Arbeitslosigkeit im Kreis Ludwigsburg steigt vor den Sommerferien – insbesondere bei Jugendlichen

Ludwigsburg. Die Zahl der Arbeitslosen im Landkreis Ludwigsburg ist im Juli 2025 erneut gestiegen – ein Trend, der Experten Sorgen bereitet. Laut aktuellen Zahlen der Agentur für Arbeit Ludwigsburg waren 13.253 Menschen ohne Beschäftigung gemeldet. Das sind 260 mehr als im Juni (+2,0 %) und 1.043 mehr als im Vorjahresmonat (+8,5 %). Die Arbeitslosenquote kletterte damit auf 4,2 Prozent (Juli 2024: 3,9 Prozent).

Der Anstieg folgt einem erwartbaren saisonalen Muster – verursacht durch das Auslaufen befristeter Verträge vor den Sommerferien und das Ende vieler Schul- und Ausbildungsverhältnisse. Doch hinter dem „üblichen“ Sommerloch verbergen sich laut Agenturleiter Martin Scheel auch strukturelle Ursachen: „Die Entwicklung ist weiterhin geprägt von schwacher Nachfrage nach Arbeitskräften und Personalanpassungen, insbesondere im verarbeitenden Gewerbe.“

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Industrie zieht sich zurück – Dynamik verliert an Kraft

Besonders deutlich zeigt sich der Einbruch bei den Arbeitslosmeldungen aus Erwerbstätigkeit: 1.258 Menschen verloren im Juli ihren Job – 21,4 Prozent mehr als im Juni. Zwar fanden gleichzeitig 906 Personen wieder eine Beschäftigung, doch das reicht nicht aus, um den Trend zu stoppen.

Betroffen sind alle Altersgruppen – besonders jedoch Jugendliche unter 25 Jahren. Ihre Zahl stieg um 11,4 Prozent auf 1.266. Auch Langzeitarbeitslosigkeit nimmt weiter zu: 3.992 Menschen sind seit über einem Jahr ohne Job – ein Plus von 7 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Regionale Wirtschaft unter Druck

Die Entwicklung passt ins Gesamtbild: In der gesamten Region Stuttgart liegt die Arbeitslosenquote inzwischen über 5 Prozent – ein Niveau, das zuletzt während der Corona-Krise überschritten wurde. Besonders betroffen sind exportorientierte Industriezweige, die unter schwacher globaler Nachfrage, gestiegenen Finanzierungskosten und strukturellem Wandel leiden.

Ein Aufschwung ist derzeit nicht in Sicht. Die Unternehmen zögern bei Neueinstellungen – viele setzen angesichts unsicherer Rahmenbedingungen auf Konsolidierung statt Expansion.

Arbeitslosigkeit in Baden-Württemberg steigt leicht an

Stuttgart- Die Zahl der Arbeitslosen in Baden-Württemberg ist im Juli auf 293.263 gestiegen. Das entspricht einem Anstieg von 1,4 Prozent gegenüber dem Vormonat, teilte die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit am Donnerstag mit.

Die Arbeitslosenquote bleibt bei 4,5 Prozent.

Erstmals seit Dezember 2022 ist die saisonbereinigte Arbeitslosigkeit minimal zurückgegangen. Sie liegt aktuell bei 296.000 Personen.

Allerdings wird erwartet, dass die Zahlen im August wieder steigen werden. Die Jugendarbeitslosenquote kletterte saisonbedingt auf 3,7 Prozent.

Die Bundesagentur für Arbeit weist darauf hin, dass trotz der schwierigen Lage noch etwa 28.000 Ausbildungsplätze frei sind.

Besonders die Assistierte Ausbildung soll helfen, junge Menschen und Betriebe bei der erfolgreichen Ausbildung zu unterstützen.

red