Eisglätte: Polizei Ludwigsburg registriert zahlreiche Unfälle

Kälte, Schnee und Wind führten von Dienstag bis Mittwochmorgen zu einer größeren Anzahl von Glätteunfällen im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Ludwigsburg.

Im Landkreis Ludwigsburg registrierte die Polizei bereits am Dienstag mehrere Unfälle. Am Nachmittag kam ein Autofahrer auf der K 1629 bei Bönnigheim ins Rutschen. Weiter Unfälle ereigneten sich schließlich ab etwa 22.30 Uhr bis 24.00 Uhr. Nachdem das Befahren der K 1601 für einen PKW-Lenker mit einem Unfall endete, kam es auf den Straßen um Großbottwar zu insgesamt drei Unfällen mit Blechschäden. Kurz vor Mitternacht rutsche ein Auto von der Remstalstraße in Remseck am Neckar-Neckarrems gegen ein Verkehrszeichen. Der geschätzte Sachschaden dieser Unfälle liegt bei rund 20.000 Euro. Der Bereich zwischen Waiblingen-Hegnach und Neckarrems musste in der Nacht aufgrund der Straßenglätte zeitweise gesperrt werden. Die Straßenmeisterei Ludwigsburg setzte noch in der Nacht ein Streufahrzeug ein. Ab 00.15 Uhr bis 05.20 Uhr ereigneten sich auf der L 1125 bei Großsachsenheim, in der Höpfigheimer Straße in Steinheim an der Murr und in Bietigheim-Bissingen weitere vier Unfälle. Auch diese gingen glimpflich ab. Es entstand ein Gesamtsachschaden von etwa 15.000 Euro.

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Quelle: Polizeipräsidium Ludwigsburg

Gewerkschaft NGG: 17 Prozent weniger Minijobs im Gastgewerbe im Landkreis Ludwigsburg

Wenn die Pandemie den Job kostet: Im Zuge der Coronakrise ist die Zahl der Minijobs im Landkreis Ludwigsburg um 6 Prozent gesunken. Mitte vergangenen Jahres gab es rund 47.500 geringfügig entlohnte Arbeitsverhältnisse – ein Jahr zuvor waren es noch 50.400. Besonders stark war der Rückgang im Gastgewerbe. In der Branche gingen binnen eines Jahres 867 Minijobs verloren – ein Minus von 17 Prozent. Das teilt die Gewerkschaft Nahrung- Genuss-Gaststätten (NGG) mit und beruft sich hierbei auf neueste Zahlen der Bundesagentur für Arbeit. „450-Euro-Kräfte zählen zu den Hauptverlierern der Wirtschaftskrise. Sie haben bislang keinen Anspruch auf Kurzarbeitergeld, werden häufiger gekündigt und sind sozial kaum abgesichert“, sagt Hartmut Zacher, Geschäftsführer der NGG-Region Stuttgart.

Die Statistik spiegele eine „enorme Unwucht“ auf dem heimischen Arbeitsmarkt wider. Während dank staatlicher Hilfen wie der Kurzarbeit die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Stellen in der Region nahezu konstant geblieben sei, treffe die Pandemie prekär Beschäftigte besonders hart. Nach dem Prinzip „Hire and Fire“ (Heuern und Feuern) lebten sie in ständiger Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes. „Betroffen sind gerade Frauen, die eine 450-Euro- Stelle als Kellnerin oder Küchenhilfe oft als einzige Einnahmequelle haben. Auch für viele Studierende, die sich nebenher etwas hinzuverdienen, sind die Folgen des Jobverlustes dramatisch“, betont Zacher.

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Der Gewerkschafter kritisiert die Entlassungen, hat aber angesichts der historischen Krise Verständnis für die Lage der Hotels und Restaurants. „Das Problem ist vielmehr, dass die Politik durch abgabenfreie Minijobs schon seit Jahren falsche Anreize setzt. Es ist höchste Zeit, diese Stellen sozialversicherungspflichtig zu machen.“ Nur wenn Sozialabgaben, Kranken-, Pflege- und Rentenversicherungsbeiträge gezahlt würden, könnten Beschäftigte wirksam geschützt werden.

Eine Heraufsetzung der Verdienstgrenze bei den Minijobs auf monatlich 600 Euro, wie sie derzeit Teile der Union fordern, gehe dagegen „in die völlig falsche Richtung“, so Zacher. Damit werde eine prekäre Beschäftigungsform weiter ausgebaut, statt sie einzudämmen. Nach Angaben des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) würden durch eine Heraufsetzung bundesweit rund 470.000 Menschen mit regulären Stellen ungewollt zu Minijobbern. „Die Coronakrise hat den Blick auf viele gesellschaftliche Probleme gelenkt. Dazu gehören die Minijobs. Die Politik muss hier arbeitsmarktpolitisch umsteuern“, fordert Zacher.

Zum Vergleich: Laut Arbeitsagentur nahm die Zahl sozialversicherungspflichtiger Stellen im Landkreis Ludwigsburg zwischen Juni 2019 und Juni 2020 um lediglich 0,5 Prozent ab.

red