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Arbeitsmarkt Ludwigsburg: Leichter Anstieg der Arbeitslosenquote

LANDKREIS LUDWIGSBURG. Bei der Agentur für Arbeit Ludwigsburg und dem kommunalen Jobcenter Landkreis Ludwigsburg waren im Juli insgesamt 12.147 Menschen arbeitslos gemeldet, 267 Frauen und Männer (+ 2,2 Prozent) mehr als im Juni und 3.367 Personen oder 38,8 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Die Arbeitslosenquote stieg zum Vormonat um 0,1 Prozentpunkte auf 3,9 Prozent an. Im Juli des vergangenen Jahres lag die Arbeitslosenquote im Landkreis Ludwigsburg bei 2,8 Prozent. Gesamt Baden-Württemberg wies eine Arbeitslosenquote von 4,4 Prozent auf.  Das gab die Behörde am Mittwoch in einer Meldung bekannt.

Laut der Agentur für Arbeit Ludwigsburg und dem kommunalen Jobcenter Landkreis Ludwigsburg haben 1.145 Personen sich aus einer Beschäftigung heraus arbeitslos gemeldet, 147 Personen oder 14,7 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. 700 Arbeitslose, 30 oder 4,1 Prozent weniger als im Juli 2019, konnten eine Erwerbstätigkeit aufnehmen und ihre Arbeitslosigkeit beenden. Die Arbeitslosigkeit der Jüngeren zwischen 15 und 25 Jahren stieg überdurchschnittlich um 48,8 Prozent (+391 Personen) zum Vorjahresmonat an. Bei der Personengruppe 50 Jahre und älter gab es einen Anstieg um 33,6 Prozent.

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Seit März sind bei der Ludwigsburger Arbeitsagentur 5.492 Anzeigen für konjunkturelles Kurzarbeitergeld eingegangen und geprüft worden, heißt  es in der Meldung weiter. Im Juni gingen noch 192 Anzeigen ein. Die Gesamtzahl der Beschäftigten, für die Kurzarbeit angezeigt wurde, beträgt demnach 88.994.

Weiterer Zuwachs bei den gemeldeten Arbeitsstellen

Im Juli fragten Arbeitgeber wieder vermehrt nach Arbeitskräften. Insgesamt gingen beim Arbeitgeber-Service der Ludwigsburger Arbeitsagentur 721 sofort zu besetzende Stellenangebote ein, zum Vormonat ein Anstieg um 39 (+ 5,7 Prozent) und zum Vorjahresmonat ein Minus von 269 oder 27,2 Prozent. Damit erhöhte sich der Stellenbestand von Juni auf Juli um 66 (+2,6 Prozent) auf 2.571 Angebote, 1.689 Stellen (-29,6 Prozent) unter dem Niveau des Vorjahres. Gesucht werden in nahezu allen Branchen vor allem Experten, Spezialisten sowie Fachkräfte, dagegen gibt es aktuell weniger Stellenangebote für Helfertätigkeiten.

„Der lokale Arbeitsmarkt zeigt sich trotz wirtschaftlicher Schwäche und überwiegend gedämpften Geschäftserwartungen in Industrie und Handel weiterhin verhältnismäßig robust.“, beschreibt Martin Scheel, Leiter der örtlichen Arbeitsagentur, die aktuelle Lage. „Der Anstieg der Arbeitslosigkeit hat sich weiter abgeschwächt und entspricht der jahreszeitlich üblichen Zunahme im Monat Juli. Zudem weist die Anzahl der aktuellen Stellenmeldungen bei der Arbeitsagentur wieder eine leicht steigende Tendenz auf.“

Arbeitsmarkt im Überblick – Berichtsmonat Juli 2020 – Ludwigsburg
Ausgewählte Merkmale Aktueller Monat (Vormonat) Veränderung zum Vorjahresmonat
Arbeitslose insgesamt
12.147 (11.880)
+ 3.367
Arbeitslose SGB III 7.004 (6.766) + 2.491
Arbeitslose SGB II 5.143  (5.114) + 876
Arbeitslosenquote in % 3,9 (3,8) + 1,1 
Gemeldete Arbeitsstellen 2.571 (2.505) 269

Quelle: Arbeitsagentur

red

Immer mehr Menschen können sich keine Krankenversicherung leisten

Die Zahl der Menschen ohne Krankenversicherung ist in Deutschland in den vergangenen fünf Jahren deutlich gestiegen. 2019 hatten 143.000 Menschen keine Krankenversicherung, 2015 waren es noch rund 79.000. Das geht aus Daten hervor, die das Statistische Bundesamt veröffentlicht hat. In den alten Bundesländern waren es zuletzt 117.000, in den neuen Ländern 26.000 Betroffene. 78,94 Millionen Krankenversicherte gab es demnach 2019, berichtet “tagesschau.de” und die “Saarbrücker Zeitung’ in ihrer Freitagsausgabe.

Die AOK verbuchte im ersten Halbjahr 2020 einen Überschuss. Einem Bericht des “RedaktionsNetzwerks Deutschland” (RND) zufolge erzielten die AOK-Kassen bis Ende Juni ein Plus von 320 Millionen Euro, nach einem Defizit von 435 Millionen im ersten Quartal. Ursache sei ein bisher noch nie dagewesener Einbruch bei der Inanspruchnahme von medizinischen Leistungen nach Beginn der Pandemie.

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So seien im Frühjahr 2020 praktisch alle planbaren Operationen verschoben worden, um Intensivbetten für Corona-Patienten frei zu halten. Aus Angst vor einer Ansteckung hätten zudem viele Versicherte den Arzt-Besuch vermieden. Die Daten der anderen gesetzlichen Kassen fehlen noch. Im Mai hatten die Krankenkassen noch wegen der Corona-Krise mehr Ausgaben und weniger Einnahmen durch Arbeitslosigkeit oder Kurzarbeit erwartet.

Ralf Loweg / wid