Ärzte warnen vor Cannabis

 Die sich anbahnende Ampel-Koalition will den Verkauf von Cannabis zu Genusszwecken ganz offensichtlich legalisieren. Ärzte äußern schwerwiegende Bedenken und warnen vor Suchtgefahr und bleibenden Gehirnschäden.

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Längst ist Cannabis-Konsum in der Gesellschaft angekommen.

Jeder vierte Jugendliche im Alter zwischen zwölf und 17 Jahren und beinahe jeder zweite junge Erwachsene hat schon einmal Cannabis konsumiert. Mehr als 30.000 Konsumenten müssen jährlich in Deutschland in Suchtkliniken behandelt werden. „Aus medizinischer Sicht gibt es eine ganze Reihe schwerwiegender gesundheitlicher Bedenken gegenüber Cannabis“, warnt Prof. Dr. Diehm, ärztlicher Direktor der Max Grundig Klinik in Bühl.

Psychiater und Neurologen berichten, dass Cannabis neben der bekannten Abhängigkeit auch Angstzustände auslösen kann und durch das Zusammenspiel genetischer und umweltbedingter Störungen die Entwicklung von Psychosen bis hin zu Schizophrenien beschleunigt werden können.

Neben den mentalen Effekten warnt auch die Deutsche Gefäßliga entschieden vor gesundheitlichen Risiken von Cannabiskonsum. Eine aktuelle Studie aus Kanada zeigt, dass Cannabiskonsum das Herzinfarktrisiko bei jungen Patienten zwischen 18 und 44 Jahren deutlich erhöht. Forscher vermuten, dass das Tetrahydrocannabinol (THC) im Cannabis die Herzfrequenz (Herzrasen) und den Blutdruck erhöhen und damit auch den Sauerstoffbedarf des Herzmuskels. Gleichzeitig reduziert Cannabis die Sauerstoffzufuhr zum Herzen. Durch beide gleichzeitigen Abläufe steigt das Risiko eines Herzinfarkts.

Cannabis steht zudem im Verdacht, andere Gefäßkomplikationen wie tiefe Beinvenenthrombose und Lungenembolien auszulösen. US-Forscher aus Baltimore haben nachgewiesen, dass bei Langzeitkonsumenten von Haschisch das Apolipoprotein ApoC-III erhöht ist. Dieses korreliert mit erhöhten Blutfettwerten, insbesondere mit erhöhten Triglyzeriden, die wiederum die Blutgerinnung negativ beeinflussen.

Epidemiologische Untersuchungen zeigen, dass es einen Zusammenhang gibt zwischen Cannabis-Missbrauch und einem höheren Sterblichkeitsrisiko. Kleinhirninfarkte sind schon vor längerer Zeit bei jungen 15-jährigen Patienten nach dem Konsum von Cannabis beschrieben worden.

Diehm fasst zusammen: „Cannabis hat nicht nur gefährliche Folgen auf die Gehirnstruktur und den Dopaminstoffwechsel und damit auf die Entstehung von Psychosen. Cannabis schädigt auch das Herz- und Gefäßsystem und steigert damit die Rate von Herz-Kreislaufkomplikationen.“ Evidenzbasierte Gesundheitsempfehlungen zum Thema Cannabis können demnach nur vor einer Freigabe des Konsums abraten. Eine Ausnahme sei lediglich medizinisches Cannabis, das beispielsweise zur Schmerzlinderung bei tumorkranken Patienten eingesetzt werden könne.

Solveig Grewe / glp

Zahl der Corona-Neuinfektionen leicht rückläufig

Berlin – Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat am frühen Montagmorgen vorläufig 27.836 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das waren 5,2 Prozent oder 1.528 Fälle weniger als am Montagmorgen vor einer Woche. Die Inzidenz stieg trotzdem laut RKI-Angaben von gestern 439,2 auf heute 441,9 neue Fälle je 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage.
Dass die Zahl der neuen Fälle gegenüber der Vorwoche sank, der Inzidenzwert aber stieg, ist nur möglich, weil das RKI letzte Woche zahlreiche Nachmeldungen aus früheren Zeiträumen hatte, die aber in die Inzidenzwertberechnung nicht eingehen. Insgesamt geht das Institut laut der vorläufigen Zahlen derzeit von rund 962.700 aktiven Corona-Fällen mit Nachweis aus, das sind etwa 125.400 mehr als vor einer Woche. Außerdem meldete das RKI nun 81 Tote binnen 24 Stunden in Zusammenhang mit dem Virus.
Innerhalb der letzten sieben Tage waren es 2.165 Todesfälle, entsprechend durchschnittlich 309 Todesfällen pro Tag (Vortag: 308). Damit erhöhte sich die Zahl der Todesfälle binnen 24 Stunden auf 103.121. Insgesamt wurden bislang 6,19 Millionen Menschen in Deutschland positiv auf das Coronavirus getestet. Da es sich für den heutigen Tag um vorläufige Zahlen handelt, könnten diese später noch vom RKI korrigiert werden.

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red / dts Nachrichtenagentur