Spanien krönt sich zum Weltmeister und beendet Messis Traum

Spanien ist Fußball-Weltmeister. Nach 90 torlosen Minuten und einem Platzverweis gegen Argentinien erzielte Ferran Torres in der Verlängerung den entscheidenden Treffer zum 1:0. Für die lange überlegenen Spanier war es die späte Krönung eines umkämpften Finales. Nach 2010 feierten die Spanier ihren zweiten WM-Titel.

Von der Redaktion – 01.39 Uhr

 New York – Spanien ist Weltmeister. La Furia Roja gewann das Finale der Fußball-WM mit einem 1:0 in der Verlängerung. Nach 90 Minuten stand es 0:0.

Das Spiel begann mit einer frühen Chance für Spanien, als Lamine Yamal nach einem Doppelpass mit Dani Olmo frei zum Abschluss kam, jedoch an Martinez scheiterte. Argentinien versuchte, durch Ballbesitz Sicherheit zu gewinnen, konnte jedoch keine nennenswerten Offensivakzente setzen. Die erste Halbzeit endete torlos, wobei Spanien schon deutlich mehr Ballbesitz hatte, aber keine Lücken in der argentinischen Abwehr fand.

Nach einer fast 30-minütigen Halbzeitpause mit Superstars wie Shakira oder Madonna in einer opulenten Show erhöhte Spanien im zweiten Durchgang den Druck, während Argentinien weiterhin defensiv agierte. Die Spanier nutzten ihre Flügelspieler, um die argentinische Abwehr zu durchbrechen, was aber weiterhin kaum gelang. Argentinien konnte über weite Strecken keinen Schuss auf das spanische Tor verzeichnen und blieb offensiv blass, versuchte dies aber offenbar durch einige brutale Fouls auszugleichen. Nach Gelb-Rot für Enzo Fernández in der 93. Minute gingen die Südamerikaner mit einem Spieler weniger in die Verlängerung.

In der 96. Minute brachte Nico Williams den Ball bereits ins argentinische Tor – doch weil Merino vorher ein Foul verübt haben soll, zählte der Treffer noch nicht. Das besorgte sein Teamkollege Ferran Torres dann in der 106. Minute: Williams war wieder beteiligt, legte den Ball auf Torres zurück und der sorgte für den längst hochverdienten Siegtreffer. Da half es auch nicht mehr, dass die Argentinier in den allerletzten fünf Minuten aufwachten und plötzlich eine Riesenchance nach der anderen hatten.

Schwieberdingen: Bäckerei-Transporter kippt nach Unfall auf der B10 um

Ein mit Backwaren beladener Transporter ist auf der B10 bei Schwieberdingen mit einem Auto zusammengestoßen und umgekippt. Der Fahrer konnte sich selbst aus dem Fahrzeug befreien und wurde vom Rettungsdienst versorgt.

Von der Redaktion – 07.20 Uhr

Schwieberdingen. Ein mit Backwaren beladener Transporter ist am Sonntag auf der B10 bei Schwieberdingen mit einem Auto zusammengestoßen und anschließend umgekippt.

Nach Angaben der Feuerwehr Schwieberdingen war das Bäckerei-Fahrzeug gerade auf dem Weg, Filialen mit Backwaren zu beliefern. Der Fahrer konnte sich selbstständig aus dem Transporter befreien und wurde anschließend vom Rettungsdienst versorgt.

Die Feuerwehr sicherte die Unfallstelle und leuchtete den Bereich aus. Zudem nahmen die Einsatzkräfte ausgelaufene Betriebsstoffe mit Bindemittel auf.

Die Polizei war mit zwei Streifenwagen vor Ort. Angaben zur Unfallursache, zu möglichen weiteren Verletzten und zur Höhe des Sachschadens lagen zunächst nicht vor.

Verwendete Quelle: Feuerwehr Schwieberdingen

Immer mehr Erwachsene bleiben ohne Berufsabschluss

In Deutschland wächst die Zahl der Erwachsenen ohne Berufsabschluss seit Jahren. Rund 4,6 Millionen Menschen gelten inzwischen als geringqualifiziert, ihre Arbeitslosenquote liegt sechsmal so hoch wie bei Menschen mit Ausbildung. Experten sehen darin ein Warnsignal: Während Betriebe Fachkräfte suchen, bleiben Millionen dauerhaft im Niedriglohnsektor oder ohne Arbeit.

