Bundesaußenminister Wadephul: Regimewechsel im Iran „nicht realistisch“

Trotz der Eskalation im Nahen Osten erwartet die Bundesregierung keinen Machtwechsel in Teheran. Außenminister Johann Wadephul setzt stattdessen auf eine andere Zielsetzung der Angriffe.

Von Hendrik Paul – 00.49 Uhr 

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Berlin. Knapp drei Wochen nach Beginn der militärischen Eskalation zwischen Israel, den USA und dem Iran dämpft die Bundesregierung Erwartungen an einen politischen Umbruch in Teheran. Außenminister Johann Wadephul (CDU) hält einen Regimewechsel für „nicht realistisch“.

„Ich glaube nicht, dass das passiert“, sagte Wadephul am Dienstagabend auf der Konferenz „Europe 2026“. Grundlage seiner Einschätzung seien unter anderem Gespräche mit seinem US-Amtskollegen Marco Rubio. Demnach zielen die Angriffe vor allem darauf ab, die iranischen Atom- und Raketenprogramme zu zerstören und damit die Bedrohung für Israel zu reduzieren – nicht jedoch auf einen Machtwechsel.

Zugleich stellte Wadephul die grundsätzliche Wirksamkeit militärischer Mittel infrage: „Es wird im Iran keine militärische Lösung geben“, sagte der CDU-Politiker. Ein gezielt gesteuerter Umsturz sei aus seiner Sicht ohnehin kaum umsetzbar: „Und einen kontrollierten Regimewechsel hinzubekommen, ist aus meiner Sicht eine hypothetische Idee.“