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Die Prinzessin mit dem Herz für Kinder

Ein Interview von Patricia Leßnerkraus

Sie ist Coach für Business-Etikette, Society-Lady, Kinderhospiz-Botschafterin, vor allem aber ist sie eine Prinzessin mit großem Herzen. Mit ihrem eigenen Verein „Kinderglückswerk e.V.“ erfüllt sie die Herzenswünsche von kranken oder sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen.

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Bepackt mit zwei Tüten voller Süßigkeiten bahnt sich Maria Prinzessin von Sachsen Altenburg ihren Weg durch den Reiterhof. Hindurch zwischen unzähligen Pferden und Ponys, die schnaubend und erwartungsvoll auf den nächsten Ausritt warten. „Da ist sie ja, die Leonie“, freut sich Prinzessin Maria und steuert zielstrebig auf ein junges Mädchen zu.

Leonie kommt aus Gerlingen und zusammen mit ihrer Freundin darf sie eine Ferienwoche auf dem Reiterhof Reitwerk in Münsingen verbringen. Für Leonie ist dieser Reiturlaub ein Highlight, das sie allein Maria von Sachsen-Altenburg und ihrem Verein Kinderglückswerk e.V. zu verdanken hat. Seit drei Jahren hat Leonie auf keinem Pferd mehr gesessen, obwohl sie zuvor sechs Jahre Reitunterricht hatte. Doch dann schlug das Schicksal brutal zu. Die Mutter der 13-jährigen Gymnasiastin, die ohne Vater aufgewachsen ist und ihn auch nie kennengelernt hat, erkrankte um März 2018 schwer. Im letzten Jahr musste sich Leonie dann für immer von ihrer geliebten Mama verabschieden. Seither lebt der Teenager bei seiner alleinstehenden Oma. Die 70-jährige Rentnerin hat ihr Leben nun voll auf ihre Enkelin ausgerichtet. Ihre kleine Rente reicht für die beiden zwar zum Leben, aber Sonderausgaben, wie die sehnlich gewünschten Reiterferien für Leonie, sind in ihrem Budget so gut wie nicht drin. Gut, dass es Prinzessin Maria gibt, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, kranken oder sozial benachteiligten Kindern zu helfen. Als sie über das Kinderhospiz Leonberg von Leonies Geschichte und ihrem Herzenswunsch hörte, zögerte sie nicht lange und macht jetzt möglich, wovon der hübsche Teenager nur zu träumen wagte. Die Prinzessin finanziert den 430 Euro teuren Aufenthalt auf dem Reiterhof, damit Leonie sich wieder über etwas freuen kann. „Ich bin ganz gerührt, Leonie hier so glücklich zu sehen“, sagt die Prinzessin und wischt sich verstohlen ein Tränchen weg. Im Interview mit Ludwigsburg24 erzählt Maria von Sachsen-Altenburg über ihren Verein und welche anderen Herzenswünsche von Kindern sie schon erfüllen konnte.

Leonie aus Gerlingen (li.) mit Prinzessin Maria. Bild: Marcel Katz

Prinzessin Maria: Wie kam es dazu, dass Sie sich so intensiv um die Herzenswünsche von Kindern kümmern?

Ich hatte vor vielen Jahren einmal eine Begegnung mit einem Straßenkind, die mich zutiefst berührte. Damals ist der Wunsch in mir entstanden, dass ich etwas tun und meinen Beitrag leisten möchte, um das Leid vieler Kinder ein wenig zu lindern. Erst dachte ich daran, mich im Ausland zu engagieren, aber dann wurde mir bewusst, dass es auch bei uns in Deutschland inzwischen so viele Kinder gibt, die ebenfalls auf Hilfe angewiesen sind. Nach den vielen Projekten in den letzten Jahren weiß ich auch, dass meine Entscheidung richtig war.

Wie lange erfüllen Sie jetzt schon Herzenswünsche?

