„Bei manchen Interessenten ist die Bonität zweifelsfrei vorhanden“ – Ludwigsburg24 im Gespräch mit Auktionator Christoph Gärtner

Christoph Gärtner erlebt einen seiner Karriere-Höhepunkte, wenn sein renommiertes Auktionshaus mit Sitz in Bietigheim am 26. Juni den Rote Mauritius 1d Ball Cover aus dem Jahr 1847 im Forum in Ludwigsburg versteigern wird. Warum er für die einmalige Rarität einen Rekordpreis erwartet, welche Exponate diese 50. Auktion noch so besonders machen und was eine 26-jährige Freundschaft mit der Roten Mauritius zu tun hat, erzählt der Philatelie-Experte im Gespräch mit Ludwigsburg24.

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Ein Interview von Ayhan Güneş

Ludwigsburg24: Herr Gärtner, worin besteht die Faszination, dass Menschen bereit sind, so eine riesige Geldsumme für eine alte Briefmarke auf den Tisch zu legen?
Die riesige Geldsumme ist relativ, denn gemessen an den Preisen von bedeutenden Bildern und Gemälden durchaus auch der neuen Zeitepochen, erscheint der Ausruf der Briefmarke zwar viel Geld, aber sicherlich nicht zu viel. Sie hat einen anerkannten Wert und einen internationalen Wert, also einen weltweiten Wert. Von daher gibt es sicherlich verschiedene Beweggründe, warum man so eine Legende sein Eigen nennen will.

Ludwigsburg24: Geht es den potentiellen Käufern bei der Roten Mauritius um eine Wertanlage oder um die Geschichte, die hinter diesem Kuvert mit der Marke steckt?
Es handelt sich bei dem Objekt um eine absolute Rarität, das zu den drei begehrenswertesten Objekten der Philatelie und sicherlich auch zu den drei teuersten gehört. Von daher ist es ein Spitzenstück und es gibt halt einfach Menschen, die sagen: Entweder starting in the tops oder etwas besitzen, was außer der englischen Königin und der British Library niemand besitzt. Es ist das einzige Stück dieser „Ball Cover“, das immer in Privathand war und von daher ist der Brief eben von unschätzbarem Wert. Der Wert kann auch sicherlich nicht so einfach definiert werden.

Ludwigsburg24: Wie muss man sich am 26. Juni diese Auktion vorstellen, wie läuft sie ab?
Wir werden das Objekt nochmal zeigen sowie historisch vorstellen und voraussichtlich wird auch die Tochter eines berühmten Vorbesitzers eigens dafür anreisen. Sie wird vielleicht ein paar persönliche Grußworte sagen, denn sie kennt das Stück noch aus ihrer Kindheit. Anschließend kommt es zur öffentlichen Versteigerung. Das bedeutet, dass die zuvor akkreditierten Interessenten im Saal mitbieten können. Manche Sammler, die nicht persönlich in Erscheinung treten möchten, bieten über verschiedene Agenten im Saal. Zum jetzigen Zeitpunkt steht bereits fest, dass es mehrere Telefonbieter geben wird, außerdem wird die Auktion per Livestream in alle Welt übertragen und es steht die Möglichkeit bereit, online zu bieten. Es wird jedenfalls eine sehr, sehr spannende halbe Stunde werden.

Ludwigsburg24: Wie sichern Sie sich ab, dass Sie die gebotene Summe auch tatsächlich bezahlt bekommen und keinem Fake aufsitzen.
Nur wer vorher persönlich mit mir in Kontakt war, darf überhaupt mitbieten. Wir haben bisher vier Bieter, die alle anonym bleiben wollen. Wir überprüfen natürlich im Vorfeld jeweils die Bonität, bei manchen Interessenten ist die Bonität zweifelsfrei vorhanden.

