
Ein breites Bündnis aus Politik, Kultur und Aktivismus fordert entschlossenes Handeln gegen digitale Gewalt. Im Fokus: Deepfakes, Nudify-Apps und strengere Gesetze zum Schutz von Frauen.
Von Lea Bandt – 12.58 Uhr
Berlin. Ein Bündnis aus 250 prominenten Frauen hat einen umfassenden Maßnahmenkatalog gegen Gewalt – insbesondere im digitalen Raum – vorgelegt. Der Zehn-Punkte-Plan richtet sich an die Bundesregierung und soll den Schutz von Betroffenen deutlich verbessern.
Zu den Unterzeichnerinnen zählen unter anderem SPD-Chefin und Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas, Grünen-Parteichefin Franziska Brantner, Moderatorin Carolin Kebekus, Schauspielerin Veronica Ferres, Musikerin Nina Chuba und die Klimaaktivistin Luisa Neubauer.
Im Zentrum der Forderungen steht ein konsequenteres Vorgehen gegen digitale Gewalt. So soll das Erstellen nicht-einvernehmlicher, sexualisierter Deepfakes künftig strafbar sein. Bislang ist das reine Herstellen solcher Inhalte rechtlich nicht eindeutig erfasst.
Zudem fordert das Bündnis ein eigenständiges digitales Gewaltschutzgesetz. Betroffene sollen einen Anspruch auf schnelle Löschung entsprechender Inhalte erhalten, gleichzeitig sollen Täter leichter identifiziert werden können.
Auch sogenannte „Nudify-Apps“, mit denen Personen auf Bildern mithilfe künstlicher Intelligenz virtuell entkleidet werden können, sollen verboten werden.
Weitere Forderungen gehen über den digitalen Raum hinaus
Der Maßnahmenkatalog umfasst auch Änderungen im Strafrecht. So sprechen sich die Unterzeichnerinnen dafür aus, das Prinzip „Ja heißt Ja“ klar im Sexualstrafrecht zu verankern. Jede sexuelle Handlung ohne ausdrückliche Zustimmung soll demnach strafbar sein.
Darüber hinaus wird die Einführung des Straftatbestands „Femizid“ gefordert.
Mit ihrem Vorstoß erhöhen die prominenten Unterzeichnerinnen den politischen Druck auf die Bundesregierung, gesetzliche Regelungen zum Schutz vor Gewalt – sowohl digital als auch im realen Leben – weiter zu verschärfen.

