
Wenige Tage vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg sorgt AfD-Spitzenkandidat Markus Frohnmaier mit Aussagen zum US-Militärschlag im Nahost-Konflikt für Kritik aus der eigenen Partei. Parteichef Tino Chrupalla distanziert sich und betont, Raketenangriffe dürfe man nicht feiern – zivile Opfer seien stets zu verurteilen.
Von der Redaktion – 12.32 Uhr
Ludwigsburg. AfD-Partei- und Fraktionschef Tino Chrupalla hat sich von Äußerungen seines Parteikollegen Markus Frohnmaier zum Nahost-Krieg distanziert. In einem Interview mit RTL und ntv erklärte Chrupalla, man könne die „Sichtweisen, die Markus Frohnmaier da geschildert hat, nachvollziehen“, allerdings solle man „nicht feiern, dass es Angriffe gibt und viele Zivilisten getötet werden“.
Frohnmaier, außenpolitischer Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion und Spitzenkandidat seiner Partei für die Landtagswahl in Baden-Württemberg, hatte zuvor die „chirurgische Präzision und klare Zielorientierung“ eines US-Militärschlags hervorgehoben. Chrupalla schlug nun einen deutlich zurückhaltenderen Ton an.
„Die chirurgische Kriegsführung kann man sicher infrage stellen, wenn man eine iranische Mädchenschule trifft mit 120 Toten“, sagte Chrupalla. „Ich feiere nicht Raketenangriffe, egal auf welches Land und von wem sie kommen. Das kann man nicht feiern, weil immer Zivilisten getötet werden. Und das kann man nur verurteilen.“ Zugleich betonte er, er würde auch Frohnmaiers Aussagen nicht als „Feiern“ bezeichnen.
Chrupalla verwies auf die völkerrechtliche Dimension des Konflikts. „Wir stehen zum Völkerrecht und zur UN-Charta. Vor diesen besorgniserregenden Bildern in Nahost haben wir immer gewarnt.“ Die Beweggründe Israels könne er nachvollziehen, sehe jedoch nicht, welche konkreten Zielsetzungen Israel und die USA verfolgten. „Einen Regimewechsel wird man in dieser Weise sicherlich nicht schaffen.“
Kritisch äußerte sich Chrupalla zudem zur Rolle von US-Präsident Donald Trump. „Donald Trump ist als Friedenspräsident gestartet“, sagte er. Auch unter Trumps eigenen Anhängern gebe es Kritik an den Angriffen. „Am Ende wird Donald Trump als Kriegspräsident enden. Will er das? Das muss er dann auch seinen Wählern erklären. Vor allem, wenn diese Angriffe und auch diese Kriegsführung keinen Erfolg haben.“