 Den Verein gibt es schon über 15 Jahre. Er trug zuerst meinen Namen, doch vor zwei Jahren habe ich ihn umbenannt. Er heißt jetzt Kinderglückswerk e.V., weil ich den Namen mehr den Projekten anpassen wollte. So weiß jeder sofort, was wir tun. Wir arbeiten alle rein ehrenamtlich, so dass jeder einzelne Spendeneuro auch tatsächlich in die Projekte fließt. Unterstützt werden wir bundesweit noch von ein paar prominenten Botschaftern wie Schauspielerin Anouschka Renzi, Moderatorin Ilka Groenewold oder Deutschlands einzige männliche Lottofee Chris Fleischhauer. Der Verein ist natürlich auch jederzeit offen für neue Mitglieder. Der Mitgliedsbeitrag kostet 50 Euro jährlich.

Die Herzenswünsche von Kindern sind meist teuer. Haben Sie denn ein entsprechend großes Budget, um all diese Wünsche erfüllen zu können?

Ja, natürlich benötige ich ein großes Budget, um die unterschiedlichen Wünsche erfüllen zu können. Sei es ein Prinzessinnenbett, ein dringend benötigter Laptop für schulische Zwecke, ein altersgerechtes Fahrrad, eine Geige oder ein Besuch mit der ganzen Familie im Europapark Rust. Dafür bin ich dringend auf Spenden angewiesen, die natürlich jetzt in der Corona-Krise spärlich bzw. gar nicht fließen. Das ist gerade leider ein kleines Drama. Aber, dass die Herzenswünsche der Kinder immer nur mit Geld verbunden sind, ist ein Irrtum. Viele Kinder haben auch immaterielle Träume. Diese haben dann mit Erlebnissen zu tun und sind wirklich richtige Wunschträume, deren Erfüllung mich dann vor ganz andere Herausforderungen stellen.

Können Sie ein paar Beispiele nennen?

Ein Junge wollte unbedingt mal in einem Rennauto sitzen, das habe ich ihm auf dem Hockenheimring ermöglicht. Der größte Wunsch eines Mädchens war es, einmal ihr Idol Max Giesinger zu treffen. Wir haben zusammen ein Open-Air-Konzert von ihm besucht und er hat uns Backstage getroffen. Ein ganz besonderer Herzenswunsch eines Kindes war es, einmal ein Filmset zu besuchen und vielleicht sogar selbst in einem Film mitzuspielen. Das Team von Soko Stuttgart hat das tatsächlich möglich gemacht. Mich macht es immer glücklich, wenn es mir gelingt, diese Wünsche zu erfüllen und ich hinterher in strahlende und dankbare Gesichter schaue. Aus diesem Grund überlege ich auch gerade, dass mein Verein Kinderglückswerk e.V. seine Vereinsaktivitäten erweitert. Gerade in so einem Fall wie bei Leonie denke ich darüber nach, sie über eine Patenschaft weiter zu begleiten und mit Hilfestellungen bei Fragen und Problemen zu unterstützen.

Wie soll so eine Patenschaft aussehen?

Bei uns lebt inzwischen jedes vierte Kind in Armut und die Familien sind oft auch aufgrund ihrer geringen finanziellen Möglichkeiten mit der Gesamtsituation überfordert. Vor allem auf viele Alleinstehende oder bildungsferne Familien trifft dies zu. Sie können oft ihren Kindern nicht helfen bei schulischen Fragen, bei der Berufswahl, bei Bewerbungen und Ähnlichem. Hier können Paten eine große Hilfe sein.

Wie erreichen die Herzenswünsche der Kinder Sie überhaupt?

Viele Kinder schreiben uns aufgrund von Presseberichten oder sie hören über andere Kinder über uns. Oft bekomme ich aber auch aus meinem Netzwerk Empfehlungen für ein neues Projekt oder wenn ich auf Veranstaltungen unterwegs bin. Und ich selbst gehe natürlich immer mit offenen Augen durch die Welt und höre in Gesprächen mit anderen Menschen genau zu. Schon oft habe ich erlebt, dass ich durch bloßes Nachhaken erkannt habe, dass dringend Hilfe benötigt wird.

Gibt es für Sie finanzielle Obergrenzen bei der Wunscherfüllung?

