Anhänger verliert Auto auf der Autobahn und weitere Meldungen aus dem Kreis Ludwigsburg

BAB 81/Asperg: Auto rutscht von Anhänger

Eine leichtverletzte Person und Sachschaden von etwa 29.000 Euro sind die Bilanz eines Unfalls am Freitag gegen 8.15 Uhr auf der Bundesautobahn 81 zwischen den Anschlussstellen Ludwigsburg-Süd und Ludwigsburg-Nord. Ein 44 Jahre alter VW-Lenker befuhr den mittleren Fahrstreifen in Richtung Heilbronn. Auf einem Anhänger hatte er einen weiteren PKW geladen. Vermutlich aufgrund nicht angepasster Geschwindigkeit verlor er die Kontrolle über das Gespann, der Anhänger begann zu schlingern und brach aus. In der Folge rutschte der PKW vom Anhänger und der 44-Jährige prallte gegen die Leitplanken auf der linken Fahrbahnseite. Die 41-Jährige Beifahrerin wurde hierbei leicht verletzt. Für die Unfallaufnahme und die Bergungsarbeiten mussten der mittlere und der linke Fahrstreifen in Richtung Heilbronn kurzzeitig gesperrt werden.

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Kirchheim am Neckar: Auffahrunfall mit nicht zugelassenem Auto

Am Donnerstag gegen 20:15 Uhr befuhr ein 20-Jähriger mit einem Fiat die Besigheimer Straße in Kirchheim am Neckar in Richtung Lauffen am Neckar. Auf der Höhe einer dortigen Pizzeria wollte er nach links in einen Parkplatz abbiegen und bremste verkehrsbedingt ab. Der 37-jährige Lenker eines BMW, der hinter dem Fiat-Lenker fuhr, erkannte dies zu spät und bremste mutmaßlich aufgrund nicht angepasster Geschwindigkeit zu spät ab. Er fuhr dem Vorausfahrenden auf. Der 20-Jährige wurde leicht verletzt vom Rettungsdienst ins Krankenhaus gebracht. Es entstand ein Sachschaden von 14.000 Euro. Der BMW war weder zugelassen, noch konnte der Fahrer die Besitzverhältnisse erklären. Die polizeilichen Ermittlungen dauern an.

Steinheim an der Murr: Jugendliche bei Sachbeschädigung ertappt

Zwei 14 Jahre alte Jungs werden sich wegen Sachbeschädigung verantworten müssen, nachdem sie am Donnerstag gegen 13.00 Uhr in der Murrer Straße in Steinheim an der Murr die Rücklehnen zweier Sitze in einem Linienbus beschädigten. Eine Lehne beschmierten sie mit Schriftzügen und Symbolen, die andere schlitzen sie mit einem Messer auf. Als sie vom Busfahrer bemerkt wurden, stiegen sie fluchtartig aus und setzten ihre Fahrt in einem anderen Bus fort. Der Busfahrer jedoch ließ sie nicht so leicht entkommen. Er stieg in seinen privaten PKW und nahm die Verfolgung auf. Mittlerweile verständigte Polizeibeamte konnten die Jugendlichen an der Bushaltestelle “Blattert” in Murr vorläufig festnehmen. Dabei stellten sie ein Messer und Graffiti-Utensilien in einem Rucksack der beiden sicher. Die Jugendlichen wurden hierauf zum Polizeiposten Steinheim an der Murr gebracht und dort von Erziehungsberechtigten abgeholt. Der entstandene Sachschaden beläuft sich auf etwa 500 Euro.

Quelle: Polizeipräsidium Ludwigsburg

Kreishaushalt 2021: Ludwigsburgs Landrat Allgaier kündigt schwere Jahre an

Von Uwe Roth

Der Landkreis Ludwigsburg bekommt die finanziellen Auswirkungen der Corona-Pandemie zu spüren. Die Kreisverwaltung möchte im kommenden Jahr 20 Millionen Euro neue Schulden machen, um die laufenden Ausgaben und Investitionen bewältigen zu können. Dazu soll mächtig gespart werden. Allein bei den Personalkosten eine Million Euro. Das hat Landrat am Freitag in seiner Haushaltsrede vor dem Kreistag angekündigt. Dietmar Allgaier kalkuliert 2021 mit einem Minus von 17,3 Millionen Euro, das die Kommunen aber nicht mittragen sollen: „In Anbetracht der schwierigen finanziellen Situation der Städte und Gemeinden ist es vertretbar, dass auch der Landkreis einen Teil seiner Investitionen fremd finanziert“, begründete der Landrat, warum er von einer Erhöhung der Kreisumlage absehen möchte.

