50 Freiwillige sammeln Müll aus dem Wald – klares Signal in Bietigheim-Bissingen

Rund 50 Helferinnen und Helfer haben beim ForestCleanUp-Day in Bietigheim-Bissingen Müll aus dem Wald gesammelt. Verpackungen, Flaschen und sogar Sperrmüll zeigen, wie groß das Problem ist. Die Aktion wirbt für mehr Bewusstsein – und eine konsequente Reduzierung von Plastik.

Von der Redaktion – 12.17 Uhr 

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Bietigheim-Bissingen. Zwei Samstagvormittage, zahlreiche engagierte Helferinnen und Helfer und ein klares Ziel: Müll raus aus dem Wald. Am 21. und 28. Februar 2026 beteiligte sich der Fachbereich Wald des Landratsamts Ludwigsburg gemeinsam mit den örtlichen Jugendfeuerwehren sowie dem Deutschen Alpenverein (DAV) am bundesweiten ForestCleanUp-Day.

Im Brandholz sowie im Waldgebiet Lettengrube in Bietigheim-Bissingen wurden von rund 50 Freiwilligen Abfälle gesammelt und fachgerecht entsorgt. Verpackungen, Flaschen und achtlos entsorgter Unrat machten deutlich: Müll und Plastik gehören nicht in den Wald.

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Warum Müll sammeln so wichtig ist

Seit dem ersten bundesweiten Waldputztag im Jahr 2022 haben bundesweit 5.792 Freiwillige über 71,5 Tonnen Müll eingesammelt. Ein großer Teil davon: Plastikverpackungen. Doch diese beeindruckende Zahl ist nur die Spitze des Müllbergs. Ähnlich wie bei einem Eisberg bleibt ein erheblicher Teil des Abfalls im Verborgenen – unter Laub, im Boden oder bereits zersetzt in kleinste Partikel.

Plastik verschwindet nicht einfach. Durch chemische und biologische Prozesse wird es über Jahre und Jahrzehnte zersetzt, wobei schädliche Substanzen freigesetzt werden können. Es entstehen Mikroplastikpartikel, die von Bodenlebewesen aufgenommen und im Ökosystem verteilt werden. Unsichtbar heißt nicht unwirksam – einmal im Wald angekommen, bleibt Müll oft dauerhaft Teil des Systems. Für das sensible Ökosystem Wald ist das eine enorme Herausforderung.

Bei solchen Aktionen stellt sich häufig die Frage, warum überhaupt Müll im Wald landet, teilweise in den entlegensten Ecken. „Neben Fahrrädern, Autoreifen und Bauschutt ist alles dabei. Oft ist der Abfall schnell nicht mehr sichtbar und damit auch schnell aus dem Bewusstsein verschwunden“, betont Veranstaltungsorganisator Simon Spittel vom Fachbereich Wald. „Der CleanUp-Day ist deshalb zwar nur ein kleiner, aber wichtiger Baustein, um für dieses oft verborgene Problem Bewusstsein zu schaffen. Denn letztlich schützt Bewusstsein den Wald langfristig besser als jedes Verbotsschild.“

Gemeinsames Engagement mit klarer Forderung

Der ForestCleanUp-Day wurde von der Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg, dem Landeswaldverband Baden-Württemberg und dem Cleanup Network ins Leben gerufen.

Im Mittelpunkt steht die Forderung nach einer „Plastikreduktionsstrategie Wald“ – ein klares Bekenntnis zu weniger Kunststoffproduktion und konsequenter Müllvermeidung. Denn nur wenn weniger Plastik produziert und achtlos entsorgt wird, kann der Wald langfristig gesund bleiben.

Der Fachbereich Wald dankt allen Beteiligten für ihren tatkräftigen Einsatz in Bietigheim-Bissingen. Wer selbst für die Sauberkeit unserer Wälder aktiv werden will, kann eigene

Sammelaktionen über die Website des ForestCleanUp-Day unter www.theforestcleanup.de anmelden.