Zahl der Verkehrstoten auf niedrigstem Stand seit über 60 Jahren

Im Jahr 2021 sind in Deutschland 2.569 Menschen bei Unfällen im Straßenverkehr ums Leben gekommen – 150 weniger als im Vorjahr. Das teilte das Statistische Bundesamt mit. Das war ein Rückgang um 6 Prozent, gegenüber dem Vor-Corona-Jahr 2019 betrug das Minus sogar 16 Prozent.

Damit erreichte die Zahl der Verkehrstoten den niedrigsten Stand seit Beginn der Statistik vor mehr als 60 Jahren. Auch die Zahl der Verletzten ging 2021 gegenüber 2020 zurück, und zwar um 2 Prozent auf rund 321.000 Personen. Insgesamt hat die Polizei im Jahr 2021 rund 2,3 Millionen Unfälle aufgenommen, 3 Prozent mehr als 2020. Bei 2,1 Millionen Unfällen blieb es bei Sachschäden (+4 Prozent).

Die Zahl der Unfälle, bei denen Menschen verletzt oder getötet wurden, ging hingegen um 2 Prozent auf rund 258.000 Unfälle zurück. Das Unfallgeschehen 2021 war nach Angaben der Statistiker erneut durch die Corona-Pandemie geprägt. Nach ersten Schätzungen führten auch in diesem Jahr unter anderem die (Teil-)Lockdowns, Homeschooling und Homeoffice wie schon 2020 dazu, dass auf deutschen Straßen deutlich weniger Kilometer zurückgelegt wurden als vor der Pandemie.

Detaillierte Ergebnisse liegen für den Zeitraum Januar bis November 2021 vor: Die zeigen, dass es bei fast allen Verkehrsbeteiligungsarten weniger Getötete im Straßenverkehr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gab. Den stärksten prozentualen Rückgang in den ersten elf Monaten des Jahres 2021 gab es bei den getöteten Fahrradfahrern mit 18 Prozent (-50 Getötete). Den zweitstärksten Rückgang verzeichnete die Zahl der getöteten Fußgänger mit 14 Prozent (-45 Getötete).

Im Gegensatz zum letzten Jahr hat auch die Zahl der getöteten Pedelec-Fahrer abgenommen (-9 Prozent bzw. 12 Getötete weniger). Zudem starben 997 Menschen, die mit Personenkraftwagen unterwegs waren. Das waren 64 Getötete beziehungsweise 6 Prozent weniger als im selben Zeitraum 2020. Dagegen ist die Zahl der getöteten Insassen von Güterkraftfahrzeugen um 18 Prozent auf 134 gestiegen, so das Bundesamt.

red / dts

Täuschungsversuche bei der Fahrprüfung: Diese Strafen erwarten Betrüger

In den vergangenen Jahren ist es bei der theoretischen Fahrprüfung vermehrt zu Täuschungsversuchen gekommen, teils mit ausgeklügelten Methoden. Der TÜV Rheinland spricht von mehreren tausend Fällen bundesweit. Die geplante Änderung der Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV) sieht vor, dass Betrüger künftig bis zu neun Monate auf einen Zweitversuch warten müssen. Bislang waren es nur sechs Wochen.

Anlässlich der gesetzlichen Neuerung spricht Prof. Dr. Walter Eichendorf, Präsident des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR) von einem wichtigen Signal für die Verkehrssicherheit: „Es ist unerlässlich, dass diejenigen, die am Straßenverkehr mit einem Kraftfahrzeug teilnehmen, auch die geltenden Regeln kennen und beherrschen“. Täuschung bei der Theorieprüfung stelle ein enormes Risiko für alle Verkehrsteilnehmenden dar.

Im Vergleich zum ursprünglichen Referentenentwurf wurde die verpflichtende Ausstattung von Prüffahrzeugen mit bestimmten Fahrerassistenzsystemen (ADAS) gestrichen. Im Ergebnis können nun lediglich die Prüflinge Kenntnisse in der Anwendung von Assistenzsystemen erwerben und darauf geprüft werden, deren Fahrschule sich freiwillig ein solches Fahrzeug angeschafft hat.