Das kann ich so nicht an einer Summe festmachen, denn es hängt schon immer vom jeweiligen Wunsch ab. Was ich aber nicht finanziere, ist beispielsweise der Wunsch, mit der ganzen Familie einen Urlaub am Meer zu verbringen. Nicht, weil ich es für zu teuer halte, sondern weil es dann meist nicht vom Kind selbst kommt, sondern vielmehr die Eltern hinter dem Wunsch stecken. Eltern meinen oftmals besser zu wissen, was das Kind sich wünscht. Aber wenn ich mit beiden Seiten spreche, stelle ich sehr häufig fest, dass die Eltern gar nichts von den wirklichen Träumen der Kinder wissen. Mir geht es darum, dem Kind einen Herzenswunsch zu erfüllen und ihm Glück zu schenken. Nur dann lernt das Kind selbst, an das Gute, an seine Träume zu glauben. Wie wichtig das ist, merke ich an vielen Briefen, die bekomme. Es schreiben mir junge Erwachsene, denen ich vor zehn Jahren und länger als Kind den ganz großen Herzenswunsch erfüllen durfte. Aber sie tragen das als wunderschöne Erinnerung noch immer in sich und sind so dankbar dafür. Das sagt doch sehr viel aus.

Prinzessin Maria, ich danke Ihnen für das Gespräch!

 

 

 

 

 

Wahlen 2021: Der aktuelle Kandidaten-Überblick für den Landkreis Ludwigsburg

Von Uwe Roth

Samstag war im Landkreis Ludwigsburg großer Nominierungstag. Bis zum 14. März kommenden Jahres sind es knapp ein halbes Jahr. Dann sind in Baden-Württemberg Landtagswahlen. Wie es abzusehen ist, wird es in der nächsten Wahlperiode aus den drei Wahlkreisen einige neue Gesichter geben. Die Nominierung der Grünen ist Stand 19. September 2020 nicht abgeschlossen.

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Übersicht zur Landtagswahl 2021:

Grüne:

Die Grünen sind im Landtag die größte Fraktion. Den Wahlkreis Ludwigsburg hat viele Jahre Dr. Jürgen Walter aus Asperg vertreten. Nun könnte Silke Gericke aus Ludwigsburg seine Nachfolgerin werden. Die 45-Jährige bekam am Samstag in der Mehrzweckhalle Ossweil 65 der 104 abgegebenen Stimmen. Die Kornwestheimerin Edda Bühler, die erst einen Tag zuvor ihre Kandidatur bekanntgegeben hatte, verbuchte für sich immerhin 37 Stimmen. Die 49-Jährige begründete ihre kurzfristige Bewerbung damit, dass sie nach dem überraschenden Rückzug Walters für eine echte Wahl habe sorgen wollen. „Das gehört für mich zum demokratischen Verständnis der Grünen-Partei“, sagte sie. Der amtierende Mandatsträger war nicht anwesend. Noch am Donnerstag hatte Walter in einer Mail schwere Vorwürfe gegen Gericke und den Kreisvorstand erhoben. Sie hätten seine Kandidatur boykottiert, hatte der 63-Jährige darin behauptet (Ludwigsburg24 berichtete). Ersatzkandidat von Gericke wurde Max Girrbach aus Ludwigsburg. Der 24-jährigen ist der Jüngste im Ludwigsburger Gemeinderat und Student der Verwaltungshochschule.

Bei ihrer Nominierungsveranstaltung im Wahlkreis 14 Bietigheim-Bissingen hatten die Grünen-Delegierten am Dienstag zuvor für eine weitere Überraschung gesorgt: Daniel Renkonen ist seit 2011 im Landtag. Der 50-Jährige musste sich mit 47 zu 50 Stimmen seinem Herausforderer Tayfun Tok (34) geschlagen geben. Es steht noch die Nominierungsveranstaltung für den Wahlkreis Vaihingen an der Enz aus. Aufgestellt ist der Mandatsinhaber Dr. Markus Rösler (58). Geplant ist diese für Samstag, 26. September, in der Stadthalle Gerlingen.

