
Grünen-Spitzenkandidat Cem Özdemir will im Falle eines Wahlsiegs Handys an allen Schulen in Baden-Württemberg verbieten. Zudem spricht er sich für ein Social-Media-Verbot für unter 16-Jährige aus und warnt vor den Folgen früher Smartphone-Nutzung für Kinder und Jugendliche.
Von Lea Brandt – 21.49 Uhr
Ludwigsburg. Der Grünen-Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Baden-Württemberg, Cem Özdemir, spricht sich im Falle eines Wahlsiegs für ein landesweites Handyverbot an Schulen aus. „Dann haben wir Gleichheit unter den Schulen“, sagte Özdemir am Mittwochabend bei einer Diskussionsveranstaltung mit Schülerinnen und Schülern des „Mannheimer Morgen“.
Mit einem generellen Verbot wolle er einheitliche Regeln für alle Schulen im Land schaffen. Derzeit handhaben Schulen den Umgang mit Smartphones unterschiedlich.
Darüber hinaus begrüßte Özdemir die Idee eines Social-Media-Verbots für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren. Eine solche Regelung könne jedoch nur auf europäischer Ebene umgesetzt werden. Die Bundesregierung müsse sich daher in Brüssel für ein entsprechendes Verbot einsetzen.
Der studierte Sozialpädagoge warnte vor negativen Folgen einer zu frühen Social-Media-Nutzung für die Entwicklung junger Menschen. „Ziel muss sein, dass wir unsere Jugendlichen nicht mehr den Tech-Konzernen zum Fraß vorwerfen“, so Özdemir.
Zugleich betonte er die Bedeutung grundlegender Kompetenzen im Schulalltag. Wichtig sei es, in der Schule Basisqualifikationen wie etwa Lesekompetenz zu vermitteln.
Özdemirs Vorstoß dürfte im laufenden Landtagswahlkampf eine bildungspolitische Debatte über digitale Medien, Jugendschutz und schulische Regelungen neu entfachen.

