So kommen Sie stressfrei durch den Stau

Es dürfte an diesem Wochenende voll werden auf den deutschen Autobahnen. Denn für zwei Tage befinden sich alle Bundesländer in den Ferien. Das Stauniveau der Sommerreisezeit vor der Pandemie dürfte wohl nicht erreicht werden. Der ADAC gibt Tipps, wie man stressfrei durch den Stau und ans Reiseziel kommt.

Wichtig gerade für Familien mit Kindern ist eine gute Reiseplanung. Mit ausreichend Pausen kann Stress durch Behinderungen und Staus vermieden werden. Auf einer längeren Urlaubsfahrt sollten vor allem ausreichend Getränke und kleine Snacks im Auto sein, aber auch Beschäftigung für die mitreisenden Kinder. Wer kann, sollte die staureichen Wochenenden meiden und lieber an einem Dienstag oder Mittwoch in den Urlaub starten oder zurückfahren.

Steht man tatsächlich im Stau, heißt es Ruhe bewahren. Aussteigen ist zwar auf der Autobahn verboten, aber bei längeren Störungen reagiert die Polizei mit Nachsicht, wenn es im Fahrzeug zum Beispiel zu heiß wird.

Rechts überholen ist im Stau nur dann erlaubt, wenn der Verkehr auf dem linken Fahrstreifen steht oder mit maximal 60 km/h fährt. An stehendem Verkehr darf man rechts mit maximal 20 km/h vorbeifahren. Auf der Autobahn rückwärts zu fahren oder zu wenden ist hingegen immer verboten – außer die Polizei fordert die Autofahrer, zum Beispiel bei einer Vollsperrung, dazu auf.

Der Standstreifen darf auch im Stau nicht befahren werden, er ist für Pannenfahrzeuge reserviert. Wer sich nicht daran hält und etwa zur nächsten Ausfahrt oder dem nächstgelegenen Rastplatz über den Pannenstreifen fährt, riskiert 75 Euro Bußgeld und einen Punkt.

Telefonieren im Auto ohne Freisprechanlage ist auch im Stau verboten. Nur wenn der Motor abgeschaltet ist, darf der Fahrer das Gerät in die Hand nehmen. Ein Verstoß kostet zwischen 100 bis 200 Euro, bringt zwei Punkte in Flensburg und einen Monat Fahrverbot.

Ganz wichtig: Bereits bevor ein Stau entsteht, also bei stockendem Verkehr, müssen Autofahrer eine Rettungsgasse bilden – immer zwischen dem äußersten linken und den übrigen Fahrstreifen. Die Bußgelder für Autofahrer, die sich hier nicht an die Regeln halten, wurden drastisch erhöht: auf 200 bis 320 Euro.

Andreas Reiners / glp

Sicher mit dem Auto in den Urlaub

Eine repräsentative Umfrage zeigt: Die große Mehrheit der Urlauber macht vor Reiseantritt einen Fahrzeug-Check. Leider ist dieser oft unzureichend. Bedingt durch die Corona-Pandemie werden in diesem Sommer viele Deutsche mit dem Auto in den Urlaub fahren. Doch vor langen Reisen sollten dabei nicht nur Fahrer und Fahrerin fit sein – auch das Fahrzeug sollte sich in einem Top-Zustand befinden.

Anhand einer repräsentativen Umfrage unter rund 1.000 Autohaltern hat der Online-Automarkt AutoScout24 ermittelt, was die Deutschen tatsächlich überprüfen, bevor sie mit ihrem Auto in Urlaub fahren. Es zeigt sich dabei: Zwar machen 92 Prozent einen Fahrzeugcheck, aber viele vernachlässigen hierbei wichtige Aspekte. 8 Prozent kontrollieren gar nichts und sagen: „Ach, wird schon gutgehen!“

Reifendruck: Den Reifendruck sollte man vor einer längeren Reise unbedingt checken – und zwar nachdem man die Gepäckstücke in den Kofferraum geladen hat. Allgemein ist ein Druck von 2,5 bar ein guter Richtwert, allerdings variiert der optimale Druck von Modell zu Modell. Wenn man den Reifendruck kontrolliert, empfiehlt es sich, auch einen Blick auf den Zustand und das Profil der Pneus zu werfen.