Ludwigsburg24: Erwarten Sie aufgrund der Exklusivität des Objektes regelrechte Gefechte der Bieter?
Das hofft ein Auktionator natürlich immer. Die Gebote werden sicherlich nicht in unermessliche Höhen gehen, aber wir hoffen schon, dass sich das von den 4 Millionen noch nach oben bewegt. Aber wo letztendlich der Preis landen wird, kann man nicht vorhersehen.

Ludwigsburg24: Sie gehen dennoch von einem Weltrekordpreis aus. Wo würde dieser liegen?
In diesem Monat ist die „British Guayana“ für 7 Millionen Dollar versteigert worden. Sie hat auch einen entsprechenden Nimbus, ist ebenfalls eine Legende. Diese Größenordnung erhoffen wir zu übertreffen.

Ludwigsburg24: Wie kommt Ihr Bietigheimer Unternehmen an ein solch rares Objekt?
Tatsächlich erwartet man die Versteigerung eines solchen Objekts eher in London oder New York. Dass die Auktion nun bei uns läuft, hat persönliche Gründe. Der Vorbesitzer ist ein sehr bemerkenswerter Mensch in Singapur, den ich am 24. August 1995 das erste Mal persönlich getroffen habe. In diesen 26 Jahren hat sich dann eine Freundschaft entwickelt. Wir waren seither viele Male in Singapur abends gemeinsam essen, dabei haben wir viele persönliche Dinge besprochen. In meiner Branche basiert vieles auf Vertrauen und es ist wichtig, dass man eine gute Reputation und die entsprechenden Kunden hat. Wir gehören seit vielen Jahren im Bereich der Briefmarken zu den Top-Auktionshäusern der Welt, können also mit den Auktionshäusern in London und New York sehr gut mithalten. In unserer Datenbank haben wir über 179.000 Interessenten, Sammler und Investoren, was in diesem Bereich sicherlich die stärkste Datenbank ist. Da ich seit 1986 weltweit quasi bei jeder Weltausstellung oder größeren Veranstaltung persönlich anwesend war, habe ich wahrscheinlich im Bereich Philatelie das beste und persönlichste Kundennetzwerk. Es gibt also sicherlich gute Gründe, warum die Rote Mauritius jetzt nach Bietigheim gekommen ist.

Ludwigsburg24: Wird die Auktion am 26. Juni das Highlight Ihrer Karriere sein?
Definitiv ist es das Highlight in meiner Karriere, aber auch für die philatelistische Familie hier in Bietigheim, also für meine 65 Mitarbeiter, ist es sicherlich ein sehr spannender Moment in unserer Firmengeschichte. Es ist aber nicht nur allein die Rote Mauritius, die die Auktion besonders macht, sondern die Tatsache, dass ich innerhalb von ein bis zwei Monaten eine Raritäten-Auktion zusammenbekommen habe, die wirklich ihresgleichen sucht. Es wird ja nicht allein der „Mauritius Ball Cover“ versteigert, wir haben auch einen zweiten sehr seltener Mauritius Brief, die sagenumwobene „Inverted Jenny“ aus USA, den seltenen 3 Kreuzer auf Fehldruck von Österreich/Ungarn, den Fehldruck auf Brief, wir haben auf vielen Gebieten teilweise die besten Stücke, beispielsweise größte Frankatur, seltenstes Stück. Auch im deutschen Bereich sind wir sehr gut aufgestellt. Wir haben Stücke, die es noch nicht einmal im Postmuseum gibt. Wir haben also sehr breit in dieser Raritäten-Auktion Objekte zu bieten, die oft jahrelang oder sogar jahrzehntelang nicht angeboten werden.

Ludwigsburg24: Ist es ein Geheimnis, wieviel ein Auktionator an der Vermittlung solcher Objekte verdient?
Es gibt immer individuelle Absprachen, die zu hundert Prozent vertraulich sind. Wir schützen unsere Kunden auf beiden Seiten und wir haben schon diverse Dinge bewegt, die niemand mitbekommen hat. Genau das ist meiner Klientel, die ich privat betreue, auch sehr, sehr wichtig, dass in allen Bereichen absolute Diskretion herrscht und nicht auch nur ein Detail an die Öffentlichkeit gelangt.

