DRK warnt vor Sparmaßnahmen im Gesundheitssystem

Vor neuen Reformvorschlägen im Gesundheitssystem warnt das Deutsche Rote Kreuz vor kurzfristigen Sparmaßnahmen. Diese könnten langfristig höhere Kosten verursachen.

Von der Redaktion – 06.21 Uhr

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Berlin. Vor der Vorstellung neuer Reformvorschläge für die gesetzliche Krankenversicherung hat das Deutsche Rote Kreuz (DRK) vor kurzfristigen Einsparungen im Gesundheitssystem gewarnt.

„Wir warnen vor Maßnahmen, die kurzfristig zu Einsparungen, längerfristig aber zu Mehrausgaben führen“, sagte DRK-Präsident Hermann Gröhe dem „Tagesspiegel“. Statt Kürzungen brauche es gezielte Investitionen – insbesondere in die Prävention.

Mehr Prävention statt Sparpolitik

Nach Ansicht des DRK könnten Einsparungen an der falschen Stelle gravierende Folgen haben. Wer etwa die Pflege zu Hause schwäche, riskiere, dass mehr Menschen früher dauerhaft in Pflegeeinrichtungen untergebracht werden müssen – mit entsprechend höheren Kosten.

„Wir brauchen etwa mehr und nicht weniger Prävention, um Erkrankungen möglichst zu vermeiden“, so Gröhe.

Sozialstaat unter Druck

Das DRK sieht den Sozialstaat insgesamt vor wachsenden Herausforderungen. Dazu zählen eine alternde Gesellschaft, steigende Pflegebedürftigkeit, zunehmende Einsamkeit sowie die Integration von Zugewanderten.

Gleichzeitig seien die finanziellen Spielräume begrenzt. Deshalb müsse der Sozialstaat zielgenauer und effizienter werden – etwa durch Bürokratieabbau und Digitalisierung.

Forderung nach stärkerer Beteiligung

Die Wohlfahrtsverbände wollen sich aktiv in die Reformdebatte einbringen. „Wir gestalten den Sozialstaat vor Ort ganz wesentlich“, sagte Gröhe. Bei grundlegenden Veränderungen reiche eine formale Anhörung nicht aus.