Abnehmspritzen und Krebsmedikamente im Visier von Rezeptfälschern

Gefälschte Rezepte werden in Baden-Württemberg zunehmend zum Problem. Betrüger versuchen damit an teure Medikamente zu kommen, darunter Präparate zur Gewichtsreduktion und zur Krebstherapie. LKA und Apothekerverband warnen vor hohen Gesundheitsrisiken durch illegal gehandelte Arzneimittel.

Von Lea Brandt – 11.49 Uhr

Ludwigsburg – Die Zahl der Rezeptfälschungen in Baden-Württemberg ist im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Wie das Landeskriminalamt (LKA) und der Landesapothekerverband mitteilten, registrierte die Polizei 540 Fälle, bei denen gefälschte Rezepte verwendet wurden.

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Die Täter erlangen damit unrechtmäßig verschreibungspflichtige und oft hochpreisige Medikamente, um sie gewinnbringend auf dem Schwarzmarkt zu verkaufen.

Besonders betroffen sind Arzneimittel zur Gewichtsreduktion und zur Behandlung von Krebserkrankungen. Auf dem Schwarzmarkt werden diese ohne ärztliche Diagnose und fachliche Begleitung abgegeben.

Zudem wird die notwendige Sorgfalt beim Umgang mit den Medikamenten häufig vernachlässigt, etwa durch Unterbrechung der Kühlkette, die für die Wirksamkeit vieler Präparate zwingend erforderlich ist.

Das LKA und der Landesapothekerverband haben eine gemeinsame Kampagne gestartet, um über die Gefahren aufzuklären. „Den Betrügern geht es nur um Gewinn. Die erheblichen Gesundheitsrisiken für ihre Opfer sind ihnen gänzlich egal“, sagte LKA-Präsident Andreas Stenger.

Die Präsidentin des Landesapothekerverbandes, Tatjana Zambo, betonte: „Illegal erlangte und willkürlich verbreitete Medikamente sind gefährlich.“ Aktuell werden Plakate an Apotheken im Land verteilt, um Kunden auf die möglichen Folgen aufmerksam zu machen.