Bereits 56 Bauarbeiter in 2022 gestorben

In diesem Jahr sind bis Ende August bereits 56 Bauarbeiter gestorben. Unfallursachen waren Abstürze aus großer Höhe sowie tödliche Verletzungen durch herabfallende Teile. Dies geht aus den aktuellen Zahlen der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft (BG Bau) hervor, über die die Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Dienstagausgaben) berichten.

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„Die Situation auf den Baustellen in puncto Sicherheit und Gesundheit ist alarmierend“, kritisiert Carsten Burckhardt, Mitglied im Bundesvorstand der Industrie Gewerkschaft Bau (IG Bau). „Rein statistisch ist bis August alle vier Tage ein Bauarbeiter ums Leben gekommen.“ Zudem wurden in den ersten acht Monaten bereits 65.701 Arbeitsunfälle gemeldet.

Im vergangenen Jahr starben insgesamt 85 Bauarbeiter während der Arbeit auf dem Bau, bis August waren es 60 Tote. Dabei ist der Gewerkschafter überzeugt, dass die Dunkelziffer der Bauunfälle wahrscheinlich noch deutlich höher ausfällt. „Sie dürfte zweieinhalb bis drei Mal so hoch sein. Denn viele – gerade kleinere Unfälle – werden erst gar nicht gemeldet.“ Die Hauptursachen für die vielen Unfälle sieht die Gewerkschaft in dem mangelnden Arbeitsschutz bei zugleich hohem Kosten- und Zeitdruck. „Der Arbeitsdruck auf dem Bau hat enorm zugenommen. Es wird zu viel Arbeit auf zu wenige Schultern verteilt“, kritisiert Burckhardt. Es sei fatal, wenn Bauunternehmen immer mehr Aufträge annehmen würden, aber nicht genug Fachkräfte hätten, um diese zu erledigen. Die meisten Unfälle passierten in kleineren Betrieben.

Der IG-Bau-Vorstand fordert vor allem mehr Kontrollen von Baustellen durch die Behörden. Der Kontrolldruck müsse vor allem für Betriebe verstärkt werden, die es mit der Arbeitssicherheit nicht wirklich ernst nähmen. „Nur auf Eigenverantwortung zu setzen, ist zu wenig.“

Hier bestehe ein eklatantes Überwachungsdefizit. Burckhardt fordert die Bundesländer auf, die staatlichen Arbeitsschutzkontrollen schnell auszubauen. Bundesweit beschäftigen die rund 78.300 Baubetriebe etwa 645.390 gewerbliche Mitarbeiter, 170.520 Angestellte sowie rund 43.300 Auszubildende, berichtet die Sozialkasse der Bauwirtschaft (SOKA Bau) für das Jahr 2021.

red

Krankenhäuser in Deutschland am Rande der Insolvenz: Grünen-Politiker fordert Soforthilfe

Der Härtefallfonds wird nach Einschätzung der Grünen nicht ausreichen, um Krankenhäuser vor der Insolvenz zu retten. Die Lage der Kliniken sei jetzt schon dramatisch, sagte der Grünen-Politiker Armin Grau dem „Spiegel“. Grau ist in seiner Bundestagsfraktion für Krankenhäuser zuständig.

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Die Krankenhäuser brauchten kurzfristig mehr Geld, sagte Grau. Die von der Ampelkoalition geplante Krankenhausreform, zu der Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) im Sommer einen Gesetzentwurf vorlegen will, werde für viele zu spät wirksam. „Wenn wir die Kliniken retten wollen, brauchen wir mehr als eine Reform, die erst in ein paar Jahren wirken wird“, sagte Grau.

Er befürchtet, dass viele Häuser so lange nicht durchhalten werden. Auch Brandenburgs Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) hofft auf baldige Hilfen für insolvenzgefährdete Kliniken: „Viele Krankenhäuser stehen wirklich finanziell mit dem Rücken zur Wand, einige sind akut insolvenzgefährdet“, sagte sie dem „Spiegel“. Laut Deutscher Krankenhausgesellschaft haben 2022 rund 60 Prozent der deutschen Krankenhäuser rote Zahlen geschrieben.

In diesem Jahr, so die Befürchtung, könnten es noch mehr werden.

red