„Es ist abzusehen, dass immer mehr Fahrzeuge mit Assistenzsystemen ausgestattet sein werden, die in bestimmten Situationen eingreifen oder dauerhaft beim Fahren wirken“, sagt der DVR-Präsident. „Entscheidend ist, dass künftige Kfz-Führende wissen, wie und wann solche Systeme wirken und richtig genutzt werden.“ Die Fahrausbildung und Fahrerlaubnisprüfung seien ideale Möglichkeiten, um sich entsprechendes Wissen anzueignen bzw. den Nachweis dafür zu erbringen. Es sei schade, dass der morgen zur Diskussion gestellte Entwurf an dieser Stelle hinter seinen schon vorgestellten Möglichkeiten zurückbleibe.

mid/wal

Slowenien-Vignette nur noch digital erhältlich

Slowenien verabschiedet sich von der Klebe-Vignette. Gibt es für die österreichischen Autobahnen noch beide Maut-Varianten, das traditionelle Klebe-Pickerl neben der digitalen Vignette, so haben die südlichen Nachbarn in Slowenien nun komplett umgestellt. Hier gilt seit Februar 2022 nur noch die digitale Vignette.

Genauso wie die österreichische digitale Vignette wird die slowenische E-Vignette (E-Vinjeta) auf das Kfz-Kennzeichen registriert, erklärt der ADAC. Sowohl bei den Preisen als auch bei der Gültigkeit der Kurzzeitvignetten gibt es keinen Unterschied zur bisherigen Klebe-Vignette. Neu ist allerdings, dass die slowenischen Jahresvignetten immer zwölf Monate ab dem gewünschten Beginn gültig sind.

Für Pkw kostet die Jahresvignette 110 Euro, die Monatsvignette 30 Euro und die 7-Tages-Vignette 15 Euro. Für Motorräder betragen die Preise der Jahresvignette 55 Euro, der 6-Monats-Vignette 30 Euro und der 7-Tages-Vignette 7,50 Euro.

Wer mit dem Auto nach Kroatien fährt, den führt die Route meist über Slowenien. Um möglichst schnell die Strände in Istrien oder an der dalmatinischen Küste zu erreichen, kommt man nicht am Vignettenkauf vorbei.

Ausnahme: Der Karawankentunnel, der Österreich mit Slowenien verbindet, ist von der Vignettenpflicht befreit. Die Nutzung muss gesondert bezahlt werden. Für die Fahrt in Richtung Süden gibt es beim ADAC das digitale Streckenmautticket. Von Slowenien in Richtung Norden erfolgt die Zahlung direkt an der Mautstelle Hrusica. Das Ticket für die Einzelfahrt kostet 7,60 Euro.

Lars Wallerang / glp

Spritpreise: Diesel so teuer wie nie

Bei den Spritpreisen in Deutschland ist ein Ende der „Rallye“ vorerst nicht abzusehen. Für einen Liter Diesel müssen die Autofahrer derzeit mit einem durchschnittlichen Preis von 1,611 Euro so viel bezahlen wie noch nie. Dies zeigt die aktuelle ADAC-Auswertung der Kraftstoffpreise. Im Vergleich zur Vorwoche ist Diesel damit um einen Cent teurer.

Auch bei Benzin fällt die Tankrechnung höher als vor Wochenfrist aus. Ein Liter Super E10 kostet im bundesweiten Schnitt 1,681 Euro und damit 0,9 Cent mehr. Vom höchsten jemals registrierten Preis im September 2012 ist Super E10 nur mehr 2,8 Cent entfernt.

Anders als die Kraftstoffpreise ist der Preis für Rohöl gegenüber der Vorwoche etwas gesunken. Ein Barrel Brent-Öl kostet aktuell rund 87 US-Dollar nach 88 Dollar in der Vorwoche. Gleichzeitig ist der Euro-Dollar-Kurs stabil geblieben – ein Grund für die erneute Verteuerung an den Tankstellen ergibt sich somit aus Sicht des ADAC nicht.

Der ADAC empfiehlt den Autofahrern, mehr denn je die Schwankungen der Spritpreise im Tagesverlauf zu nutzen. Auswertungen zeigen, dass Benzin und Diesel in aller Regel morgens gegen 7 Uhr am meisten kosten, in den Abendstunden zwischen 18 und 19 Uhr sowie zwischen 20 und 22 Uhr am günstigsten sind. Wer dann tankt, kann im Schnitt bis zu sieben Cent je Liter sparen. Auch zwischen den gängigen Markentankstellen können die Preisunterschiede erheblich sein und – wie Auswertungen des ADAC zeigen – rund sechs Cent je Liter betragen.

