Bußgeld-Novelle im Überblick

Autofahren wird immer teurer. Und Verkehrssünder zahlen doppelt. Jetzt ist der neue Bußgeldkatalog fertig – mit kräftigen Aufschlägen. Rechtsexperten geben einen kleinen Überblick:

Ähnlich wie das unberechtigte Parken auf einem Schwerbehinderten-Parkplatz, das nun 55 statt 35 Euro kosten wird, müssen Autofahrer, die unberechtigt auf einem Parkplatz für elektrisch betriebene Fahrzeuge und Carsharing-Fahrzeuge parken, ebenfalls ein Verwarnungsgeld von 55 Euro zahlen.

Raser zahlen doppelt so viel: Wer zu schnell fährt, muss nach Auskunft der Experten bald sehr viel tiefer in die Tasche greifen. So kostet es ab November beispielsweise 70 statt 35 Euro, wenn man innerorts 16 bis 20 km/h zu schnell fährt; außerorts verdoppelt sich das Bußgeld bei Geschwindigkeitsverstößen auf 60 Euro. Wer sogar mit bis zu 30 Kilometer pro Stunde schneller fährt, als erlaubt ist, zahlt in Ortschaften künftig 180 statt 100 Euro und außerorts 150 statt 80 Euro.

Falschparken – kein Kavaliersdelikt: Auch ignorante Falschparker müssen künftig mit deutlich höheren Bußgeldern rechnen: Laut der Experten werden beispielsweise für das Zuparken von Geh- und Radwegen bis zu 80 Euro und von amtlich gekennzeichneten Feuerwehrzufahrten 100 statt 25 Euro fällig. Auch für das Parken in zweiter Reihe, um mal eben etwas zu erledigen, können bis zu 110 Euro und ein Punkt in Flensburg fällig werden. Allgemeine Halt- und Parkverstöße schlagen bald mit 25 statt 15 Euro zu Buche.

Sonstige Vergehen: Unnötiger Lärm oder vermeidbare Abgasbelästigung sind tabu: Wer denkt, „es muss kesseln“, um es mit Werners Worten auszudrücken, darf künftig 100 statt 20 Euro für übertriebenes Sound-Tuning am Auspuff hinblättern. Autofahrer, die auf der Autobahn keine Rettungsgasse bilden oder sie gar selbst nutzen, müssen künftig mit bis zu 320 Euro Bußgeld und einem Monat Fahrverbot rechnen. Bislang gab es nach Auskunft der Experten dafür „nur“ zwei Punkte in Flensburg. Um Radfahrer und Fußgänger nicht zu gefährden, dürfen Lkw beim Rechtsabbiegen grundsätzlich nur noch Schrittgeschwindigkeit fahren und zahlen bei Verstößen 70 Euro.

Lars Wallerang / glp

Versicherungswechsel: Sparen bei der Kasko

Am 30.November ist Kündigungsstichtag für viele Versicherungspolicen. Pfennigfuchser sollten jetzt genau prüfen, mit welchen Tarifen sie günstig fahren. So kann man bei einer Kfz-Versicherung mit Werkstattbindung bis zu 20 Prozent der Prämie sparen, bei einem (Telematik)-Tarif, der umsichtige Fahrweise belohnt, sind es sogar bis zu 30 Prozent. Worauf Autofahrer bei diesen Angeboten achten sollten, verrät die ADAC-Autoversicherung.

Bei einem Tarif mit Werkstattbindung muss man sich bereit erklären, Kaskoschäden in einer Partnerwerkstatt des Versicherers reparieren zu lassen. Dort profitiert man von der regelmäßigen Zusammenarbeit und kann Reparaturen günstiger anbieten. Dadurch sinkt die Prämie der Versicherungskunden. Nicht geeignet sind solche Tarife allerdings für Leasingfahrzeuge oder wenn das Fahrzeug über einen Kredit finanziert wurde, weil dort anderweitige Festlegungen der Werkstatt getroffen werden.

Die Werkstätten sind in der Regel vom TÜV oder der Dekra geprüft und gewähren auf die durchgeführten Arbeiten eine Garantie. Wer sich für einen Vertrag mit Werkstattbindung entscheidet, sollte auf den Service achten. Der Versicherer sollte im Schadenfall einen Hol- und Bringservice für das Auto anbieten und für die Zeit der Reparatur ein kostenloses Ersatzfahrzeug stellen.

Bei Tarifen mit Telematik-Bausteinen wird das Fahrverhalten mit der kostenlosen Fahr- und Spaß-App der ADAC-Autoversicherung auf dem Smartphone – je nach Anbieter kombiniert mit einem Stecker oder Sensor – gemessen. Sicheres Fahren wird beispielsweise durch das Beschleunigungs- und Bremsverhalten, das Fahrverhalten in Kurven und die Einhaltung von Geschwindigkeitsbegrenzungen erkannt. Ermittelt werden so ein Punktestand und eine Ersparnis bei der Versicherungsprämie.

Solveig Grewe / glp