135 Millionen Euro für ein Auto: Mercedes-Benz 300 SLR Uhlenhaut Coupé für Rekordpreis versteigert

Stuttgart. Für den Rekordpreis von 135 Millionen Euro wurde ein Mercedes-Benz 300 SLR Uhlenhaut Coupé aus dem Jahr 1955 an einen privaten Sammler versteigert. Diese Ikone der Automobilgeschichte ist eine absolute Rarität und eine von nur zwei Prototypen, die damals gebaut wurden. Benannt nach seinem Schöpfer und Chefingenieur Rudolf Uhlenhaut, gilt das 300 SLR Uhlenhaut Coupé unter Automobilexperten und – enthusiasten weltweit als eines der herausragendsten Beispiele für Automobilkonstruktion und -design. Das teilte der Stuttgarter Autobauer am Donnerstag mit.

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„Die 300 SLR Uhlenhaut Coupés sind Meilensteine der Sportwagen-Entwicklung und wichtige historische Eckpfeiler unserer Marke, teilt Mercedes mit. Die Entscheidung, einen der beiden einzigartigen Sportwagen zu verkaufen, wurde zugunsten eines guten Zwecks getroffen. Mit dem Erlös aus der Auktion wird ein weltweites Stipendienprogramm finanziert. Mit dem „Mercedes-Benz Fund“ möchten wir eine neue Generation ermutigen in die innovativen Fußstapfen von Rudolf Uhlenhaut zu treten und großartige, neue Technologien zu entwickeln, insbesondere zu Dekarbonisierung und Ressourcenschonung“, sagt Ola Källenius, Vorstandsvorsitzender der Mercedes‑Benz Group AG.

Erlös bildet Startkapital für Stipendien

Der Erlös aus der Versteigerung des 300 SLR Uhlenhaut Coupés soll als Startkapital für die globale Initiative dienen. Mercedes-Benz möchte in den kommenden Jahren darüber hinaus zusätzliche Mittel investieren. Mit dem „Mercedes‑Benz Fund” möchte der Autobauer zwei unterschiedliche Zielgruppen ansprechen: mit Universitätsstipendien sollen zum einen Studierende unterstützt werden. Ziel ist es, sie zu vernetzen, weiterzubilden und sie zu umweltwissenschaftlicher Forschung und Projekten zu ermutigen. Zum anderen werden mit Schulstipendien Schülerinnen und Schüler bei der Durchführung von Umweltprojekten gefördert. Die Gelder sind für Personen vorgesehen, die ansonsten nicht über ausreichend finanzielle Mittel verfügen, diese Projekte durchzuführen und entsprechende Karrierewege einzuschlagen.

Historie und Versteigerung des 300 SLR Uhlenhaut Coupés

Der Verkauf des 300 SLR Uhlenhaut Coupés fand am 5. Mai bei einer Auktion im Mercedes-Benz Museum in Zusammenarbeit mit dem renommierten Auktionshaus RM Sotheby’s statt. Eingeladen waren unter anderem ausgewählte Mercedes-Benz Kunden und internationale Auto- und Kunstsammler, die die Unternehmenswerte von Mercedes-Benz teilen. Das versteigerte 300 SLR Uhlenhaut Coupé war Teil der nicht-öffentlichen Fahrzeugsammlung von Mercedes-Benz Classic. Diese umfasst mehr als 1.100 Fahrzeuge, von der Erfindung des Automobils im Jahr 1886 bis heute.

„Wir freuen uns, dass wir dank unserer historischen Sammlung diesen Erlös in unsere Ausbildungsinitiative einbringen können, und so die Vergangenheit mit der technologischen Zukunft und der Dekarbonisierung verbinden“, sagt Marcus Breitschwerdt, Leiter Mercedes-Benz Heritage. „Der private Käufer hat zugestimmt, das 300 SLR Uhlenhaut Coupé auch nach dem Verkauf für die Öffentlichkeit zu besonderen Anlässen zugänglich zu machen. Das zweite originale 300 SLR Coupé bleibt im Firmenbesitz und wird weiterhin im Mercedes-Benz Museum in Stuttgart ausgestellt.“

Die besonderen Umstände seiner Entstehung, sein einzigartiges Design und seine innovative Technik haben dem 300 SLR Uhlenhaut Coupé eine bemerkenswerte, bis heute bestehende Mystik verliehen. Durch das Design werden Maßstäbe gesetzt, die das 300 SLR Uhlenhaut Coupé zu einem der bedeutendsten automobilen Ikonen der Welt machen – nicht zuletzt wegen der charakteristischen Flügeltüren. Hinzu kommen die herausragenden Fahrleistungen der einzigartigen Renntechnik. Beides zusammen sichert dem 300 SLR Uhlenhaut Coupé seinen gefeierten Platz in der Sportwagen-Mythologie und einen ganz besonderen Platz in den Herzen der Mercedes Fans auf der ganzen Welt.

red

Bericht: Neuer Kompromissvorschlag der Bundesregierung für Verbrenner-Aus

Die Regierungskoalition hat sich bei der EU-Abstimmung über das Verbrenner-Aus offenbar auf eine neue gemeinsame Position geeinigt. Das berichtet die „Welt“. Demnach würde die Bundesregierung dem Vorschlag der Europäischen Kommission zustimmen, ab 2035 nur noch Autos zuzulassen, die im laufenden Betrieb kein CO2 ausstoßen.

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Das wäre ein De-Facto-Verbot für Verbrennungsmotoren. Gleichzeitig würden die EU-Mitgliedstaaten aber die Europäische Kommission beauftragen, neue Vorschläge zu machen, wie auch nach 2035 noch Autos und leichte Nutzfahrzeuge zugelassen werden könnten, die mit synthetischen Kraftstoffen betrieben werden. Die FDP drängt seit Langem auf solch eine Ausnahme für synthetische Kraftstoffe.

In dem deutschen Vorschlag zu den laufenden Beratungen in Luxemburg heißt es dazu: „Nach Beratungen mit Stakeholdern wird die Kommission einen Vorschlag dazu machen, wie nach 2035 Fahrzeuge zugelassen werden können, die ausschließlich mit CO2-neutralen Kraftstoffen betrieben werden, außerhalb des Geltungsbereichs der Flottengrenzwerte und in Konformität mit den Zielen der Union für die Klimaneutralität.“ Die EU will ab 2050 klimaneutral wirtschaften. Die Bundesregierung hat sich zwar intern geeinigt, ob ihr Vorschlag aber die Zustimmung der anderen EU-Länder finden wird, ist völlig offen.

Würde der Kompromissvorschlag von einer qualifizierten Mehrheit von Mitgliedstaaten akzeptiert, könnten Wirtschaftsminister Robert Habeck und Umweltministerin Steffi Lemke, die an den Beratungen in Luxemburg teilnehmen, für den Kommissionsvorschlag und das De-Facto-Verbot der Verbrenner stimmen – gekoppelt an den Auftrag an die Kommission, Ausnahmen für synthetische Kraftstoffe auszuarbeiten. Synthetische Kraftstoffe oder E-Fuels werden in chemischen Prozessen aus CO2 hergestellt. Sie setzen zwar bei der Verbrennung wieder CO2 frei, aber weil bei der Herstellung CO2 gebunden wird, ist ihre Herstellung klimaneutral.

Sie gelten allerdings als nicht sehr energieeffizient, weil die Herstellung viel Energie benötigt.

red / dts