Von Lea Brandt – 06.58 Uhr

 In Deutschland gibt es rund 4,6 Millionen geringqualifizierte Erwachsene. Ihre Zahl steigt seit 2019 stetig, pro Jahr kommen etwa 100.000 hinzu, wie eine Studie der Bertelsmann-Stiftung zeigt, über die das „Handelsblatt“ berichtet. Danach kamen seit dem Vor-Corona-Jahr 650.000 Personen hinzu – ein Zuwachs um 17 Prozent.

Die Menschen ohne Abschluss haben nur geringe Chancen auf dem Arbeitsmarkt: Ihre Arbeitslosenquote liegt bei 21,3 Prozent und damit sechsmal so hoch wie die von Menschen mit Berufsausbildung. Oft arbeiten sie in Helferjobs oder im Niedriglohnsektor.

„Menschen ohne Abschluss haben schlechte Chancen auf dem Arbeitsmarkt“, sagte Gunvald Herdin, Arbeitsmarktexperte der Bertelsmann-Stiftung. Dass die Arbeitslosenquote so hoch sei, obwohl in vielen Berufen ein Mangel an Fachkräften bestehe, sei ein deutliches Warnsignal. Hier brauche es Qualifizierung, um aus Helfern Fachkräfte zu machen. Je nach Beruf könnten schon wenige Teilqualifikationen die Lücke zwischen Helfer- und Fachkraftjob füllen.

Nach Hitze und Gewittern: Ruhiges Sommerwetter in Baden-Württemberg

Nach Hitze, Starkregen und Gewittern kehrt in Baden-Württemberg ruhiges Sommerwetter ein. Bis mindestens Mittwoch bleibt es meist sonnig und trocken bei Höchstwerten bis 26 Grad. In den Nächten kühlt es allerdings auf stellenweise nur sieben Grad ab.

Von der Redaktion – 06.56 Uhr

Ludwigsburg- Heute erwartet Baden-Württemberg viel Sonnenschein mit nur lockerer Quellbewölkung. Es bleibt trocken, die Höchstwerte liegen zwischen 20 und 26 Grad.

Der Wind weht schwach bis mäßig aus nördlichen Richtungen, mit frischen Böen. In der Nacht zum morgigen Dienstag ist es aufgelockert bis gering bewölkt, die Temperaturen sinken auf 12 bis 7 Grad.

Morgen, am Dienstag, zeigt sich das Wetter heiter bis wolkig, bleibt aber meist niederschlagsfrei.

Die Höchsttemperaturen erreichen erneut 20 bis 26 Grad, am wärmsten wird es im Oberrheingraben. Der Wind weht schwach bis mäßig aus nördlichen Richtungen und frischt zeitweise auf.

In der Nacht zum Mittwoch ist es gering bewölkt, zeitweise klar, mit Tiefstwerten von 12 bis 7 Grad.

Insgesamt präsentiert sich das Wetter in den kommenden Tagen ruhig und sommerlich. Die von Nordwesten einfließende Meeresluft gerät unter schwachen Hochdruckeinfluss, sodass bis mindestens Mittwochmorgen keine warnwürdigen Wettererscheinungen erwartet werden.

Dobrindt will Schutz für ukrainische Männer einschränken

Ukrainische Männer im wehrpflichtigen Alter sollen in Deutschland künftig nicht mehr automatisch Schutz erhalten, wenn sie ihren militärischen Pflichten nicht nachgekommen sind. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt verteidigt den Kurs und stellt klar: Flucht vor der Wehrpflicht begründe keinen Asylanspruch. Betroffenen könnte damit die Ausreisepflicht drohen.

Von der Redaktion – 00.51 Uhr

Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) verteidigt die geplante Einschränkung des Schutzes für wehrpflichtige ukrainische Männer. Politisch halte er das für angebracht bei einem Land, das Deutschland maßgeblich militärisch unterstütze, um seinen Widerstand gegen Putins Angriffskrieg zu organisieren, sagte der Minister der „Welt am Sonntag“.

