahrgäste sollen sich vor Fahrtantritt über die aktuelle Betriebslage und die Fahrpläne beim VVS informieren.
Erste Ergebnisse im September erwartet
Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt hat weitere Untersuchungen beauftragt. Dafür muss der betroffene Brückenbereich am Kraftwerk geöffnet werden. Erste Ergebnisse werden voraussichtlich Anfang September erwartet.
Danach soll geprüft werden, ob und unter welchen Voraussetzungen die Brücke zumindest wieder für Pkw freigegeben werden kann. Ziel der beteiligten Stellen ist es, den Pkw-Verkehr bis zum geplanten Neubau der Brücke wieder zu ermöglichen, sofern die Verkehrssicherheit dies zulässt.
Die Wehr- und Kanalbrücke stammt aus den 1950er-Jahren und besteht aus drei Teilbauwerken. Der Abschnitt über dem Wasserkraftwerk wird vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Neckar betreut. Täglich nutzen mehr als 13.000 Fahrzeuge die Brücke, darunter rund 4,2 Prozent Lkw.
Der Neubau der Brücke wird bereits vom Regierungspräsidium Stuttgart geplant. Nach aktuellem Stand soll er voraussichtlich 2030 beginnen.


