
In der Dönerproduktion von Birtat Meat World in Murr geht nichts mehr: Die Beschäftigten treten am Freitag in den ganztägigen Warnstreik. Hintergrund ist ein festgefahrener Tarifkonflikt – der Arbeitgeber lehnt Verhandlungen kategorisch ab. Die Gewerkschaft spricht von einem Affront.
Murr – In der Dönerproduktion der Birtat Meat World SE in Murr stehen die Zeichen weiter auf Konfrontation: Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) ruft die rund 115 Beschäftigten am Freitag, 18. Juli 2025, ab 6:30 Uhr zu einem ganztägigen Warnstreik auf. Der Grund: In der vierten Verhandlungsrunde am 4. Juli hatte das Unternehmen jede tarifliche Regelung der Entgelte abgelehnt.
„Wir lassen uns nicht länger hinhalten“, sagt Magdalena Krüger, Geschäftsführerin der NGG-Region Stuttgart. Die Beschäftigten kämpfen seit Februar für einen Haustarifvertrag. Ziel sei eine strukturelle Entgeltregelung und eine spürbare finanzielle Entlastung – auch wegen hoher Lebenshaltungskosten und steigender Mieten im Raum Stuttgart.
Bereits Ende Mai hatte die NGG ein konkretes Angebot vorgelegt: 375 Euro mehr Lohn für alle Beschäftigten. Die klare Absage des Arbeitgebers – viereinhalb Monate nach der ersten Aufforderung zu Tarifverhandlungen – sei für die Belegschaft ein Affront, so Krüger: „Dass arbeitgeberseitig nun […] erklärt worden sei, dass man den Abschluss eines Tarifvertrages kategorisch ausschließe, sei ein Schlag ins Gesicht der Beschäftigten.“
Die Hoffnung auf eine Einigung sei dahin. „Das ist jetzt vorbei“, stellt Krüger klar. Die NGG fordert nun ein klares Signal zur Aufnahme echter Verhandlungen. „Wir erwarten ein klares Bekenntnis des Arbeitgebers zu Verhandlungen über einen Haustarifvertrag bei Birtat. Vorher geben wir keine Ruhe.“
Ob und wann der Arbeitgeber darauf eingeht, bleibt offen. Die Produktion in Murr dürfte am Freitag erheblich beeinträchtigt sein.

