
Im Landkreis Ludwigsburg sind die Campylobacter-Infektionen deutlich gestiegen. Bislang wurden 229 Fälle gemeldet, 44 mehr als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Das Landratsamt warnt vor Hygienefehlern bei Geflügel und Rohmilch.
Von der Redaktion (lb) – 11.27 Uhr
Ludwigsburg- Die Zahl der Campylobacter-Infektionen im Landkreis Ludwigsburg ist in diesem Jahr deutlich gestiegen. Das teilte das Landratsamt Ludwigsburg mit.
Demnach wurden bislang 229 Infektionen gemeldet, rund 44 mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.
Die Bakterien werden vor allem über rohes oder unzureichend gegartes Geflügelfleisch und Rohmilch übertragen, aber auch durch Kreuzkontamination in der Küche. Gerade bei Hitze begünstigen Hygienefehler bei Transport und Zubereitung die Ausbreitung, erklärte Susanne Hitzler, Fachbereichsleiterin Gesundheitsschutz beim Landratsamt.
Eine Infektion äußert sich meist zwei bis fünf Tage nach der Ansteckung mit Durchfall, Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, oft begleitet von Fieber und Kopfschmerzen. In den meisten Fällen klinge die Erkrankung binnen einer Woche von selbst ab, so Hitzler.
Selten drohten jedoch Folgeerkrankungen wie reaktive Gelenkentzündungen oder das Guillain-Barré-Syndrom.
Um sich zu schützen, empfiehlt das Landratsamt, Geflügelfleisch vollständig durchzugaren, Rohmilch abzukochen und rohes Fleisch getrennt von verzehrfertigen Lebensmitteln aufzubewahren. Wichtig seien zudem gründliches Händewaschen nach dem Kontakt mit rohem Fleisch sowie die Reinigung von Schneidebrettern, Messern und Arbeitsflächen.
Geflügelfleisch sollte vor der Zubereitung nicht abgewaschen werden, da Spritzwasser die Keime in der Küche verteilen kann.
Besonders gefährdet sind Säuglinge, Kleinkinder, ältere Menschen, Schwangere und Personen mit geschwächtem Immunsystem.