Check: 81 Prozent der Fahrenden kontrollieren laut AutoScout24-Umfrage den Reifendruck vor ihrer Urlaubsreise.

Motoröl: Ein Check des Motoröls ist vor längeren Fahrten unbedingt nötig, da bei einem falschen Ölstand ein Motorschaden droht – nichts, was man gerade im Urlaub braucht. Übrigens sollte der letzte Ölwechsel nicht länger als etwa zwei Jahre zurückliegen.

Check: 70 Prozent kontrollieren den Stand des Motoröls, bevor sie losfahren. Männer tun dies mit 73 Prozent etwas häufiger als Frauen (68 Prozent).

Kühlwasser: Für den Motor wird es nicht erst heiß, wenn der Brenner hinter einem liegt und die Kinder quengeln, weil die italienische Sonne durch die Scheiben platzt. Sobald der Diesel oder Benziner blubbert, muss er entsprechend gekühlt werden. Das Gute: Flüssigkeiten dazu finden sich an jeder Tankstelle.

Check: 60 Prozent kontrollieren das Kühlwasser vor der Abreise. Bei den Fahrenden unter 40 Jahren checkt allerdings nur rund jeder Zweite.

Licht: Der Karawankentunnel kann ganz schön düster sein, wenn einen das Abblendlicht plötzlich im Stich lässt. Entsprechend sollten die Scheinwerfer vor längeren Fahrten immer überprüft werden, auch Blinker und Bremslichter sollten einwandfrei funktionieren. Putzen der Scheinwerfer ist gegebenenfalls eine lohnende Idee.

Check: 58 Prozent überprüfen die Beleuchtung ihres Fahrzeugs vor Urlaubsreisen. Frauen (58 Prozent) sind hier etwas gewissenhafter als Männer (57 Prozent).

Batterie: Eine Autobatterie ist zwar kälteanfällig, aber auch die Wärme der Extremadura kann ihr ordentlich zusetzen. Also sollte sie vor längeren Touren kontrolliert werden. Vor allem, wenn der Motor beim Start nicht so schnell anspringt wie sonst, ist dies oft ein Hinweis darauf, dass der Batterie die Puste ausgeht. Wer einen Multimeter besitzt, kann die Spannung der Batterie selbst testen. Sie sollte nicht weniger als 12 Volt betragen, optimal sind 12,4 bis 12,7 Volt.

Check: Nur 30 Prozent testen die Leistung der Batterie vor der Abreise.

Bremsen/Bremsflüssigkeit: Man macht keine bella figura, wenn man ungebremst in den Trevi-Brunnen rauscht. Deshalb kann ein Check der Bremsflüssigkeit und der Bremsen nicht schaden, bevor die dolce vita beginnt. Die Bremsflüssigkeit findet sich im Motorraum im Vorratsbehälter, der mit sichtbaren Minimum- und Maximum-Markierungen ausgestattet sein sollte. Bei den Bremsscheiben sollte auf sichtbare Riefen geachtet werden, die da nicht hingehören. Bremsscheiben können gegebenenfalls vor dem Trip ausgetauscht werden.

Check: Weniger als jeder Zweite (45 Prozent) kontrolliert die Bremsen vor Urlaubsreisen. Bei der Bremsflüssigkeit sieht es noch finsterer aus: Nur 37 Prozent werfen einen Blick darauf.

Erste-Hilfe-Ausrüstung: Auch wenn man sich in der schönsten Zeit des Jahres damit am wenigsten auseinandersetzen möchte: Zum Urlaubs-Check des eigenen Fahrzeugs gehört eine Überprüfung der Erste-Hilfe-Ausrüstung. Auch das Warndreieck sollte einsatzfähig und am Platz sein. Und das nicht nur, weil empfindliche Bußgelder drohen, wenn man das entsprechende Equipment nicht mit sich führt.

