Durchschnittsalter steigt: Mehr Autos mit erheblichen Mängeln beim TÜV

Das Durchschnittsalter der Autos auf deutschen Straßen steigt auf mehr als zehn Jahre. Das macht sich bei der Hauptuntersuchung (HU) auf der Mängelliste bemerkbar. Nach neuesten Auswertungen der HU, die der TÜV-Verband nun in Berlin vorgestellt hat, steigt die Quote der erheblichen Mängel (EM) von 17,9 Prozent beim Report 2022 auf aktuell 20,2 Prozent. Neben durchschnittlich älteren Fahrzeugen sehen die Experten von TÜV SÜD zudem knappe Kassen als Grund für weniger Wartung und daraus resultierend mehr Beanstandungen.

„Eigentlich mag man es gar nicht mehr sagen, aber die Pandemie hat natürlich auch Auswirkungen auf den Fahrzeugmarkt“, sagt Jürgen Wolz, Leiter Service Line Mobility bei TÜV Süd. „So wurden zwischen 2020 und 2022, also genau in unserem Betrachtungszeitraum, mehr gebrauchte und ältere Fahrzeuge gekauft.“ Denn neue Fahrzeuge seien im Markt kaum verfügbar gewesen.

Trotzdem gibt es auch Modelle, die lange ein hohes Sicherheitsniveau halten, wie beispielsweise die Mercedes B-Klasse. Sie ist nicht nur Sieger beim TÜV-Report 2023. Selbst nach neun Jahren landet der kompakte Schwabe mit einer Mängelquote von elf Prozent noch auf Platz vier. Dann hat er durchschnittlich 90.000 Kilometer auf der Uhr.
Zum Vergleich: Ähnliche Daten schafft der Ford Galaxy bereits nach drei Jahren. Noch ein Beispiel fürs schmalere Portemonnaie: der Honda Jazz. Er startet beim Debüt auf dem Prüfstand auf Platz acht und einer Mängelquote von 2,7 Prozent. Nach elf Jahren schafft er es immer noch auf die oberen Plätze.

Auch die Quote bei den geringen Mängeln steigt geringfügig an, um 1,6 Prozentpunkte auf 10,7 Prozent. Hier zeigt sich, dass die Autofahrer gerade bei kleineren Reparaturen nicht so genau hinschauen. Um 1,8 Prozent gesunken ist dagegen auch die Quote der Fahrzeuge, die ganz ohne Mängel wieder nach Hause fuhren.

Zum Tabellenende: Wieder der Dacia Logan mit stabil 11,6 Prozent übernimmt die rote Laterne. Davor kommt der Dacia Dokker (10,8 Prozent). Den drittletzten Platz belegt aktuell der VW Sharan mit 9,4 Prozent Quote bei den erheblichen Mängeln. Stichwort Familien-Van: Auch der Ford Galaxy landet mit 8,1 Prozent auf den hintersten Plätzen.

mid/wal

So bereitet man sich auf die MPU vor

Der Albtraum eines jeden Autofahrers ist ein Führerscheinentzug. Doch das kann ganz schnell gehen. Das Überschreiten von acht Punkten in Flensburg, wiederholte Auffälligkeiten in der Probezeit oder das Fahren unter Alkoholeinfluss – schon ist der Führerschein weg.

Die Anordnung einer Medizinisch-Psychologischen Untersuchung (MPU) ist nicht zu unterschätzen. Wichtig ist hier, die Ursachen für das Fehlverhalten zu analysieren und eine Änderung herbeizuführen. Denn ein Ziel haben alle Betroffenen vor Augen: Den Führerschein möglichst schnell wieder zurückzuerlangen.

Thomas Wicke, Verkehrspsychologe bei TÜV Süd Pluspunkt, rät dazu, sich vorab umfassend zu informieren. „Um die MPU auf Anhieb zu bestehen, empfehlen wir Betroffenen, sich im Vorfeld umfangreich über die Möglichkeiten der Vorbereitung aufklären zu lassen“, so der Experte. „Seriöse Institute informieren betroffene Fahrerinnen und Fahrer vorab im Rahmen einer kostenfreien Informationsveranstaltung. Hier werden sowohl Ablauf und Inhalt der MPU als auch die verschiedenen Optionen der Vorbereitung erklärt.“

TÜV Süd Pluspunkt bietet diese Infoabende online an und ermöglicht so die flexible und ortsunabhängige Teilnahme. Im Rahmen der etwa einstündigen, kostenlosen Online-Informationsveranstaltung lernen die Teilnehmenden einen erfahrenen Verkehrspsychologen und MPU-Experten persönlich kennen, werden mit hilfreichen Informationen versorgt und können Fragen stellen. Damit beginnt die anschließende Vorbereitung auf die MPU mit einem sicheren Gefühl. Die Teilnahme an den Infoabenden ist anonym und kurzfristig an zahlreichen Terminen möglich.

Die Anmeldung erfolgt unkompliziert über die Webseite des TÜV Süd wie Thomas Wicke erklärt: „Interessenten wählen einfach einen Termin aus und registrieren sich für diesen. Ist die Registrierung erfolgt, erhalten sie rechtzeitig vor der Veranstaltung die Zugangsdaten per E-Mail.“

Die Informationsveranstaltungen finden über die Plattform Microsoft Teams statt. Teilnehmende können mit jedem beliebigen Gerät (Desktop-PC, Notebook, Tablet oder Smartphone) beitreten, Voraussetzung ist lediglich ein Internet-Zugang. Mehr Informationen gibt es auf www.tuvsud.com/de.

Der beste Ratgeber ist, es erst gar nicht so weit kommen zu lassen. mid/jub

red