
Ob Stromausfall, Hitze oder Dürre: Ludwigsburgs Trinkwasserversorgung ist vorbereitet. Die SWLB baut auf smarte Systeme, Notfallpläne und millionenschwere Investitionen, um das wichtigste Gut der Zukunft zu sichern.
Ludwigsburg – Sauberes Wasser aus dem Hahn: Für viele eine Selbstverständlichkeit, für Städte wie Ludwigsburg jedoch das Ergebnis vorausschauender Planung und starker Partnerschaften. Denn auch wenn Deutschland weltweit zu den Ländern mit der besten Trinkwasserqualität gehört, ist die Versorgungssicherheit in Zeiten von Klimawandel, Extremwetter und Stromausfällen keine Selbstverständlichkeit mehr.
In Ludwigsburg ist die Stadtwerke Ludwigsburg-Kornwestheim GmbH (SWLB) für die Wasserversorgung zuständig. Die Stadt selbst bezieht ihr Wasser zu gleichen Teilen von zwei überregionalen Zweckverbänden: der Bodensee-Wasserversorgung und der Landeswasserversorgung, beide mit Sitz in Stuttgart. Ludwigsburg gehört damit zu den wenigen Städten im Land, die von beiden Quellen beliefert werden – ein Vorteil, der im Ernstfall entscheidend sein kann.
„Die Mitarbeit in den Gremien der Landeswasser- und Bodenseewasserversorgung ermöglicht uns einen umfassenden kollegialen Austausch und im Krisenfall auch die Gewissheit, mit gegenseitiger Unterstützung zu rechnen“, betont OB Knecht. Er ist in seiner Eigenschaft als Aufsichtsratsvorsitzender der SWLB sowohl Mitglied im Verwaltungsrat der Landeswasserversorgung als auch im Bau- und Vergabeausschuss der Bodensee-Wasserversorgung.
Für die SWLB ist klar: Digitalisierung, Vernetzung und Planung sind Schlüsselfaktoren – gerade mit Blick auf den Klimawandel. Christian Schneider erklärt: „Wasser ist unsere kostbarste Ressource. In Zeiten des Klimawandels reicht es nicht mehr, es nur zu verteilen. Wir müssen es intelligent managen. Unsere Wasserstrategie setzt daher konsequent auf innovative Lösungen: Wir nutzen digitale Technologien, um die Wasserversorgung für die Zukunft zu sichern – heute und morgen.“
Die Prognose bis zum Jahr 2050 der SWLB zeigt: „Dass auch bei einem Verbandsausfall keine größeren Versorgungsprobleme zu erwarten sind.“ Zudem wird derzeit vom Land Baden-Württemberg ein weitreichender Strategieplan erstellt, um auch langfristig die Bevölkerung gesund und ausreichend mit Wasser zu versorgen. Für den Ernstfall verfügen sowohl die Landes- als auch die Bodenseewasserversorgung über Notfallpläne, z. B. bei Krisen oder Stromausfall. In Ludwigsburg und Kornwestheim stehen außerdem „Notbrunnen zur Verfügung, die in Abstimmung mit den Gesundheitsämtern reaktiviert werden können“.
Auch die SWLB ist gerüstet: „Das umfasst Punkte wie Bildung eines Krisenstabs, Notversorgung über alternative Leitungswege, Kooperation mit benachbarten Versorgern oder auch Abkochgebote“, heißt es in der Mitteilung. In einem Ernstfall sei „eine enge Abstimmung mit übergeordneten Behörden vorgesehen“, etwa mit dem Stab für Außergewöhnliche Ereignisse der Stadt, dem Gesundheitsamt, dem Regierungspräsidium und dem THW.
Jens Nehl, Bereichsleiter Wasser bei der SWLB, betont: „Da sich die SWLB schon lange mit der Krisenvorsorge im Bereich Wasser auseinandersetzt, sehen wir uns hier gut aufgestellt.“ Die Stadtwerke halten „eine umfassende Ausrüstung vor: Das sind Notstromaggregate für die Versorgung der Hochbehälter, mobile Desinfektionsanlagen, Standrohre, ortsveränderliche Pumpen und krisensichere Kommunikationswege. Auch der Einsatz von Tankfahrzeugen ist möglich. Allerdings setzt die SWLB darauf, die leitungsgebundene Versorgung so lange wie möglich aufrecht zu erhalten.“
OB Knecht ergänzt: „Um die Wasserversorgung des Landes langfristig sicherzustellen, investieren beide Zweckverbände hohe Millionensummen in Projekte, die im Einzelfall sogar die Milliardengrenze überschreiten. Das ist in Zeiten, in denen sauberes Wasser immer wichtiger wird, umso bedeutender, auch für Ludwigsburg.“
Auch Geschäftsführer Johannes Rager erklärt hierzu: „Der SWLB ist die Versorgungssicherheit eine wichtige Angelegenheit. Wir werden jedoch auch die Wasserpreise für Endverbraucher immer im Blick haben und alles dafür tun, dass diese wie bisher erschwinglich bleiben.“
Die Zukunft ist ebenfalls im Blick: „Mittelfristig will die SWLB auch das Thema Reaktivierung alter Wasserrechte betrachten und je nach geologischen Bedingungen die Neuerschließung von Brunnen prüfen. Weiterhin kann der Bau von Verbundleitungen zu benachbarten Versorgern, die auf eigene Quellen und Brunnen zurückgreifen, ein sinnvoller Schritt sein, um ein weiteres Standbein bei der Versorgungssicherheit zu bekommen.“
red


