Berlin vor der Wahl: Linke knapp vor CDU – bisheriger Senat ohne Mehrheit

Gut eine Woche vor der Abgeordnetenhauswahl liegt die Linke im ZDF-Politbarometer mit 23 Prozent knapp vor der CDU. Der amtierende Senat aus CDU und SPD hätte keine Mehrheit. Zugleich sind 28 Prozent der Befragten noch unentschlossen.

Von der Redaktion (hlbdts) – 11:46 Uhr

ANZEIGE

Die Linke geht gut eine Woche vor der Berliner Abgeordnetenhauswahl mit einem knappen Vorsprung auf die CDU in die Schlussphase des Wahlkampfs. Nach dem aktuellen ZDF-Politbarometer käme sie bei einer Wahl am kommenden Sonntag auf 23 Prozent, die CDU auf 21 Prozent, die AfD auf 17 Prozent, die Grünen auf 16 Prozent, die SPD auf 10 Prozent und das BSW auf 3 Prozent.

Damit hätte der amtierende Senat aus CDU und SPD keine Mehrheit. Von den am ehesten realistischen Koalitionen hätte sowohl ein Senat aus Linken, Grünen und SPD eine Mehrheit als auch einer aus CDU, Grünen und SPD.

ANZEIGE

Diese Projektionswerte gäben lediglich das Stimmungsbild für die Parteien zum jetzigen Zeitpunkt wieder und stellten keine Prognose für den Wahlausgang dar, stellen die Demoskopen von der Forschungsgruppe Wahlen klar. Neben den zu berücksichtigenden statistischen Fehlerbereichen von Umfragen könne es bis zum Wahlsonntag durch unterschiedliche Mobilisierungserfolge der verschiedenen Parteien noch zu Veränderungen kommen. Aufgrund dieser Faktoren sei es auch keineswegs sicher, welche Partei am Schluss die Nase vorne haben werde. Zudem wüssten zurzeit 28 Prozent der Befragten noch nicht sicher, wen oder ob sie wählen wollen.

Bei der letzten Abgeordnetenhauswahl 2023 kam die CDU auf 28,2 Prozent, die SPD auf 18,4 Prozent, die Grünen auf 18,4 Prozent, die Linke auf 12,2 Prozent, die AfD auf 9,1 Prozent und die anderen Parteien zusammen auf 13,7 Prozent.

Die Spitzenkandidaten scheinen bei dieser Abstimmung für viele Wähler keine große Rolle zu spielen: Den Spitzenkandidaten der CDU, Stefan Evers, wünschen sich 25 Prozent, 9 Prozent präferieren Werner Graf (Grüne) und 23 Prozent sind für Elif Eralp von den Linken. 18 Prozent wollen keinen von den dreien und 25 Prozent kennen diese nicht genug, um ein Urteil abzugeben, bzw. sagen „weiß nicht“.

Ähnlich diffus sieht es bei der Frage nach einer präferierten Koalition für den Senat aus: Hier bekommt eine mögliche Regierung aus Linke, SPD und Grüne noch die meiste Zustimmung (37 Prozent), aber auch diese wird von 55 Prozent als eher schlecht bezeichnet (egal/weiß nicht: 8 Prozent). Ein Bündnis aus CDU, SPD und Grünen fänden 22 Prozent gut, 64 Prozent lehnten es ab (egal/weiß nicht: 14 Prozent).