Wenn die sogenannte Massenzustrom-Richtlinie auf wehrpflichtige Männer nicht mehr zutreffe und ein positives Asylverfahren nicht infrage komme, gebe es eine „logische Konsequenz“, so Dobrindt: Für diese Menschen bestehe eine Ausreisepflicht in die Ukraine. Die EU-Staaten hatten sich vergangene Woche darauf geeinigt, nur noch denjenigen Männern pauschal Schutz zu gewähren, die ihren „militärischen Verpflichtungen“ in der Ukraine nachgekommen sind. Laut Dobrindt steht anderen Männern zwar grundsätzlich der Asylweg offen. Allerdings sind die Aussichten auf Schutz wohl gering. Flucht vor Wehrpflicht sei kein Asylgrund, so der Innenminister.

Dobrindt dämpfte zugleich Erwartungen an Abschiebezentren außerhalb der EU, sogenannte Return Hubs. Der erste Schritt sei, dass man Vereinbarungen mit Drittländern finde. Er gehe davon aus, dass das dieses Jahr gelinge, sagte er. Der Aufbau eines solchen Return Hubs sei aber anschließend ein dickes Brett, das es danach zu bohren gelte. Es handle sich um einen Prozess, den man nach und nach gestalten müsse.

Auf die Frage, wie viele abgelehnte Asylbewerber in die Return Hubs verbracht werden sollen, sagte Dobrindt, Ziel sei es, die Zahl der Rückkehrer zu steigern, bei erzwungener wie bei freiwilliger Ausreise. Diese sei zuletzt bereits gestiegen. Von Mai 2025 bis Mai dieses Jahres seien über 42.000 Menschen durch Abschiebemaßnahmen und geförderte freiwillige Ausreise in ihre Heimatländer zurückgekehrt. Das seien 2.000 Menschen mehr als im Vergleichszeitraum ein Jahr davor.

Immer mehr Menschen widerrufen ihre Kriegsdienstverweigerung

Immer mehr Menschen nehmen ihre frühere Kriegsdienstverweigerung zurück. Im ersten Halbjahr 2026 gingen bereits 402 entsprechende Erklärungen ein, hochgerechnet wäre das ein neuer Höchststand. Gleichzeitig steigt auch die Zahl derjenigen stark, die den Dienst an der Waffe neu verweigern.

Von Henrik Paul – 07.11 Uhr

 Berlin  – Immer mehr einstige Kriegsdienstverweigerer machen ihre Entscheidung rückgängig. Das berichtet das „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ unter Berufung auf das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA).

Neben der Zahl der Kriegsdienstverweigerer steigt demnach auf deutlich niedrigerem Niveau auch die Zahl derjenigen, die ihre frühere Kriegsdienstverweigerung widerrufen. 2023 gingen beim Bundesamt 536 entsprechende Verzichtserklärungen ein, 2024 waren es 626, 2025 dann 781 und im ersten Halbjahr 2026 schließlich 402 – was, hochgerechnet auf das Gesamtjahr, einen neuen Rekord bedeuten würde. Für einen Widerruf reicht eine formlose Erklärung samt Unterschrift aus.

Eine Sprecherin des BAFzA erklärte, werde der Antrag auf Kriegsdienstverweigerung zurückgezogen beziehungsweise der Verzicht erklärt, gelte die antragstellende Person rechtlich nicht mehr als Kriegsdienstverweigerer. Sie unterliege im Falle einer Reaktivierung der Wehrpflicht beziehungsweise im Spannungs- oder Verteidigungsfall wieder der uneingeschränkten Wehrpflicht.

Zuletzt hatte das Bundesamt bekannt gegeben, dass im Zuge der möglichen Wiedereinsetzung der Wehrpflicht die Zahl der Kriegsdienstverweigerer aktuell stark zunehme. Waren es 2023 noch 1.079, so wuchs sie im Jahr darauf bereits auf 2.249, 2025 dann auf 3.879 und im ersten Halbjahr 2026 schließlich auf 5.862.