Check: Immerhin jeder Zweite schaut laut AutoScout24-Umfrage, ob all das am Platz ist, was man im Fall des hoffentlich nicht eintretenden Falles benötigt. Vor allem Frauen achten auf diesen Aspekt: 59 Prozent checken die Ausrüstung für den Notfall, aber nur 49 Prozent der Männer.

Jutta Reinhard / glp

So teuer und gefährlich ist „Littering“

Das achtlose Wegwerfen von sogenanntem Klein- und Kleinstmüll ist leider weit verbreitet, auch unter Autopassagieren. Seien es Zigarettenkippen, Kaffeebecher oder Snackverpackungen – Deutschlands Straßen werden von vielen Autoinsassen zunehmend und immer rücksichtsloser als Müllkippe missbraucht. Das kostet und ist gefährlich.

Die Verursacher reden den Müll gerne mal klein: „Was macht das schon aus?“ Doch die Menge ist ausschlaggebend: Das widerrechtliche Abfall-Wegwerfen, auch „Littering“ genannt, verursacht inzwischen Kosten in zigfacher Millionenhöhe. Ganz abgesehen von der Belastung für Umwelt und Natur.

Und die währt meist erheblich länger, als viele Umweltsünder möglicherweise annehmen. So finden etwa eine Bananenschale, die aus dem Auto geworfen wird, nicht „zurück zur Natur“, wo sie dann „biologisch abgebaut“ wird. Vielmehr benötigt sie volle drei Jahre, bis sie zerfallen ist. Der Zerfallsprozess bei einem Kaugummi dauert fünf Jahre, bei einer Zigarettenkippe sieben Jahre, bei Plastikflaschen bis zu 1.000 und bei Glas bis zu 4.000 Jahre, wie Experten warnen.

Nach Berichten der Polizei werden zudem auch größere Abfallmengen auf Straßen oder an Straßenrändern illegal entsorgt. So finden die Beamten nicht selten ganze Mülleimer oder Müllsäcke, die aus fahrenden Autos geworfen wurden. Solche „wilden“ Abfälle können schnell zu einem erheblichen Risiko für die Verkehrssicherheit werden.

Das hat inzwischen den Gesetzgeber auf den Plan gerufen, der die Strafen für das Wegwerfen von Müll aus dem Auto spürbar erhöhte. Wobei die Bußgelder unterschiedlich hoch ausfallen, weil Umwelt- und Naturschutzrecht Ländersache sind. So kann, wer Müll aus dem Autofenster wirft, in Deutschland je nach Bundesland verschieden streng bestraft werden.

Da reicht die Skala von fünf bis zehn Euro in Mecklenburg-Vorpommern für das Wegwerfen einer Zigarettenschachtel oder des Aschenbecherinhalts bis zum Wegwerfen von Scherben in Hamburg für bis zu 1.000 Euro. In der Regel sehen die jeweiligen Verbotstatbestände einen Bußgeldrahmen und keinen exakten Satz vor. Wer in Baden-Württemberg Zigarettenschachteln und -kippen, Kaugummi oder Verpackungsmaterial unterwegs aus dem Auto wegwirft, kann mit Strafen zwischen 50 und 250 Euro belangt werden. In Bayern kostet eine weggeworfene Zigarettenschachtel 20 Euro, in Nordrhein-Westfalen 10 bis 25 Euro und im Saarland 10 bis 100 Euro.

Wem diese Bußgelder möglicherweise zu hoch erscheinen, der sollte sich vergegenwärtigen, dass nach Berechnungen der TU Darmstadt die Kosten für die Beseitigung von illegal weggeworfenem Abfall hierzulande pro Kilometer Land- und Bundesstraße bei rund 9.000 Euro liegen sollen. Bei 12.800 Autobahnkilometern in Deutschland bedeute dies rund 115 Millionen Euro extra, verdeutlicht die Hochschule.

