
Sie reinigen Büros, Schulen, Kitas und Pflegeeinrichtungen: Rund 3.280 Menschen arbeiten im Landkreis Ludwigsburg in der Gebäudereinigung. Die IG BAU fordert für die Beschäftigten nun zwei Euro mehr pro Stunde. Der Branchenmindestlohn soll auf 17 Euro steigen.
Von der Redaktion (hp) – 14.11 Uhr
Ludwigsburg. Wenn morgens die ersten Kinder in die Kita kommen oder Beschäftigte ihre Büros betreten, ist ein Teil der Arbeit längst erledigt: Böden sind gewischt, Räume gereinigt, Sanitärbereiche sauber. Im Landkreis Ludwigsburg arbeiten nach Angaben der IG Bauen-Agrar-Umwelt rund 3.280 Menschen in der Gebäudereinigung.
Für sie fordert die Gewerkschaft nun deutlich höhere Löhne. Wie die IG BAU Nordwürttemberg mitteilt, soll der Branchenmindestlohn für Gebäudereiniger um zwei Euro auf künftig 17 Euro pro Stunde steigen.
Für Beschäftigte in der Glas- und Fassadenreinigung fordert die Gewerkschaft einen Stundenlohn von 20,40 Euro.
180 Betriebe im Landkreis
Nach Angaben der IG BAU sind die rund 3.280 Beschäftigten im Landkreis auf etwa 180 Unternehmen verteilt. Sie arbeiten unter anderem in Büros, Betrieben, Schulen, Kindertagesstätten und Pflegeeinrichtungen oder reinigen Fenster und Fassaden.
Alexander Deh, Vorsitzender der IG BAU Nordwürttemberg, begründet die Forderung vor allem mit gestiegenen Lebenshaltungskosten. „Die Preise ziehen an: Mieten, Sprit, Lebensmittel“, sagt Deh. Menschen mit vergleichsweise niedrigen Einkommen würden davon besonders stark getroffen.
Die Gewerkschaft verweist zugleich auf die körperliche Belastung vieler Tätigkeiten in der Branche und sieht beim Lohn Nachholbedarf.
Verhandlungen beginnen im September
Ob die geforderten 17 Euro tatsächlich kommen, ist noch offen. Die Tarifverhandlungen für das Gebäudereiniger-Handwerk sollen nach Angaben der IG BAU noch im September beginnen.
Damit handelt es sich zunächst um die Forderung der Arbeitnehmerseite. Über die künftigen Löhne müssen sich Gewerkschaft und Arbeitgeber erst verständigen.