Nach Spahns Rücktritt: So reagieren Politiker aus dem Kreis Ludwigsburg

Der Rücktritt von Unionsfraktionschef Jens Spahn sorgt weiter für Diskussionen. Auch im Kreis Ludwigsburg gehen die Bewertungen auseinander. CDU-Politiker zollen ihm Respekt, die Grünen kritisieren den Widerspruch zwischen seiner persönlichen Entscheidung und seiner bisherigen politischen Haltung. Ludwigsburg24 hat bei Abgeordneten aus dem Kreis nachgefragt.

Von Ayhan Güneş – 20.20 Uhr

Berlin/Ludwigsburg. Jens Spahn ist als Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion zurückgetreten. Zuvor war bekannt geworden, dass der CDU-Politiker und sein Ehemann mithilfe einer Leihmutter in den USA Eltern geworden sind. In Deutschland darf Leihmutterschaft nicht vermittelt oder medizinisch durchgeführt werden. Spahn hatte sich gegen eine Legalisierung ausgesprochen.

Ludwigsburg24 hat mehrere Bundes- und Landtagsabgeordnete aus dem Landkreis um eine Stellungnahme gebeten. Fabian Gramling, Sandra Detzer und Silke Gericke antworteten auf die Anfrage. Steffen Bilger hatte sich zuvor gegenüber der „Rheinischen Post“ geäußert.

Bilger würdigt Spahn als Gestalter und Vermittler

Der Erste Parlamentarische Geschäftsführer der Unions-Bundestagsfraktion, Steffen Bilger, dankte dem zurückgetretenen Fraktionsvorsitzenden für dessen Arbeit.

„Gerade in den vergangenen Wochen und Monaten wurden seine Stärken als Gestalter und Vermittler deutlich“, sagte Bilger der „Rheinischen Post“. Spahn habe die Unionsfraktion mit Klugheit, Verlässlichkeit und großem Engagement geführt und maßgeblich zu den Erfolgen der Koalition beigetragen. „Jens Spahn gilt mein Dank und Respekt“, erklärte der CDU-Politiker.

Gramling hält den Rücktritt für konsequent

Auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Fabian Gramling aus dem Wahlkreis Neckar-Zaber würdigte Spahns politischen Einsatz.

„Ich habe großen Respekt vor der Entscheidung von Jens Spahn. Für seinen langjährigen Einsatz und seine Verdienste um unsere Partei und unser Land gebührt ihm mein aufrichtiger Dank. Jens Spahn hat in schwierigen Zeiten Verantwortung übernommen und als Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion wichtige Impulse gesetzt.

Vor Ort gab es in den letzten Tagen kontroverse Debatten, die uns als CDU geschadet haben. Auch in der öffentlichen Wahrnehmung. Ich halte den Rücktritt von Jens deshalb für konsequent und wünsche ihm persönlich und seiner Familie alles erdenklich Gute.“

Detzer: „Der Rücktritt ist richtig“

Die Grünen-Bundestagsabgeordnete Sandra Detzer aus dem Wahlkreis Ludwigsburg hält Spahns Entscheidung für richtig.

„Der Rücktritt von Jens Spahn ist richtig. Wer als führender Politiker nationale Gesetze vorantreibt und verabschiedet, muss sich wie alle anderen auch daran halten. Spahn hat sich einen Wunsch erfüllt, den er anderen verwehrt. Hier liegt das Problem, nirgends sonst. Jenseits aller politischen Debatten wünsche ich seiner Familie alles Gute.“

Gericke hinterfragt die Maßstäbe der CDU

Die Ludwigsburger Grünen-Landtagsabgeordnete Silke Gericke stellte weniger Spahns persönliche Entscheidung als den Umgang der Union mit dem Fall in den Mittelpunkt.

„Die persönliche Entscheidung von Herrn Spahn geht mich nichts an. Ich habe jedoch eine Meinung zu der Haltung der CDU. Es wundert mich die Reaktion der Union gerade sehr. Jahrelang haben die Maskenaffäre, offene Fragen rund um die Corona-Beschaffung oder andere politische Kontroversen innerhalb der CDU kaum ernsthafte personelle Konsequenzen ausgelöst. Ausgerechnet der Widerspruch zwischen der eigenen politischen Haltung und der persönlichen Entscheidung bei der Familiengründung führt nun zum Rücktritt.