 

Christdemokraten:

2016 hat die CDU das Direktmandat für den Wahlkreis Ludwigsburg an die Grünen verloren. Nun soll es Dr. Andrea Wechsler (43) zurückerobern. Neben der Juristin hatten sich Jens Wätjen, Medienexperte aus Korntal-Münchingen und Helge Hajek, Unternehmensberater aus Kornwestheim, beworben. Während die beiden männlichen Kandidaten als „Neulinge“ in der Partei, wie sie sich bezeichneten, auf Themen wie Kommunikation, Jugendliche und „kein weiter so“ gesetzt haben, präsentierte Wechsler als erfahrene CDU-Politikerin einen klaren Plan, wie sie als Abgeordnete den Kreis Ludwigsburg vertreten würde. Auch der Zweitkandidat, der sich zur Wahl stellte, ist in der CDU kein Unbekannter. Der CDU-Vorsitzende aus Remseck und dortige Fraktionsvorsitzende im Gemeinderat Steffen Kirsch wurde mit 94,6 Prozent und 70 von 74 Stimmen gewählt.

Auch die Christdemokraten im Wahlkreis Bietigheim-Bissingen kürten am Samstag einen weiteren Kandidaten für den Landtag. In der Stichwahl setzte sich der Unternehmer Tobias Vogt, 35, aus Kirchheim gegen die Ministerialrätin Isabel Kling, 44, und den 48-jährigen Juristen Uttam Das durch. Vogt forderte Anreize für Investitionen und Innovationen. Als Spross „einer echten schwäbischen Handwerkerfamilie“ sei ihm der Ausbau von Straßen und Umgehungen wichtig. Dabei attackierte er die Grünen, sie seien grundsätzlich gegen das Auto. Im Wahlkreis 13 (Vaihingen/Enz) hat die CDU bereits im Februar den bisherigen Abgeordnete Konrad Epple aus Ditzingen erneut nominiert.

Sozialdemokraten:

Die SPD wählte am Samstag in Gerlingen ihre Kandidaten für alle drei Wahlkreise im Landkreis: Colin Sauerzapf ist es für Ludwigsburg mit 35 Ja-Stimmen einstimmig geworden. Der 22-jährige Juso-Kreisvorsitzenden und Remsecker Stadtrat will die Nachfolge des früheren Abgeordneten und Fraktionsvorsitzenden Claus Schmiedel antreten, der den Wahlkreis von 1992 bis 2016 ununterbrochen für die SPD im Landtag vertreten hat. Der Kreisvorsitzende Macit Karaahmetoglu sieht gute Chancen dafür, dass Sauerzapf an diese Tradition anknüpfen kann. Zweitkandidatin wurde Stefanie Liepins mit 31 Ja-Stimmen von 36 abgegebenen Stimmen, 4 nein, 1 Enthaltung.

Im Wahlkreis Bietigheim-Bissingen kommt für die Genossen Daniel Haas zum Zug. Auch er wurde einstimmig gewählt. Zweitkandidatin Ute Rößner wurde mit 30 Ja-Stimmen von 34 abgegebenen Stimmen, 2 nein, 2 Enthaltungen. Für den Wahlkreis Vaihingen/Enz ist Torsten Liebig einstimmig ins Rennen gegangen. Zweitkandidatin wurde Anita Götz mit 46 Ja-Stimmen von 48 abgegebenen Stimmen, 1 nein, 1 Enthaltung. Kreisvorsitzender Karaahmetoglu kommentierte: „Der Kreisvorstand freut sich über die gute Beteiligung an allen drei Versammlungen und darüber, dass die Kandidaten und Kandidatinnen großen Rückenwind erhalten haben. Damit ist der Auftakt des Wahlkampfes sehr gut geglückt.“

 

Bundestagswahl:

Die Kreis-CDU hat ihre Kandidaten für die Bundestagswahl im Herbst nächsten Jahres bereits bestimmt: Steffen Bilger ist es erneut für den Wahlkreis Ludwigsburg. Fabian Gramling möchte für den Wahlkreis Neckar-Zaber Eberhard Gienger nachfolgen, der aus Altersgründen nicht mehr antritt (Ludwigsburg24 berichtete).