Andreas Reiners / glp

Deutsche Bahn schickt erstmals Batteriezüge auf die Strecke – Testbetrieb ab 24. Januar in Stuttgart

Erstmals in Deutschland will die Deutsche Bahn Batteriezüge testen. Der Testbetrieb soll zunächst auf zwei Regionalstrecken in Baden-Württemberg und Bayern stattfinden. Wenn der Test erfolgreich verläuft, könnten die neue Züge zukünftig deutschlandweit eingesetzt werden.

Die beiden Unternehmen Alstom und Deutsche Bahn (DB) wollen in Zusammenarbeit mit den Ländern Baden-Württemberg und Bayern ein neues Kapitel im Bahnbetrieb aufschlagen. Am kommenden Montag beginnt nach Angaben der beiden Unternehmen die Bewährungsprobe des Battery Electric Multiple Unit (BEMU), des ersten voll zugelassenen Batteriezuges von Alstom. Die DB betreibt den emissionsarmen Fahrzeugtyp mit ihrer Regionalverkehrstochter DB Regio. Ab dem 24. Januar ist er für Bahnkund:innen in Baden-Württemberg und ab dem 5. Februar auch in Bayern im Fahrgastbetrieb zu erleben. Der Testbetrieb läuft bis Anfang Mai 2022, heißt es in einer Mitteilung.

„Alternative Antriebe sind die Zukunft der Mobilität. Mit unseren umfassenden Lösungen ermöglichen wir nachhaltigen Bahnverkehr in Deutschland“, erklärt Müslüm Yakisan, Präsident der Region DACH bei Alstom. „Wir arbeiten seit 2016 gemeinsam an einer effizienten, kostengünstigen Batterietechnologie zur Überbrückung der nicht-elektrifizierten Lücken im deutschen Schienennetz. Der Test im Fahrgastbetrieb wird uns wichtige Daten aus der Praxis liefern und zeigen, dass unser Batteriezug diese Lösung bietet.“

„Wir wollen als Deutsche Bahn bis 2040 klimaneutral sein. Mit dem ersten Batteriezug im Kundenbetrieb gehen wir nun im Regionalverkehr den nächsten großen Schritt auf dem Weg zu einer emissionsfreien Bahn in Deutschland“, so DB Regio-Chef Jörg Sandvoß. „DB Regio will mit diesem Test Praxis-Erfahrungen sammeln, um diese Zukunftstechnologien im Betrieb und in der Wartung zu beherrschen. Der Testbetrieb liefert neue technische und betriebliche Erkenntnisse im Umgang mit der innovativen klimafreundlichen Antriebstechnologie.“

Seit 2016 entwickelt Alstom zusammen mit der TU Berlin, mit Unterstützung der Nationalen Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NOW) sowie einer Förderung des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr, den batterie-elektrischen Zug. Er ist ein möglicher nachhaltiger Nachfolger für Dieselzüge in Deutschland: insgesamt 450 Linien im deutschen Schienennetz werden bislang ausschließlich mit Dieselzügen befahren. Alternative Antriebe ermöglichen hier einen effizienten und emissionsfreien Betrieb. Der knapp viermonatige Test auf Personenverkehrsstrecken in Bayern und Baden-Württemberg ist der nächste Schritt dorthin. In Zukunft wird die BEMU-Technologie auf der Coradia-Plattform von Alstom zum Einsatz kommen.

„Wir brauchen diese Zukunftstechnologie auf der Schiene“, macht der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann deutlich. „Alternative Antriebstechniken im Bahnverkehr sind wichtig für die Verkehrswende hin zu einer klimaschonenden Mobilität. Auf Strecken, wo der Bau einer Oberleitung schwierig und damit zu teuer ist oder erst in Zukunft realisiert werden kann, werden nach und nach Batterie- oder Wasserstoffzüge zum Einsatz kommen und den bisherigen Dieselbetrieb ersetzen.“

Werktags wird der Zug in Baden-Württemberg auf der Strecke Stuttgart – Horb fahren. Samstags und sonntags wird die Linie Pleinfeld – Gunzenhausen im Fränkischen Seenland bedient. So wird einerseits eine möglichst hohe Laufleistung des Zuges ermöglicht und andererseits können verschiedene Streckenprofile sowie unterschiedliche Batterieaufladeszenarien getestet werden. Während in Baden-Württemberg die Aufladung während der laufenden Fahrt erfolgt, kann in Bayern nur an den elektrifizierten Ziel- und Startbahnhöfen aufgeladen werden, da die Strecke dazwischen nicht elektrifiziert ist. Neben der DB als Betreiber sind die Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg (NVBW) und die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) assoziierte Projektpartner.

red

Trotz Corona: Deutschland bleibt Pendlerland

Deutschland ist auch in der Corona-Pandemie eine „Pendlerrepublik“: Wie die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) einschätzt, sind es teure Mieten und Häuserpreise, die Millionen Beschäftigte zu stundenlanger Fahrerei zwingen.