Das wirft für mich die Frage auf, welche Maßstäbe die CDU eigentlich an ihre Spitzenpolitiker anlegt. Politische Fehlentscheidungen und offene Affären haben offenbar ein geringeres Gewicht als der Widerspruch zwischen dem eigenen politischen Anspruch und dem persönlichen Handeln. Diese Prioritätensetzung überrascht mich.“

Eine Stellungnahme des Ludwigsburger CDU-Landtagsabgeordneten Lukas Tietze lag bis Redaktionsschluss nicht vor. Auch der AfD-Bundestagsabgeordnete Martin Hess aus dem Wahlkreis Ludwigsburg hatte bis dahin nicht auf die Anfrage reagiert.

Spahn tritt zurück – Kanzler Merz nennt den Schritt „unvermeidlich“

Jens Spahn ist als Vorsitzender der Unionsfraktion zurückgetreten. Bundeskanzler Friedrich Merz bezeichnete den Schritt als „richtig“ und „unvermeidlich“ und verwies auf die politische Glaubwürdigkeit. Linke und Grüne sehen die Affäre damit jedoch nicht als beendet und bringen erneut Spahns Rolle bei den milliardenschweren Maskengeschäften ins Spiel.

Von der Redaktion – 19.11 Uhr

CDU-Chef und Bundeskanzler Friedrich Merz hat den Rücktritt von Jens Spahn als Unionsfraktionschef „richtig“ und „unvermeidlich“ genannt.

„Glaubwürdigkeit“ sei in der Politik „das höchste Gut“, sagte Merz am Samstag. Er danke Spahn für die Zusammenarbeit. Dieser habe den Weg der Fraktion aus der Opposition in die Regierung „mitgeprägt und gestaltet“. In der „Erarbeitung der großen Reformvorhaben der letzten Wochen“ sei Spahn eine „wichtige Stütze der Koalition“ gewesen.

Als CDU-Vorsitzender werde er in Abstimmung mit CSU-Chef Markus Söder einen Vorschlag für die Neubesetzung im Fraktionsvorsitz machen, so Merz weiter. Verfahren und Zeitplan würden jetzt mit den Gremien der Partei und der Fraktion abgestimmt.

Linken-Chef Luigi Pantisano bezeichnete den Rücktritt von Spahn als Unionsfraktionschef derweil als „längst überfällig“. „Eigentlich hätte er schon nach der Maskenaffäre gehen müssen“, sagte Pantisano der „Rheinischen Post“. „Unter seiner Verantwortung wurden Milliarden Euro Steuergeld verbrannt, Geld, das heute bei Schulen, Krankenhäusern und bezahlbaren Wohnungen fehlt. Bezahlen müssen das die hart arbeitenden Menschen in diesem Land. Spahn dagegen klammerte sich an sein Amt und die Union stellte sich schützend vor ihn“, sagte der Linken-Politiker.

„Jetzt zeigt sich ein weiteres Mal die Doppelmoral. Für normale Menschen gelten die Gesetze, für Spitzenpolitiker offenbar nur so lange, bis sie genug Geld haben, sie im Ausland zu umgehen.“ Wer anderen ständig Regeln predige, müsse sich auch selbst daran halten. „Mit Spahns Rücktritt darf die Sache aber nicht erledigt sein. Wer Milliarden an Steuergeld in den Sand gesetzt hat, darf sich nicht einfach aus der Verantwortung verabschieden. Jetzt braucht es endlich einen Untersuchungsausschuss und die vollständige Aufklärung der Maskenaffäre. Die Menschen haben ein Recht darauf, zu erfahren, wer ihr Geld verschwendet hat und warum.“

Grünen-Chefin Franziska Brantner nannte den Rücktritt von Unionsfraktionschef Jens Spahn den „letzten Tropfen auf den heißen Stein“. „Der Rücktritt war überfällig – auch wenn dies nur der letzte Tropfen auf einem ohnehin heißen Stein war“, sagte Brantner der „Rheinischen Post“. „Am Ende ging es um seine Glaubwürdigkeit, die schon durch frühere, eigentlich weitaus gravierendere Fälle massiv gelitten hatte“, sagte die Grünen-Vorsitzende. „Privat wünsche ich ihm dennoch alles Gute.“