Als Hauptverursacher dieses Müllproblems haben Forscher der Berliner Humboldt-Universität übrigens junge Erwachsene zwischen 21 und 30 Jahren ausgemacht – gefolgt von Jugendlichen im Alter von 14 bis 20 Jahren sowie älteren Erwachsenen über 50 Jahren.

Andreas Reiners / glp

Autobahn-Tipp: Antizyklisch reisen

Die Sommerferien in Deutschland sind in vollem Gange, inzwischen sind bereits mehr als zwei Drittel der Schulen geschlossen. Heißt: Es bleibt voll auf den Autobahnen. Der Auto Club Europa (ACE) empfiehlt, momentan antizyklisch zu reisen. Das heißt unter der Woche oder zumindest den Reiseantritt auf die frühen Morgen- oder späteren Nachmittagsstunden zu legen. Auch kann ein Start am Sonntag von Vorteil sein.

Die vielen Staus der vergangenen Wochenenden haben bereits bestätigt, dass die meisten Urlauber innerhalb Deutschlands und mit dem eigenen Fahrzeug unterwegs waren und sein werden. Als Hauptreiseziele werden dabei die deutschen Küsten an Nord- und Ostsee sowie die bekannten Urlaubsgebiete in Süddeutschland angesteuert. Im benachbarten Ausland fahren die Urlaubswilligen vor allem in die Alpen, auch Italien und Kroatien stehen hoch im Kurs. Aufgrund der immer noch unsicheren Lage und sich schnell ändernder Vorzeichen verzichten jedoch auch viele ganz auf längere Urlaubsreisen. Sie machen vermehrt Tagesausflüge in nahe gelegene Naherholungsgebiete. Nebenstraßen können daher ebenfalls recht voll sein.

Da auch im benachbarten Ausland überall die Ferien in vollem Gang sind, kommt es dort ebenfalls zu Staus und Wartezeiten. Alles in allem also viel Verkehr auf den Straßen, landauf, landab sind Urlaubende unterwegs. Bereits ab Freitagnachmittag sind demnach am kommenden Wochenende die Fernstraßen voll, am Samstag ganztags und am Sonntag ebenfalls. Auf den Strecken Richtung Süden sowie an die deutschen Küsten besteht freitags ab 13 Uhr erhebliche Staugefahr. Auch längere, zeitintensive Verzögerungen sind möglich. Erst gegen 19 Uhr entspannt sich die Lage auf den Autobahnen und Schnellstraßen wieder.

Sehr nützlich für die eigene Reiseplanung sind Mobilitäts-Apps, die ein frühzeitiges Ausweichen bei langen Staus ermöglichen. Auch sieht man auf einen Blick, ab wann sich bei Störungen eine Ausweichstrecke überhaupt lohnt.

Für Fahrten innerhalb Deutschlands empfiehlt der ACE, sich über die unterschiedlichen Bestimmungen der jeweiligen Bundesländer vor der Abfahrt zu informieren. Der ACE fasst Reisewarnungen und häufig gestellte Fragen rund um die Corona-Pandemie auf seiner Webseite zusammen. Ein Ratschlag: „Bitte achten Sie bei Auslandsfahrten unbedingt auf die bestehenden Reisebeschränkungen und Quarantäneregeln.“

Andreas Reiners / glß

Deutsche sprechen sich für Radfahrer-Helmpflicht aus

 Eine Helmpflicht für Radfahrer? Die Deutschen sprechen sich genau dafür aus. Wie eine repräsentative Forsa-Umfrage unter 1.004 Personen ab 16 Jahren ergeben hat, sind 71 Prozent der Bundesbürger für eine Helmpflicht, während nur 28 Prozent dagegen sind. „Fahrradhelme schützen bei einem Sturz zuverlässig vor schweren Kopfverletzungen“, sagt Richard Goebelt, Bereichsleiter Fahrzeug und Mobilität beim TÜV-Verband. „Daher empfehlen wir allen Fahrradfahrern, immer einen Helm zu tragen.“

Laut Umfrage ist die Zustimmung unter den Jüngeren etwas niedriger. In der Altersgruppe der 16- bis 29-Jährigen sprechen sich 57 Prozent der Befragten für eine Helmpflicht aus. In der Generation 60 Plus befürworten 80 Prozent eine Helmpflicht. Selbst unter Radfahrern findet die Helmpflicht breite Zustimmung: Fast zwei von drei Fahrradfahrern (65 Prozent) sprechen sich für eine Helmpflicht aus.

