
Tierheime in Deutschland arbeiten vielerorts am Limit. Besonders rund um Ostern warnen Tierschützer vor unüberlegten Tierkäufen und erwarten danach eine weitere Zuspitzung der Lage.
Von Hendrik Paul – 11.14 Uhr
Berlin. Deutschlands Tierheime stehen weiterhin unter erheblichem Druck. „Viele Tierheime arbeiten am Rande ihrer Belastungsgrenze“, sagte Lea Schmitz, Sprecherin des Deutschen Tierschutzbundes, der „Rheinischen Post“.
Mit Blick auf das bevorstehende Osterfest warnen Tierschützer vor zusätzlichen Belastungen. In dieser Zeit steige die Nachfrage nach Kaninchen und anderen Kleintieren deutlich an. Schmitz mahnt jedoch eindringlich, Tiere nicht als Geschenk zu betrachten: „Kleine Heimtiere sind anspruchsvoll und ihre Haltung muss gut überlegt sein.“
Die Anschaffung eines Tieres dürfe nicht leichtfertig erfolgen. Vielmehr sei es entscheidend, sich vorab umfassend über Bedürfnisse und artgerechte Haltung zu informieren.
Dramatische Entwicklung im Frühjahr
Besonders nach Ostern rechnen die Tierheime mit einer weiteren Verschärfung der Situation. Vor allem bei Kaninchen, aber auch bei Katzen wird ein deutlicher Anstieg erwartet.
„Im Laufe des Frühlings rechnen wir in den Tierheimen mit einer dramatischen Zunahme an jungen Kätzchen“, so Schmitz. Viele der aufgenommenen Tiere stammen von Straßenkatzen.
Die Folgen sind teils dramatisch: „Viele der im Frühjahr geborenen Kitten versterben elendig, ohne rechtzeitig von Menschen gefunden und im Tierheim aufgepäppelt zu werden“, warnte sie.
Vor diesem Hintergrund fordert der Deutsche Tierschutzbund eine bundesweite Kastrationspflicht für Freigängerkatzen aus Privathaushalten.