FDP-Chef Wolfgang Kubicki hat der Union nach dem Rücktritt generelle Probleme beim Umgang mit moralischen Fragen vorgeworfen. „Neben den Lügen von Merz und Wegner ist das ein weiterer moralischer Tiefpunkt der CDU“, sagte Kubicki der „Rheinischen Post“. „Schade, dass Jens Spahn nicht erklärt hat, aufgrund eigener Erfahrungen seine Haltung zur Leihmutterschaft geändert zu haben“, fügte er hinzu. Kubicki wies damit unter anderem auf das gescheiterte Krisenmanagement des Regierenden Berliner Bürgermeisters Kai Wegner (CDU) nach dem Berliner Stromausfall hin, der sich zuletzt als Spitzenkandidat für die Berlin-Wahl zurückgezogen hatte.

Spahn war am Samstag von seinem Amt als Fraktionschef zurückgetreten. Er hatte mit der Bekanntgabe seiner Vaterschaft massive Kritik ausgelöst, weil er und sein Partner dabei offenbar auf eine Leihmutter im Ausland zurückgriffen, obwohl sich Spahn in Deutschland dafür eingesetzt hatte, das Modell Leihmutterschaft weiterhin zu verbieten.

Gewalttätiger Vorfall bei Ticketkontrolle – DB-Mitarbeiter stürzt aus Zug

Erneut ist eine Fahrkartenkontrolle eskaliert: Auf der Strecke zwischen Offenburg und Karlsruhe ist am Freitagabend zum einem gewalttätigen Vorfall gekommen. Während eines Gerangels öffnete sich aus bislang ungeklärter Ursache eine Zugtür, ein 26-jähriger Mitarbeiter der DB-Sicherheit stürzte bei Ettlingen aus dem fahrenden Zug und wurde lebensgefährlich verletzt. Ein 36-jähriger Fahrgast wurde festgenommen.

Von der Redaktion – 13.04 Uhr

Ein Mitarbeiter der DB-Sicherheit ist am Freitagabend auf der Bahnstrecke zwischen Offenburg und Karlsruhe aus einem fahrenden Zug gestürzt und dabei lebensgefährlich verletzt worden. Die Staatsanwaltschaft Karlsruhe und das Polizeipräsidium Karlsruhe haben die Ermittlungen aufgenommen.

Nach bisherigen Erkenntnissen kontrollierten Fahrscheinprüfer gegen 19.35 Uhr einen 36-jährigen deutschen Fahrgast. Im Verlauf der Kontrolle entwickelte sich zunächst ein verbaler Streit, weshalb zwei Mitarbeiter der DB-Sicherheit hinzugezogen wurden.

Der mutmaßlich alkoholisierte 36-Jährige soll die Sicherheitsmitarbeiter beleidigt haben. Anschließend kam es zu einer körperlichen Auseinandersetzung zwischen ihm und einem 26-jährigen bulgarischen Mitarbeiter der DB-Sicherheit.

Während des Gerangels stürzten beide Männer zu Boden. Aus bislang ungeklärter Ursache öffnete sich dabei die Tür des fahrenden Zuges. Der 26-Jährige stürzte auf Höhe von Ettlingen-Bruchhausen aus dem Zug.

Alarmierte Polizeikräfte nahmen den 36-jährigen Tatverdächtigen noch im Zug vorläufig fest. Der lebensgefährlich verletzte DB-Mitarbeiter wurde rund zwei Kilometer hinter dem späteren Halteort des Zuges im Gleisbereich gefunden und nach einer notärztlichen Versorgung in ein Krankenhaus gebracht.

Die Kriminalpolizei Karlsruhe ermittelt nun zum genauen Hergang. Der betroffene Zug wurde für die weiteren Untersuchungen beschlagnahmt.