Und die Zahlen sind weiterhin alarmierend. Im Corona-Jahr 2020 sind nach Angaben des Statistischen Bundesamtes in Deutschland 426 Fahrradfahrer ums Leben gekommen, 19 weniger als im Jahr zuvor. Im Straßenverkehr sind im Vorjahr insgesamt 91.826 Radler verunglückt (plus 4.924). Legt man den Anteil der Schwerverletzten aus dem Jahr 2019 zugrunde, für das detaillierte Zahlen vorliegen, haben sich 2020 nach Berechnungen des TÜV-Verbands rund 16.000 Personen bei einem Fahrradunfall so schwer verletzt, dass sie im Krankenhaus stationär behandelt werden mussten.

„Eine Helmpflicht für Radfahrer sollte bei den hohen Zustimmungswerten in der Bevölkerung stärker diskutiert werden“, sagt Goebelt. Gegner einer Helmpflicht befürchten, dass viele Menschen auf das umwelt- und klimafreundliche Radfahren verzichten und stattdessen andere Verkehrsmittel nutzen. Allerdings reicht der Selbstschutz aus Sicht des TÜV-Verbands bei weitem nicht aus, um das Fahrradfahren generell sicherer zu machen. Goebelt: „Die Verkehrsinfrastruktur für das Fahrrad muss mit breiteren und baulich getrennten Radwegen, Radschnellwegen und fahrradfreundlichen Kreuzungen konsequent ausgebaut werden.“

Andreas Reiners / glp

Nachholbedarf beim Datenschutz im Auto

Daten sind ein riesiges Geschäft – und eine Gefahr. Und moderne Fahrzeuge speichern heutzutage jede Menge davon auf ihren Bordcomputern, in den Entertainment- und Navigationssystemen – auch allerhand sensible. Wer seinen Gebrauchten verkauft, sollte sie löschen oder sich zumindest bewusst darüber sein, dass der neue Halter in Zukunft bestens darüber Bescheid weiß, wo man wann war, welche Medien man abgerufen und vielleicht sogar, mit wem man telefoniert hat.

Doch dieses Bewusstsein ist nicht besonders stark ausgeprägt. Laut einer aktuellen Umfrage von AutoScout24 und Innofact unter 1.013 Autohaltern ist nämlich rund jedem Vierten (26 Prozent) noch nicht einmal bewusst, dass im Bordcomputer persönliche Daten abgelegt sind. Vor allem jüngere Fahrende zucken oft nur die Schultern und sehen kein Problem darin, ihr Fahrzeug mitsamt ihrer persönlichen Daten zu verkaufen.

Zahlreiche Daten werden oft ohne das explizite Wissen der Autohalter direkt an die Hersteller geschickt, andere werden auf dem Bordcomputer gespeichert. Wird ein Fahrzeug verkauft, gelangen die Informationen somit möglicherweise in falsche Hände. Immerhin 39 Prozent der repräsentativ Befragten sehen die Brisanz und würden die persönlichen Informationen vor einem etwaigen Autoverkauf löschen oder sehen zumindest den Händler in der Pflicht zu mehr Datenschutz. Im Einzelnen sagen 24 Prozent, dass sie die Daten eigenhändig löschen – auch, wenn das kompliziert erscheinen mag. Weitere 15 Prozent würden ihr Fahrzeug über ein Autohaus veräußern und erwarten, dass dieses sich um das Bereinigen des Bordcomputers von sensiblen Informationen kümmert, bevor das Fahrzeug weiterverkauft wird.

