Bundeszahnärztekammer widerspricht Merz: Keine Überlastung durch Geflüchtete bei Zahnarztterminen

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Berlin – Christoph Benz, Präsident der Bundeszahnärztekammer, hat Berichte des CDU-Parteivorsitzenden Friedrich Merz über angebliche Überlastung der Zahnarztpraxen durch Geflüchtete dementiert. Benz betonte gegenüber der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung” (Freitagsausgabe), dass die Zahnärzte nicht von einer außergewöhnlichen Belastung berichten. Er habe von keinen Kollegen gehört, dass viele Termine aufgrund der Behandlung von Geflüchteten blockiert seien. Bezüglich dringender Behandlungen gebe es keine Wartezeiten, weder für Deutsche noch für Geflüchtete.

Friedrich Merz hatte die Bundesregierung zuvor aufgefordert, Maßnahmen zur Begrenzung der irregulären Migration zu ergreifen. In einem Interview mit dem TV-Sender “Welt” äußerte Merz Bedenken darüber, dass abgelehnte Asylbewerber weiterhin volle Leistungen und medizinische Versorgung erhalten. Er bemerkte, dass Deutsche Schwierigkeiten hätten, Arzttermine zu bekommen, während abgelehnte Asylbewerber im selben Land zahnärztliche Behandlungen in Anspruch nähmen.

Christoph Benz äußerte die Hoffnung, dass Friedrich Merz seine Aussagen überdenken würde und erklärte, dass vor acht Jahren, als viele Geflüchtete nach Deutschland kamen, einige Fragen zur medizinischen Versorgung ungeklärt waren. Dies habe sich jedoch durch das Asylbewerberleistungsgesetz geändert.

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Benz wies darauf hin, dass es in der Regel keine Massenbehandlung von Zahnproblemen bei Geflüchteten in Deutschland gebe. Ausnahmen könnten auftreten, wenn ein Patient Zahnschmerzen habe. In solchen Fällen sei es gerechtfertigt, eine Behandlung anzubieten. Einschränkungen könnten bei Zahnarbeiten aus ästhetischen Gründen auftreten. Das Gesetz sieht vor, dass Anspruch auf Zahnersatz besteht, wenn dies “im Einzelfall aus medizinischen Gründen unaufschiebbar ist”, erklärte Benz. Als Beispiel nannte er den Ersatz von herausnehmbaren Prothesen, die bei Flüchtlingen verloren gehen könnten und für eine ordnungsgemäße Ernährung ersetzt werden müssten.

red