
Ditzingen. Als Reaktion auf einen sogenannten „Bürgerdialog“ der AfD haben am Samstagabend rund 130 Menschen in Ditzingen friedlich für Demokratie und Vielfalt demonstriert. Die spontane Gegendemonstration wurde von zwei Jugendlichen organisiert: dem 17-jährigen Martin Loch, Vorsitzender der Jusos Ditzingen und stellvertretender Sprecher des Jugendgemeinderats, sowie Moritz Halbeisen, Co-Sprecher der Grünen Jugend Ludwigsburg und ebenfalls Mitglied des Jugendgemeinderats.
Trotz winterlicher Minusgrade versammelten sich nach Angaben der Organisatoren die Teilnehmenden zwischen 18:30 und 19:30 Uhr in der Ditzinger Innenstadt, um ein Zeichen gegen rechte Hetze zu setzen. Auf der Kundgebung kamen vor allem junge Rednerinnen und Redner zwischen 17 und 25 Jahren zu Wort. Sie warnten vor antidemokratischen Entwicklungen und zogen Parallelen zu den politischen Zuständen in den USA.
„Demokratie lebt davon, dass wir widersprechen“
Martin Loch betonte in seiner Rede die Bedeutung zivilgesellschaftlichen Engagements:
„‚Wir sind mehr‘ ist nicht nur ein Slogan – das hat dieser Abend eindrucksvoll gezeigt. Heute standen hier trotz der Kälte deutlich mehr Menschen als bei der AfD-Veranstaltung. Die Feinde der Demokratie wollen, dass wir zu Hause bleiben, dass wir resignieren und müde werden. Aber Demokratie lebt davon, dass wir widersprechen, dass wir uns einmischen und füreinander einstehen.“
Auch Moritz Halbeisen forderte, demokratische Kräfte müssten den gesellschaftlichen Problemen aktiv begegnen:
„Wir dürfen der AfD nicht einfach hinterherlaufen oder ihre menschenfeindlichen Ideen übernehmen. Die Probleme, die viele Menschen frustrieren – wie steigende Lebenshaltungskosten und fehlende Zukunftsperspektiven – müssen wir ernst nehmen. Gleichzeitig sollten wir zeigen, dass wir echte Lösungen anbieten und uns kümmern, statt nur zu kritisieren.“
Junge Generation zeigt Haltung
Die Organisatoren zeigten sich zufrieden mit der Resonanz: Innerhalb weniger Tage sei es gelungen, eine große Zahl an Unterstützerinnen und Unterstützern zu mobilisieren – viele davon Schülerinnen und Schüler. „Das zeigt, dass sich junge Menschen aktiv für die Demokratie einsetzen und bereit sind, auch bei Minusgraden Haltung zu zeigen“, so Loch und Halbeisen.