Es gibt aber auch einen großen Anteil, der mit Blick auf die Weitergabe von Autodaten vollkommen unbekümmert ist. So sagen laut AutoScout24-Studie 16 Prozent der Befragten, dass sie keine Lust haben, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Sollten sie ihr Fahrzeug einmal verkaufen, dann inklusive ihrer persönlichen Daten. Weitere 19 Prozent sehen kein Datenschutzproblem, weil sie sicher sind, dass ihr Auto keine Daten sammelt.

Rudolf Huber / glp

Premium-Autos am besten vernetzt

Fahrzeuge von Premium-Marken sind hinsichtlich Konnektivität am besten ausgestattet. Der ADAC hat einen Vergleich mit sieben Plug-in-Hybriden der Mittelklasse angestellt. Der Autoclub warnt aber auch vor dem Ablenkungspotenzial der Vernetzung.

Im Fokus liegen die Bereiche Infotainment, Navigation, Konnektivität und Bedienkomfort. Hierbei landet der Mercedes-Benz CLA 250e Shooting Brake auf dem Siegertreppchen. Als bestes Importauto sticht der Kia Sorento auf dem vierten Platz hervor.

Knapp dahinter folgen der Jaguar E-Pace auf Rang fünf sowie der Skoda Octavia auf Platz sechs. Der Peugeot 508 bildet das Schlusslicht im Vergleichstest. Er fährt gerade noch das Urteil „befriedigend“ ein und bietet lediglich eine Grund-Konnektivität. „Im Vergleich zu den Konkurrenten fehlen zu viele Funktionen und auch ein Head-up-Display ist für den Franzosen nicht erhältlich“, urteilt der ADAC.

Besonders bedauerlich sieht wertet der Autoclub, dass bei allen Testkandidaten nicht mal gegen Aufpreis ein CD-Laufwerk angeboten werde. Und dies, obwohl in Deutschland im Jahr 2020 immerhin noch 32 Millionen CD-Alben (gemäß Bundesverband Musikindustrie) verkauft wurden.

Bei den vielen Möglichkeiten der getesteten Funktionen und Dienste im Fahrzeug muss laut des Autoclubs das damit verbundene Ablenkungspotenzial beachtet werden. Einstellungen sollten nur vorgenommen werden, wenn das Auto steht. Zudem halten es die Experten für besonders wichtig, dass Anzeige- und Bedienmöglichkeiten bei einer Probefahrt ausgiebig getestet werden.

Lars Wallerang / glp

Sprit ist 23 Prozent teurer als vor einem Jahr

Autofahrer müssen im Sommer 2021 deutlich mehr für die Fahrt in den Urlaub ausgeben. Laut einer Marktanalyse des Portals Mehr-Tanken der Marke auto motor und sport lag der Preis für Superkraftstoff (E5) im Juni im Bundesdurchschnitt 23 Prozent über dem des Vorjahres. Binnen Jahresfrist stieg der Literpreis für Super um 29 Cent von 1,27 Euro auf jetzt 1,56 Euro.

Das bedeutet: Ein Urlauber, der von Hamburg an den Bodensee mit dem Auto fährt (820 Kilometer, neun Liter pro 100 Kilometer), zahlt 230 Euro allein für den Kraftstoff auf Hin- und Rückfahrt. Im Juni 2020 waren es nur 188 Euro, also 42 Euro weniger.

Noch tiefer in die Tasche greifen müssen diejenigen, die entlang der Autobahnen tanken, um Zeit zu sparen. An den 350 Autobahnraststätten und Autohöfen, deren Preise Mehr-Tanken auswertet, lag der Preis für E5 im Juni bei 1,69 Euro – die Urlaubsfahrt kostet dann sogar 249 Euro. Der starke Anstieg der Preise auch für E10 und Diesel geht im Wesentlichen auf die neue CO2-Steuer und gestiegene Preise an den Rohölmärkten zurück.