„Längst nicht jeder kann Homeoffice machen – viele Menschen müssen weite Pendelwege in Kauf nehmen, um zur Arbeit zu kommen. Strecken von mehr als 100 Kilometern sind etwa für Bauarbeiter alles andere als eine Seltenheit“, sagt IG Bau-Bundesvorsitzender Robert Feiger. Ein Hauptproblem: Das Wohnen habe sich in den vergangenen Jahren besonders dort extrem verteuert, wo viele Arbeitsplätze entstanden seien – in Metropolen wie Berlin, München und Frankfurt, aber auch in den Ballungsräumen und Universitätsstädten, so Feiger.

Der Gewerkschafter verweist auf neueste Zahlen der Bundesagentur für Arbeit, die die IG Bau ausgewertet hat. Demnach arbeiteten im vergangenen Jahr gut 3,5 Millionen Arbeitnehmer nicht in dem Bundesland, in dem sie lebten. So verlässt mehr als jeder zehnte sozialversicherungspflichtig Beschäftigte sein Bundesland auf dem Weg zur Arbeit. Im Vergleich zum Vorjahr nahm die Zahl der Fern-Pendler um 4,5 Prozent zu.

Zu den Ländern, in die besonders viele Menschen von außerhalb zum Arbeiten komen – sogenannte Einpendler -, zählen Nordrhein-Westfalen (461.000), Baden-Württemberg (426.000), Bayern (425.000), Hessen (408.000) sowie die Stadtstaaten Hamburg (368.000) und Berlin (366.000). Einen besonders hohen Anteil an Auspendlern – also Beschäftigten, die für den Job ihr Bundesland verlassen – gibt es in Niedersachsen (454.000), Rheinland-Pfalz (338.000), Brandenburg (305.000), Schleswig-Holstein (244.000) und Sachsen-Anhalt (141.000).

„Die Zahlen bewegen sich seit Jahren auf einem sehr hohen Level. Das geht nicht nur zulasten der Betroffenen, denen wertvolle Zeit für Familie und Hobbys verloren geht, sondern schadet auch der Umwelt“, sagt Gewerkschaftschef Feiger. Ein entscheidender Beitrag gegen den „Pendel-Wahnsinn“ sei die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum. „Am Ende hilft nur eins: Mehr bezahlbare Wohnungen – und zwar möglichst in den Orten, in denen die Menschen arbeiten und leben wollen“, so Feiger. Auch vor diesem Hintergrund begrüßt er das Vorhaben der Ampel-Koalition, pro Jahr 400.000 neue Wohnungen zu errichten – darunter 100.000 geförderte Sozialwohnungen.

Andreas Reiners / glp

Allwetterreifen – ja oder nein?

Immer mehr Autofahrer greifen zu Allwetterreifen. Besonders bei Klein- und Kompaktwagen der Polo- und Golf-Klasse sind die Allrounder sehr begehrt. Doch ist man gut beraten, wenn man auf den Wechsel von Sommer- und Winterreifen verzichtet?

Die Vorteile liegen auf der Hand: Der kosten-, arbeits- und zeitintensive Wechsel zwischen Sommer- und Winterreifen entfällt, es muss kein Platz fürs Einlagern eines zweiten Rädersatzes frei gehalten oder bezahlt werden.

Aber sind die Allrounder auch ein echter Winterreifenersatz? Zumindest alle Marken-Allwetterreifen sind mit dem Schneeflocken-Symbol gekennzeichnet und deshalb auch bei Schnee zugelassen, heißt es bei der Zeitschrift Auto Straßenverkehr. Tatsächlich gleichen die Leistungen der Ganzjahresreifen eher denen eines Winterreifens. Sie haben eher ein grobes Profil, die Gummimischung ist eher weicher, um auch bei tiefen Temperaturen Grip zu erzeugen. Zudem verfügen sie über bewegliche Profilblöcke, die sich mit der losen, kalten Oberfläche einer schneebedeckten Fahrbahn verzahnen.