Herr Gärtner, wir sind sehr gespannt und danken Ihnen für das Gespräch! 

Rote Mauritius 1d Ball Cover aus dem Jahr 1847. Bild: Auktionshaus Gärtner

Verkehrsbericht für Ludwigsburg: Welche Straßen diese Woche gesperrt sind

Verkehrsbericht gültig ab Montag, 3. Oktober

Bärenwiese
Datum:                           Sperrzeiten:                     Parkfläche:
05.10.2022                       7 bis 24 Uhr                   Ost / Vollsperrung
7 bis 24 Uhr                   West / Teilsperrung

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Brahmsweg
Die Straße ist wegen Erneuerung der Wasser- und Gasleitungen vollständig für den Fahrverkehr gesperrt bis voraussichtlich Ende November.
 

Frankfurter Straße
Wegen Verlegung von Fernwärmeleitungen sind hier die Fahrspuren verengt und nur eingeschränkt befahrbar bis voraussichtlich Ende Oktober.

Friedrichstraße
Auf Höhe der Friedrichstraße 6 ist der Gehweg für den Fußgängerverkehr gesperrt sowie die Fahrspur teils gesperrt bis voraussichtlich Ende Februar 2023.

Hohenzollernstraße
Auf Höhe der Hohenzollernstraße 18 besteht bis Ende Dezember eine halbseitige Sperrung.

Münchinger Straße
Die Straße ist vollständig für den Fahrverkehr gesperrt wegen eines Feuerwehrfests vom 07.10. bis 10.10.2022.

Nussackerweg
Der Nussackerweg ist zwischen der Markgröninger Straße und der Teinacher Straße bis voraussichtlich Ende Oktober voll gesperrt.

Schillerstraße
Die Schillerstraße ist für den Fahrzeugverkehr in Richtung Westen befahrbar. Der Radverkehr bleibt in beide Richtungen aufrechterhalten. Der Fußgängerverkehr wird über den Gehweg auf der Südseite geführt. Diese Verkehrsregelung gilt für die Dauer der Bauarbeiten bis voraussichtlich Ende 2023.

Schillerplatz / Mathildenstraße / Solitudestraße
Hier besteht wegen Erneuerung der Gas-, Wasser- und Fernwärmeleitungen voraussichtlich bis Mitte Dezember eine Vollsperrung zwischen der Myliusstraße und der Solitudestraße. Die Einfahrt aus der Solitudestraße ist nur noch nach rechts in die Mathildenstraße möglich. Die Zufahrt zum Arsenalparkplatz ist ausgeschildert.  Der Fußgänger- und Radverkehr wird weitestgehend aufrechterhalten, hier kann es zu Erschwernissen kommen.

Schorndorfer Straße
Die Straße ist wegen Leitungsarbeiten halbseitig für den Fahrverkehr gesperrt voraussichtlich bis Mitte November.

Straßenäcker
Die Straße ist voraussichtlich bis Ende Oktober wegen Tiefbauarbeiten vollständig für den Fahrverkehr gesperrt. Eine Umleitung ist vor Ort ausgeschildert.

Stuttgarter Straße/Schlossstraße/Wilhelmstraße
Abdichtungserneuerung der Unterführung Sternkreuzung bis voraussichtlich Mitte Oktober. Einrichtung eines Kreisverkehrs auf der Sternkreuzung. Drei Fußgängerüberwege (Zebrastreifen) sind eingerichtet.

In der Wilhelmstraße, Stuttgarter Straße und Schorndorfer Straße ist lediglich eine Fahrspur je Richtung nutzbar.

Wilhelmstraße/Arsenalstraße/Arsenalplatz/Schillerplatz/Myliusstraße
Da am 09.10. das Kastanienbeutelfest stattfindet, wird es zu starken Verkehrseinschränkungen kommen.

Quelle: Stadt Ludwigsburg