Die Experten rechnen damit, dass die Preise im Juli noch einmal deutlich steigen. Allerdings sind die regionalen Unterschiede weiterhin enorm, besonders an den Autobahnraststätten und Autohöfen. So verlangten die Autobahntankstellen in Hamburg im Schnitt 1,82 Euro für den Liter Super E5, gefolgt von den Durchreiseländern NRW (1,78 Euro), Rheinland-Pfalz (1,77 Euro) und Baden-Württemberg (1,75 Euro). In Sachsen verlangen die Autobahntankstellen 1,73 Euro, in Bayern 1,71 Euro. Am günstigsten tankten Reisende im Juni entlang der Autobahnen in Berlin und im Saarland (1,60 Euro) sowie in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg (1,63 Euro). Zwischen dem teuersten Bundesland Hamburg und den günstigen Ländern Berlin und Saarland beträgt der Unterschied also 22 Cent.

Deshalb rät Mehr-Tanken den Reisenden, besonders in den stark vom Reiseverkehr betroffenen Ländern Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg, also der Reiseroute Richtung Schweiz, Frankreich und Italien, auch mal von der Autobahn abzufahren, um beim Tanken kräftig zu sparen.

Rudolf Huber / glp

Menschen genau so viel unterwegs wie vor Corona-Krise

Die Mobilität in Deutschland lag im Juni 2021 tagsüber im Bundesschnitt auf gleichem Niveau wie im Referenzmonat des Jahres 2019. Im Mai 2021 hatte die Mobilität tagsüber von 6 bis 22 Uhr noch 4 % unter dem Wert von Mai 2019 gelegen, im April 2021 waren es 7 % weniger als im April 2019. Dies geht aus einer Sonderauswertung experimenteller Daten hervor, mit denen das Statistische Bundesamt (Destatis) aktuelle Mobilitätsveränderungen in der Corona-Pandemie abbildet.

In den Nachtstunden von 22 bis 6 Uhr lag die Mobilität im Juni 2021 weiterhin deutlich unter dem Niveau von 2019. Es wurden 17 % weniger Bewegungen gemessen als im Referenzzeitraum. Dennoch bedeutet dies gegenüber den Vormonaten eine Annäherung der nächtlichen Mobilität an die Referenzwerte aus 2019: Im April und Mai hatte diese noch etwa 30 % darunter gelegen.

Mobilität im Juni 2021 tagsüber höher als im Juni 2020, in der Nacht auf ähnlichem Niveau

Im Vergleich mit den Mobilitätsveränderungen, die im Jahr 2020 zu Beginn des Sommers zu beobachten waren, fiel die Mobilität tagsüber im Juni 2021 leicht höher aus: Im Juni 2020 hatte die durchschnittliche Mobilität in den Tagstunden noch 5 % unter dem Vorkrisenwert aus 2019 gelegen. Die nächtliche Mobilitätsveränderung im Juni 2021 war mit -17 % hingegen vergleichbar mit Juni 2020, als der Rückgang bei -16 % gegenüber 2019 gelegen hatte.

Mobilität am Tag im Juni nur noch in Großstädten unter dem Vorkrisenniveau

In Großstädten lag die Mobilität tagsüber im Juni 2021 noch deutlich unter dem Vorkrisenniveau, während sie in den weniger verstädterten Kreisen sogar höher war als vor der Pandemie. Dies wird erkennbar, wenn man nach der Siedlungsstruktur der Kreise und kreisfreien Städte unterscheidet. In kreisfreien Großstädten mit mindestens 100 000 Einwohnerinnen und Einwohnern blieb die Mobilität im Juni 2021 tagsüber mit -10 % noch deutlich unter dem Mobilitätsniveau von Juni 2019 zurück, während die Mobilität in städtischen Kreisen (+2 %), ländlicheren Kreisen mit Verdichtungsansätzen (+ 4 %) und dünn besiedelten ländlichen Kreisen (+8 %) im Juni 2021 über dem Vorkrisenniveau von Juni 2019 lag.

