
Beim CDU-Kreisparteitag in Ludwigsburg stand neben der Wahlanalyse vor allem eine Personalentscheidung im Fokus. Rainer Wieland verzichtet trotz Möglichkeit auf eine Rückkehr ins Europaparlament. Die Entscheidung sorgte für große Emotionen und stehenden Applaus.
Von Lea Brandt – 06.29 Uhr
Ludwigsburg. Rund 200 Mitglieder des CDU-Kreisverbands Ludwigsburg sind am Freitag zum Kreisparteitag zusammengekommen. Neben der Wahl von Delegierten stand vor allem die Aufarbeitung der zurückliegenden Landtagswahl im Fokus – doch am Ende wurde die Veranstaltung von einer persönlichen Entscheidung überschattet.
Zunächst informierten die neugewählten Abgeordneten über die Wahlergebnisse. Für die CDU im Landkreis ist das Resultat durchaus bemerkenswert: Mit Tobias Vogt, Konrad Epple und Lukas Tietze konnten alle drei Kandidaten ihre Wahlkreise direkt gewinnen. Besonders hervorgehoben wurde, dass der Wahlkreis Ludwigsburg nach zehn Jahren wieder von einem direkt gewählten CDU-Abgeordneten vertreten wird.
Gleichzeitig wurde in der anschließenden Diskussion auch die Enttäuschung über das Verpassen des Gesamtsiegs deutlich. Der Tenor: Trotz des knappen Ergebnisses müsse die CDU nun Verantwortung übernehmen und in schwierigen Zeiten konstruktiv verhandeln.
Wieland setzt Zeichen – und verzichtet
Für den eigentlichen Paukenschlag sorgte jedoch der Kreisvorsitzende Rainer Wieland. Der langjährige Europaabgeordnete stand vor der Entscheidung, nach dem Ausscheiden eines Parteikollegen als Nachrücker ins Europaparlament zurückzukehren.
Doch Wieland entschied sich dagegen – und begründete dies ausführlich und persönlich: „Ich habe mir diese Entscheidung nicht gewünscht und sie zu treffen, war außerordentlich schwer.“ Europa liege ihm am Herzen, zugleich fühle er sich eng mit der Region verbunden.
„Mein Platz ist nun hier in der Region und im Kreis, für die ich mich weiter mit aller Kraft einsetzen werde“, erklärte Wieland. Die Rückkehr nach Brüssel sei „mehr als reizvoll gewesen“, dennoch habe er sich bewusst dagegen entschieden.
Er verwies dabei auch auf seine Verantwortung vor Ort: Das Vertrauen, das ihm mit großer Mehrheit als Vorsitzender des Verbands Region Stuttgart entgegengebracht worden sei, verstehe er als Verpflichtung.
Unter stehenden Ovationen des Parteitags verkündete Wieland schließlich, dass er das Mandat nicht annehmen werde.

