Aufstieg verpasst – Vertrauen nicht verloren: SGV Freiberg setzt weiter auf Lushtaku

Nach dem bitter verpassten Aufstieg war die Trainerfrage offen. Nun hat der SGV Freiberg Klarheit geschaffen: Cheftrainer Kushtrim Lushtaku bleibt auch in der kommenden Saison. Der Verein setzt damit auf Kontinuität und sendet ein deutliches Signal für den Neustart.

Von Ayhan Güneş – 15.12 Uhr

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Freiberg am Neckar. Nach dem verpassten Aufstieg und Wochen voller offener Fragen hat der SGV Freiberg auf einer zentralen Position Klarheit geschaffen: Cheftrainer Kushtrim Lushtaku bleibt auch in der kommenden Saison im Amt. Der Verein gab die Vertragsverlängerung am Samstag bekannt und sendet damit ein deutliches Signal – gerade in einer Phase, in der sich beim SGV vieles verändert.

Denn die Entscheidung fällt nicht in ruhigen Zeiten. Nach dem Umzug nach Heilbronn, dem Abschied von Kapitän Marco Kehl-Gómez und dem Wechsel von Sportchef Mario Estasi zum SSV Ulm steht Freiberg vor einem Sommer des Umbruchs. Umso größer war die Spannung, ob Präsident Emir Çerkez und die Vereinsführung auch auf der Trainerposition einen Schnitt machen würden. Nun ist klar: Der SGV setzt zumindest an der Seitenlinie auf Kontinuität.

Bekenntnis statt Aktionismus

Das ist mehr als eine Vertragsverlängerung. Es ist ein Bekenntnis. Der Verein macht damit deutlich, dass er den verpassten Aufstieg nicht allein an der Trainerfrage festmacht. Statt einen schnellen personellen Neustart auszurufen, hält der SGV an dem Mann fest, der die Mannschaft über weite Strecken der Saison sportlich und charakterlich geprägt hat.

In der Mitteilung des Vereins heißt es, Lushtaku habe die Mannschaft „sportlich und charakterlich entscheidend geprägt“. Unter seiner Führung habe sich der SGV zu einer der stärksten Mannschaften der Regionalliga Südwest entwickelt. Besonders hervorgehoben werden der historische Saisonstart, die lange Zugehörigkeit zur Spitzengruppe und die klare Spielidee, mit der Freiberg über Monate überzeugte.

„Kushtrim hat in den vergangenen Monaten hervorragende Arbeit geleistet. Die Entwicklung der Mannschaft, die Mentalität innerhalb des Teams und die sportlichen Ergebnisse sprechen für sich. Deshalb freuen wir uns sehr, den gemeinsamen Weg fortzusetzen“, erklärt der Verein.

Lange Tabellenführer, bitterer Einbruch

Diese Bewertung ist nachvollziehbar. Denn so bitter der Einbruch im Saisonendspurt auch war: Freiberg spielte lange eine Saison, die vor Beginn kaum jemand in dieser Form erwartet hatte. Die Mannschaft führte zeitweise die Tabelle der Regionalliga Südwest an, zeigte attraktiven Fußball und etablierte sich bis tief in die Rückrunde hinein als ernsthafter Aufstiegskandidat.

Dass der große Traum am Ende nicht in die 3. Liga führte, ändert nichts daran, dass Lushtaku die beste Phase der jüngeren Vereinsgeschichte entscheidend mitgestaltet hat. Genau das scheint in der Führungsetage höher gewichtet worden zu sein als der Frust über die letzten Wochen.

Wichtige Stabilität in unruhigen Zeiten

Gerade mit Blick auf die kommenden Monate bekommt die Verlängerung zusätzliches Gewicht. Der Umzug nach Heilbronn verändert nicht nur den Spielort, sondern auch das Umfeld der Mannschaft. Mit Mario Estasi verliert der Verein zudem seinen sportlichen Leiter und wichtigen Kaderplaner. Dazu kommen personelle Veränderungen im Team.

In einer solchen Lage ist die Fortsetzung mit Lushtaku auch ein Versuch, Stabilität zu sichern. Während sich auf mehreren Ebenen neue Fragen stellen, soll zumindest die sportliche Leitung auf dem Platz nicht zur nächsten Baustelle werden.

Damit wächst allerdings auch die Verantwortung des Trainers. Lushtaku ist nun nicht mehr nur der Mann eines überraschenden Höhenflugs, sondern auch derjenige, der den Neustart unter neuen Vorzeichen mitgestalten muss.

Lushtaku selbst bleibt überzeugt

Auch der Trainer selbst blickt laut Vereinsmitteilung mit Zuversicht nach vorne: „Ich fühle mich beim SGV Freiberg sehr wohl und bin stolz auf das, was wir gemeinsam aufgebaut haben. Die Mannschaft besitzt großes Potenzial und ich freue mich darauf, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen.“

Das klingt nach Überzeugung und nach dem klaren Willen, die Entwicklung dieses Teams in der kommenden Saison erfolgreicher fortzusetzen.

Ein Sommer der Entscheidungen – aber nicht auf der Trainerbank

Für Präsident Emir Çerkez ist mit dieser Entscheidung zumindest eine zentrale Personalfrage beantwortet. Doch viele weitere Themen bleiben offen: Wie tiefgreifend wird der Kaderumbau? Wie stellt sich der SGV in Heilbronn sportlich und strukturell neu auf? Und mit welchem Anspruch geht der Verein in die kommende Saison?

Fest steht nun immerhin: Der Neustart soll mit Kushtrim Lushtaku erfolgen.