Nächtlicher Mobilitätsrückgang in städtischen Kreisen im Juni 2021 deutlich geringer als im Mai 2021

Auch bei der nächtlichen Mobilität zwischen 22 und 6 Uhr zeigten sich in den letzten Monaten größere Mobilitätsrückgänge in stärker verstädterten Kreisen. Die Unterschiede zwischen ländlichen und städtischen Kreisen sind nun im Juni 2021 geringer geworden. Zwar war der Rückgang der nächtlichen Mobilität im Juni in Großstädten mit -20 % am stärksten, in den anderen Kreistypen lag die Mobilität jedoch auf ähnlichem Niveau (-16 % in städtischen Kreisen, -17 % in ländlichen Kreisen mit Verdichtungsansätzen und -15 % in ländlichen Kreisen).

Im Mai 2021 hatte der Mobilitätsrückgang in Großstädten noch -36 %, in städtischen Kreisen -29 %, in ländlichen Kreisen mit Verdichtungsansätzen -25 % und in ländlichen Kreisen -20 % unter dem Vorkrisenwert von Mai 2019 gelegen.

red

Quelle: Statistisches Bundesamt

Im Schilderwald der Kfz-Kennzeichen

Wer mit einem Fahrzeug öffentliche Straßen benutzt, braucht ein Kfz-Kennzeichen. Die meisten Schilder gelten für lange Zeit, doch es gibt auch eine Reihe von Kennzeichen, die nur vorübergehend Gültigkeit besitzen. Experten des Goslar-Instituts führen durch den Schilderwald und erklären, welches Schild für welchen Zweck bestimmt ist.

Am Nummernschild ist die Straßenzulassung ersichtlich. In der Regel handelt es sich dabei um das sogenannte EU-Kennzeichen. Doch die Fahrzeug-Zulassungsverordnung (FZV) sieht auch noch eine Reihe anderer Kennzeichen vor: grüne und rote, solche für Elektro-Autos und Oldtimer sowie zeitlich befristete wie das sogenannte Saisonkennzeichen.

Die grünen Kennzeichen werden für steuerbefreite Kraftfahrzeuge ausgegeben, wie etwa land- und forstwirtschaftliche Fahrzeuge, Baustellenkräne oder sonstige Baumaschinen. Die roten Nummern wiederum sind ausschließlich gewerblichen Händlern vorbehalten.

Zu den Schildern, die eine zeitlich befristete Zulassung signalisieren, gehören auch die sogenannten Kurzzeitkennzeichen. Sie sind an einem gelben Block auf der rechten Seite zu erkennen, auf dem das Ablaufdatum des Kennzeichens ersichtlich ist. Danach dürfen solche Kennzeichen nicht mehr genutzt werden. Die Geltungsdauer eines Kurzzeitkennzeichens beträgt höchstens fünf Tage.

Im Gegensatz zu den roten Nummernschildern, die per Gesetz nur für „zuverlässige“ Händler, Hersteller und Kfz-Werkstätten vorgesehen sind, soll das Kurzzeitkennzeichen auch Privatpersonen ermöglichen, Prüfungs-, Probe- und Überführungsfahrten durchzuführen. Denn wer ein Fahrzeug von privat kaufen will, möchte bei der Besichtigung des in Frage kommenden Objektes damit in der Regel auch eine Probefahrt absolvieren. Ist das Fahrzeug jedoch abgemeldet, ergibt sich ein Problem. Für solche Fälle ist das Kurzzeitkennzeichen gedacht.

Grundsätzlich sind solche Kurzzeitkennzeichen nur zur Nutzung an einem Fahrzeug erlaubt. Es ist somit untersagt, sie wie ein rotes Nummernschild an verschiedenen Autos oder Motorrädern zu verwenden. Ferner sind die Kurzzeitkennzeichen lediglich für Probe- und Überführungsfahrten gestattet. Alle anderen Fahrten sind nicht zulässig.

Die Nummernschilder mit dem gelben Ablaufdatum sind zwar ortsungebunden, d. h. sie können an einem Ort beantragt und an einem anderen montiert werden. Jedoch werden sie nicht für Fahrzeuge zugeteilt, deren Standort sich im Ausland befindet. Eine Überführung nach Deutschland ist somit nicht machbar.

Lars Wallerang / glp

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