Entsprechend sind die Ergebnisse in einem Vergleichstest der Fachzeitschrift mit einem Seat Leon. Winterreifen der Größe 205/55 R 16 kommen auf Schnee bei minus zehn Grad im Schnitt nach 28,4 Metern zum Stehen, M+S-Reifen nach 32,1, Sommerreifen erst nach knapp 53 Metern.

Allerdings sind Rollwiderstand und damit der Spritverbrauch höher und die Bremswege auf trockener Fahrbahn im Sommer länger. So steht der Seat Leon mit Sommerreifen (205/55 R 16) aus Tempo 100 (bei 25 Grad) nach 38,2 Metern, mit M+S-Reifen verlängert sich der Bremsweg auf 42,3, mit Winterreifen auf 42,6 Meter. Auf nasser Fahrbahn steht das Auto aus Tempo 80 bei 25 Grad mit Sommerreifen nach 34,3, mit M+S-Reifen nach 35,2 und mit Winterreifen nach 36,2 Metern. Die Unterschiede sind also gering.

Fazit: Der Allwetterreifen ist ein Kompromiss, der von der Fahrperformance bis hin zum Spritverbrauch Zugeständnisse erfordert. „Doch in Sachen Fahrdynamik und Sicherheit lassen sich die Nachteile durch die Verwendung guter Markenfabrikate und die schlaue Wahl der Reifendimension minimieren“, heißt es bei den Testern.

Wer einen etwas breiteren Reifen wählt, der noch zulässig ist, hat noch einmal deutlich bessere Fahreigenschaften auf Schnee im Winter und im Sommer auf trockener und nasser Fahrbahn.

Rudolf Huber / glp

Mehr Tempo-30-Zonen in Städten

Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) will es den Kommunen erleichtern, auf ihren Straßen Tempo 30 vorzuschreiben. „Die Kommunen vor Ort wissen am besten, was für ihre Bewohner gut ist“, sagte er dem „Tagesspiegel“. Deshalb sei er offen für unterschiedliche Lösungsansätze und Experimentierfelder.

Er habe gute Erfahrungen damit gemacht, wenn man hier nicht ideologisch, sondern flexibel vorgehe. Die Städte könnten die Flexibilität nutzen, um den Rad- und Fußverkehr sicherer zu machen oder um Menschen besser vor Lärm zu schützen, so Wissing. „Nicht überzeugt bin ich aber von einem flächendeckenden Tempo 30.“

An Durchgangsstraßen sei diese Geschwindigkeitsbegrenzung „eher weniger sinnvoll“. Die Straßenverkehrsordnung ermöglicht Tempo 30 auf Hauptstraßen derzeit nur, wenn eine Gefahrensituation nachgewiesen ist. Ein breites Städtebündnis wünscht sich mehr Handlungsspielraum vom Bund.

Der im Juli 2021 gegründeten Initiative, die auch vom Deutschen Städtetag unterstützt wird, sind inzwischen über 70 Städte beigetreten. Plänen für eine City-Maut erteilte Wissing eine Absage. „Von zusätzlichen Belastungen durch Instrumente wie eine City-Maut halte ich wenig: Mobilität muss ein bezahlbares Angebot für alle bleiben“, sagte der Minister.

red / dts

Führerschein-Umtausch: Es geht auch jetzt schon

Insgesamt 42 Millionen Führerscheine müssen bis 2033 umgetauscht werden. Das Ziel mit dem neuen Checkkarten-Führerschein: Alle Führerscheine in der EU sollen einheitlich und fälschungssicherer werden. In Deutschland erfolgt der Umtausch gestaffelt nach Jahrgängen und nach Ausstellungsdatum. Wer zwischen 1953 und 1958 geboren wurde und einen Führerschein besitzt, der vor dem 1. Januar 1999 ausgestellt wurde, hat nur noch bis zum 19. Januar 2022 Zeit seinen Führerschein umzutauschen. Der ACE, Europas Mobilitätsbegleiter, erklärt, was beim Umtausch zu beachten ist.

