
Nach der Sommerpause ist die Zahl der Arbeitslosen im Landkreis Ludwigsburg zurückgegangen. Im September waren 14.513 Menschen arbeitslos gemeldet – 360 weniger als im August. Im Vergleich zum Vorjahr bleibt die Lage allerdings angespannt: Die Arbeitslosigkeit liegt um 8,6 Prozent höher, besonders im verarbeitenden Gewerbe gingen viele Stellen verloren.
Von der Redaktion (lb) – 11.27 Uhr
Ludwigsburg. Die Arbeitslosigkeit im Landkreis Ludwigsburg ist im September gesunken. Insgesamt waren 14.513 Frauen und Männer bei der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter arbeitslos gemeldet. Das waren 360 Personen oder 2,4 Prozent weniger als im August.
Der Vergleich mit dem Vorjahr fällt allerdings deutlich schlechter aus: Gegenüber September 2025 waren 1.150 Menschen mehr arbeitslos gemeldet. Das entspricht einem Anstieg um 8,6 Prozent.
Die Arbeitslosenquote sank gegenüber August um 0,1 Prozentpunkte auf 4,6 Prozent. Vor einem Jahr hatte sie noch bei 4,2 Prozent gelegen.
Insgesamt meldeten sich im September 3.293 Menschen neu oder erneut arbeitslos. Gleichzeitig konnten 3.652 Personen ihre Arbeitslosigkeit beenden. 1.172 von ihnen nahmen eine Arbeit auf, weitere 902 begannen eine Ausbildung, Qualifizierung oder Trainingsmaßnahme.
Deutlicher Rückgang bei jungen Arbeitslosen
Besonders stark ging die Arbeitslosigkeit bei den unter 25-Jährigen zurück. Ihre Zahl sank innerhalb eines Monats um 218 oder 12,5 Prozent auf 1.527.
Im Vergleich zum Vorjahr liegt sie dennoch höher: Gegenüber September 2025 waren 10,5 Prozent mehr junge Menschen arbeitslos.
Industrie verliert mehr als 3.400 Beschäftigte
Deutlich zeigen sich die wirtschaftlichen Probleme auch bei der Beschäftigung. Zum letzten Quartalsstichtag mit gesicherten Zahlen, Ende März, waren im Bezirk der Arbeitsagentur Ludwigsburg 212.637 Menschen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Das waren 4.060 oder 1,9 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.
Besonders stark betroffen ist das verarbeitende Gewerbe. Dort sank die Beschäftigung innerhalb eines Jahres um 3.431 Personen oder 6,1 Prozent.
Zulegen konnte dagegen vor allem der Bereich öffentliche Verwaltung, Verteidigung und Sozialversicherung mit 608 zusätzlichen Beschäftigten, ein Plus von 4,0 Prozent.
Arbeitsagentur sieht noch keine Trendwende
Bei den gemeldeten Stellen erkennt die Arbeitsagentur zwar einen leichten Aufwärtstrend. Für eine Entwarnung reicht das aus ihrer Sicht aber nicht.
„Trotz einer leicht erhöhten Nachfrage nach Arbeitskräften und eines Rückgangs der Arbeitslosigkeit nach der Sommerpause ist aktuell noch keine Trendwende in Sicht“, sagt Martin Scheel, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Ludwigsburg.
Nach seinen Worten belasten die schwache Konjunktur, die hohen Energiepreise und der Umbau der Industrie den Arbeitsmarkt weiterhin erheblich. Besonders der starke Beschäftigungseinbruch im verarbeitenden Gewerbe hinterlasse „tiefe Spuren“.


