
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil will die Rente neu ausrichten. Künftig sollen Beitragsjahre stärker zählen und längeres Arbeiten attraktiver werden.
Von Hendrik Paul – 08.24 Uhr
Berlin. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) will das Rentensystem grundlegend neu ausrichten. Künftig sollen die Beitragsjahre deutlich stärker in den Mittelpunkt rücken und ein früher Ausstieg aus dem Berufsleben weniger attraktiv sein.
„Wir werden als Gesellschaft insgesamt mehr arbeiten müssen“, sagte Klingbeil in einer Grundsatzrede bei der Bertelsmann-Stiftung. Ziel sei es, längeres Arbeiten gezielt zu fördern und Anreize für ein frühes Ausscheiden aus dem Arbeitsmarkt zu reduzieren.
Mehr Leistung soll sich auszahlen
Kritisch sieht der Finanzminister insbesondere hohe Teilzeitquoten sowie bestehende Regelungen, die Mehrarbeit nicht ausreichend belohnen. Auch Transfersysteme würden teilweise dazu führen, dass sich zusätzliche Arbeit finanziell kaum lohne.
„Ich will, dass wir ein System schaffen, in dem sich Leistungsbereitschaft auszahlt“, so Klingbeil.
Damit deutet sich ein Kurswechsel an: weg von bisherigen Anreizen für einen früheren Renteneintritt – hin zu einem Modell, das stärker auf individuelle Beitragsleistung setzt.
Steuerreform angekündigt
Neben der Rentenpolitik stellte Klingbeil auch eine Reform der Einkommensteuer in Aussicht. Diese solle rund 95 Prozent der Beschäftigten entlasten.
Konkret stellte er Entlastungen in Höhe von „einigen hundert Euro im Jahr“ in Aussicht. Gleichzeitig sollen höhere Einkommen und Vermögen stärker zur Finanzierung beitragen.

