Drei Jahrzehnte im Dienst des Sports: Fußballgemeinde trauert um Rainer Konrad

Der langjährige Bezirksjugendleiter im Fußballbezirk Enz/Murr, Rainer Konrad, ist im Alter von 79 Jahren verstorben. Über fast drei Jahrzehnte prägte er den Jugendfußball der Region maßgeblich.

Von Ayhan Güneş – 18.13 Uhr 

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Enz/Murr. Der Jugendfußball in der Region trauert um eine seiner prägendsten Persönlichkeiten: Rainer Konrad, langjähriger Bezirksjugendleiter im Fußballbezirk Enz/Murr, ist am Sonntagabend im Alter von 79 Jahren verstorben. Das teilte der wfv-Bezirk Enz/Murr am 23. Februar in einer Stellungnahme mit.

„Rainer Konrad prägte den Jugendfußball in unserer Region wie kaum ein anderer“, heißt es in der Mitteilung. Über zehn Amtszeiten hinweg habe er sich „unermüdlich für die Belange der jungen Fußballerinnen und Fußballer“ eingesetzt und sei „Motor, Vorbild und vertrauensvoller Ansprechpartner zugleich“ gewesen. Eigentlich wollte sich Konrad bei der Jugendleiterhauptversammlung 2027 aus seinem Amt verabschieden – nun sei ihm dies nicht mehr vergönnt.

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Seit 1997 war Konrad als Bezirksjugendleiter im Enz/Murr-Kreis tätig. Über nahezu drei Jahrzehnte hinweg lenkte er die Geschicke des Nachwuchsfußballs in der Region – eine außergewöhnlich lange Amtszeit. Zahlreiche Auszeichnungen würdigten sein Engagement, darunter die Verbandsehrennadel in Gold, die DFB-Ehrennadel sowie im Jahr 2024 die Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg für Verdienste im Ehrenamt.

Ingo Ernst, Vorsitzender des württembergischen Fußballbezirks Enz/Murr, kannte Konrad seit mehr als vier Jahrzehnten. Im Gespräch mit unserer Redaktion sagte Ernst: „Seit 1997 war Rainer Konrad als Bezirksjugendleiter im Enz/Murr-Kreis tätig.“

Noch vor wenigen Tagen war Konrad bei der Verbandsendrunde des Kreissparkassen-Cups in Ehningen anwesend. „Er war gesundheitlich angeschlagen, aber sein Tod kam dennoch überraschend.“ so Ernst.

Konrad habe den Fußball nicht nur organisiert, sondern verkörpert, sagte Ernst. „Rainer Konrad hat den Fußball gelebt. Für ihn war das weit mehr als eine Funktion. Er war innovativ und gehörte zu den Ersten, wenn es um neue Themen oder digitale Entwicklungen ging. Er hatte den Mut, Dinge früh anzustoßen und den Jugendfußball zukunftsfähig aufzustellen“, so Ernst.

Der Bezirk kündigte an, dem Verstorbenen an diesem Wochenende in besonderer Weise zu gedenken. Vor allen Spielen im Bezirk Enz/Murr wird eine Schweigeminute abgehalten. „So möchten wir gemeinsam innehalten und ihm die letzte Ehre erweisen“, heißt es in der Mitteilung.

Auch aus der Familie kamen bewegende Worte. „Für meinen Dad war der Fußball nicht nur Sport sondern Leidenschaft pur. Es tröstet ungemein, dass er Teil dieser Fussballfamilie sein durfte“, schrieb Heike Konrad im Namen der Angehörigen in einem öffentlichen Kommentar.

Was bleibt, ist ein nachhaltiges Vermächtnis im Jugendfußball der Region. „Die Spuren von Rainer Konrad werden uns erhalten bleiben“, erklärte Ernst.

Mit Rainer Konrad verliert der Bezirk Enz/Murr eine Persönlichkeit, die den Jugendfußball über Generationen hinweg geprägt hat – organisatorisch, menschlich und mit großer Liebe für den Jugendsport.