Welche Fristen gelten? Die Umtauschfrist ist von zwei Faktoren abhängig: Dem Ausstellungsdatum und dem Geburtsjahr. Wurde der Führerschein vor dem 01.01.1999 ausgestellt, ist das Geburtsjahr der Führerscheinbesitzer für den Umtausch ausschlaggebend. Wer zwischen 1953 bis 1958 geboren wurde, muss bis 19. Januar ein neues Fahrerlaubnisdokument vorweisen. Die Jahrgänge 1959 bis 1964 haben noch ein Jahr länger Zeit. Alle, die ihren Führerschein erst zwischen 1999 und 2013 erhalten haben, brauchen sich erst ab 2026 mit dem Thema auseinandersetzen. Der Umtausch kann aber ch früher geschehen, es muss keine Frist abgewartet werden.

Wo ist der Umtausch möglich? Grundsätzlich kann der Führerschein bei der zuständigen Fahrerlaubnisbehörde bzw. Führerscheinstelle umgetauscht werden. Je nach Wohnort kann dies auch das Bürgeramt sein. Coronabedingt kann es jedoch schwierig werden kurzfristig einen Termin bei der zuständigen Behörde zu erhalten. Hier ist also schnelles Handeln erforderlich. Auf der letzten Verkehrsministerkonferenz wurde eine Schonfrist für alle, die keinen fristgerechten Termin erhalten, beschlossen: Bis zum 19.07.2022 wird zunächst keine Strafe fällig. Wer danach ohne gültigen Führerschein am Steuer sitzt, muss für diese Ordnungswidrigkeit ein Verwarngeld von 10 Euro zahlen.

Was wird für den Umtausch benötigt? Für eine reibungslose Bearbeitung sollten beim Gang zur Behörde neben dem alten Führerschein, auch ein gültiger Personalausweis oder Reisepass und ein biometrisches Passbild mitgebracht werden. Für Führerscheine mit Ausstellungsdatum vor 1999 wird außerdem eine so genannte Karteikartenabschrift benötigt. Dabei handelt es sich um einen Auszug der persönlichen Daten aus dem Fahrerlaubnisregister der Fahrerlaubnisbehörde, die den Führerschein ursprünglich ausgestellt hat. Für den neuen Checkkarten-Führerschein wird eine Gebühr von rund 25 Euro fällig. Wer sich den fertigen EU-Führerschein zuschicken lassen möchte, muss zusätzlich Versandkosten einkalkulieren.

Warum ist ein Umtausch notwendig? Für den Umtausch des Führerscheins gibt es zwei Gründe: Zum einen sind die Checkkarten-Führerscheine fälschungssicherer als ihre Vorgänger, die grauen oder rosa „Lappen“. Andererseits werden die Führerscheine so EU-weit vereinheitlicht, um die Arbeit der Behörden grenzübergreifend zu vereinfachen.

Andreas Reiners / glp

In diesen Städten wird am meisten geblitzt

Seit November 2021 sind Geschwindigkeitsverstöße wegen des neuen Bußgeldkatalogs teurer. Doch in welcher deutschen Stadt stehen die meisten Blitzer? Dieser Frage ist eine Berliner Anwaltskanzlei nachgegangen. Sie hat mit Hilfe von Blitzer-Apps die durchschnittliche Anzahl an festen, mobilen und teilstationären Blitzern in den 40 größten deutschen Städten ermittelt und diese Zahl ins Verhältnis zur jeweiligen Straßenfläche gesetzt.

Im Schnitt stehen in Deutschlands Metropolen 22,6 Blitzer auf der Straße. Durchschnittlich 19,2 davon sind fest installiert und 3,4 mobil oder teilstationär. Am meisten Radargeräte werden in Köln (65,4), Berlin (64,6) und Hamburg (58,8) aufgestellt. Den vierten Platz in diesem Ranking sichert sich Wuppertal mit 47,7 Blitzern pro Tag – die Stadt weist damit auch die höchste Blitzerdichte in Relation zur Straßenfläche auf.

Direkt hinter Wuppertal platzieren sich Freiburg, Bonn, Stuttgart und Bremen. Komplettiert werden die Top 10 der Städte mit der höchsten Blitzerdichte durch Wiesbaden, Karlsruhe, Aachen, Hannover und Bielefeld. Große Städte wie Berlin, Hamburg oder München landen in diesem Ranking deutlich unter dem Durchschnittswert.

Die bundesweit geringste Blitzerdichte gibt es in Halle, Duisburg, Braunschweig und Krefeld. Ganz am Ende der Tabelle liegt Magdeburg.

red

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