34,9 Millionen Euro für die Sicherheit: Landkreis Ludwigsburg plant neues Katastrophenschutzzentrum

Der Landkreis Ludwigsburg plant für 34,9 Millionen Euro eine neue Integrierte Leitstelle mit Katastrophenschutzzentrum zu bauen. Nach Einschätzung der Kreisverwaltung sollen Fördermittel sämtliche Investitionskosten decken. Die bisherige Leitstelle im Ludwigsburger Feuerwehrhaus muss ihren Standort aufgeben.

Von Ayhan Güneş – 09.31 Uhr

Ludwigsburg. Wenn im Landkreis der Notruf 112 eingeht, laufen die Fäden bislang im Feuerwehrhaus der Stadt Ludwigsburg zusammen. Doch dort wird es zu eng. Die Räume entsprechen nach Angaben des Landratsamts nicht mehr den Anforderungen einer modernen Leitstelle, zudem benötigt die Stadt die vermieteten Flächen künftig selbst. Der Landkreis plant deshalb einen Neubau.

Der Kreistag hat am Freitag, 17. Juli, mehrheitlich die Entwurfsplanung, die weitere Planung des Gesamtprojekts und den Bau der Integrierten Leitstelle beschlossen. Verbunden werden soll sie mit einem neuen Katastrophenschutzzentrum.

„Wir schaffen damit nicht nur ein neues Gebäude – wir schaffen eine zukunftsfähige Sicherheitsinfrastruktur für die Bevölkerung im gesamten Landkreis“, sagte Landrat Dietmar Allgaier.

Investitionskosten von 34,9 Millionen Euro

Für das Gesamtprojekt sind derzeit 34,9 Millionen Euro veranschlagt. Nach Darstellung der Kreisverwaltung sollen die Investitionskosten vollständig über Zuschüsse finanziert werden.

Den größten Teil will der Landkreis über das Länder- und Kommunal-Infrastrukturfinanzierungsgesetz, kurz „LuKIFG“, abdecken. Die übrigen Mittel sollen aus der Feuerwehrförderung kommen.

„Dank LuKIFG muss der Landkreis für das Katastrophenschutzzentrum keinen einzigen eigenen Euro aufbringen“, sagte Landrat Dietmar Allgaier. Ob die Fördermittel bereits verbindlich bewilligt sind, geht aus der Mitteilung allerdings nicht hervor.

Leitstelle und Katastrophenschutz an einem Ort

Der Neubau soll nicht nur die bisherige Leitstelle ersetzen. Geplant ist ein gemeinsames Zentrum für die Integrierte Leitstelle, den Katastrophenschutz, den Führungsstab, Materiallager und eine Fahrzeughalle.

Im Krisenfall sollen dadurch Abstimmungswege kürzer und Entscheidungen schneller werden. Vorgesehen ist außerdem ein dauerhaft erreichbares Lagezentrum, das als zentrale Anlaufstelle für den Bevölkerungsschutz dienen soll.

Landrat Allgaier verweist dabei auf Ereignisse wie Starkregen, großflächige Stromausfälle, Wald- und Vegetationsbrände, Pandemien und die veränderte Sicherheitslage in Europa.

Betrieb rund um die Uhr

Das Gebäude soll für einen durchgehenden Betrieb an sieben Tagen in der Woche ausgelegt werden. Die Planung sieht eine modulare Struktur vor, damit das Zentrum später an neue Anforderungen angepasst werden kann.

Geplant sind eine Hybridbauweise mit hohem Holzanteil, Photovoltaikanlagen, begrünte Dächer und barrierefreie Arbeitsbereiche. Nach Angaben des Landratsamts sollen kompakte Bauweise und hoher Vorfertigungsgrad Bauzeit sowie spätere Betriebs- und Unterhaltungskosten reduzieren.

Standort und Zeitplan bleiben offen

Schallgutachten bestätigen laut Kreisverwaltung, dass der künftige Betrieb mit der angrenzenden Wohnbebauung vereinbar ist. Für Teile der Nachbarschaft soll sich die Lärmsituation durch den Neubau sogar verbessern.

Wo genau das neue Zentrum entstehen soll, nennt das Landratsamt in seiner Mitteilung nicht. Auch zu Baubeginn, Fertigstellung und Inbetriebnahme macht die Kreisverwaltung keine Angaben.

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