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Der Haushalt steht nach seinen Worten „auf einem soliden Fundament“. Gleichzeitig warnte er: „Aber ich sage auch ganz klar: 20 Millionen Euro Kreditaufnahme sind kein Pappenstiel.“ Der Haushalt 2021 sei getragen „vom Rückenwind der letzten Boomjahre. Aber der Wind dreht sich.“ Allgaier schwor die Kreisräte auf harte Jahre ein. Die volle Auswirkung der Mindereinnahmen durch den Lockdown bekomme der Kreis erst 2022 mit voller Wucht zu spüren, warnte er. Neben den Pflichtausgaben müsse in die Kreiskliniken „im dreistelligen Millionenbereich“ investiert werden. „Diese Schuldenlast schlägt dann bei uns im Haushalt mit Zins und Tilgung durch.“ Dickster Ausgabeposten, an dem nicht gerüttelt werden kann, ist der Bereich „Jugend und Soziales“ mit 64 Prozent Anteil am Haushaltsvolumen. Das entspricht einem Betrag von rund 444 Millionen Euro. Um den Busverkehr im Landkreis finanziell nicht untergehen zu lassen, der nach dem ersten Lockdown weiter unter einem Fahrgastschwund leidet, hat die Kreisverwaltung vorsorglich 3,2 Millionen Euro eingestellt.

Ein Drittel der gesamten Ausgaben im Kreishaushalt finanzieren die 39 Städte und Gemeinden im Landkreis über diese Umlage. Würde die Kreisverwaltung auf neue Schulden verzichten, müssten die Kommunen das Haushaltsloch füllen. Der Jahresetat des Landkreises beträgt 720,8 Millionen Euro. 254 Millionen Euro finanzieren die Kommunen. Welchen Anteil jede einzelne von diesem Betrag übernimmt, wird mit einem Hebesatz berechnet. Dieser liegt bei aktuell 27,5 Prozentpunkten. Wie viel eine Kommune an den Kreis abführen muss, ist unter anderem von der dort festgestellten Steuerkraft abhängig. Je reicher eine Stadt oder Gemeinde ist, umso mehr muss sie zahlen.

Die Kreisverwaltung kann den konstant bleibenden Hebesatz deswegen hinnehmen, weil die Berechnungsgrundlage 2019 ist, in dem von Corona noch nichts zu spüren war und die kreiseigenen Gemeinden noch kräftig verdient haben. Sie steuern, weil die Einnahmen sprudelten wie selten zuvor, im nächsten Jahr zehn Millionen Euro mehr bei als im laufenden (Berechnungsgrundlage das Jahr 2018). Die Mindereinamen wegen Corona bekommt der Landkreis folglich erst 2022 zu spüren. „Dies dann aber mit voller Wucht“, warnte der Landrat. Dann komme der Landkreis um eine Anhebung des Hebesatzes für die Kreisumlage nicht herum. 2022 soll es ein Prozentpunkt mehr werden. Für die darauffolgenden Jahre kündigte Allgaier weitere Anhebungen in noch unbekannter Höhe an. Diese müssen vom Kreistag aber beschlossen werden. Da unter den Kreistagsmitgliedern zahlreiche Oberbürgermeister, Bürgermeister und Gemeinderäte sind, achten diese darauf, dass der Hebesatz möglichst gering bleibt, um den eigenen Haushalt zu schonen. Änderungen an der Kreisumlage ist meistens ein Tauziehen zwischen Kreisverwaltung und dem Kreistag.

Der Landrat versicherte in seiner Haushaltsrede, dass bei der internen Planung alles getan worden sei, die Ausgaben so gering wie möglich zu halten. So sei es gelungen, den „Fehlbetrag im Ergebnishaushalt von ursprünglich 30 Millionen Euro auf aktuell 17 Millionen Euro zu reduzieren“. In der Kreisverwaltung sei dazu eine Streichliste herumgegangen. Um die Einsparquote für die Zukunft weiter zu verbessern, möchte Allgaier die Verwaltungsarbeit effizienter gestalten. Dafür wird eine externe Beratungsagentur beauftragt. „Selbstverständlich werde ich alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in diesen Prozess miteinbeziehen. Denn die Beschäftigten können am besten Auskunft über die Abläufe geben“, kündigte er an. In den kommenden Wochen werden die Ausschüsse und der Kreistag über den Haushaltsplan beraten und ihre Änderungswünsche einbringen. Erst danach wird Haushalt 2021 endgültig verabschiedet.