EU will ChatGPT strenger regulieren – Einstufung als große Suchmaschine geplant

Die EU-Kommission plant offenbar, ChatGPT künftig strenger zu regulieren. Grundlage ist eine mögliche Einstufung als „sehr große Online-Suchmaschine“ – mit weitreichenden Folgen für den Umgang mit der KI.

Von Hendrik Paul – 16.31 Uhr

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Brüssel. Die Europäische Union bereitet offenbar strengere Regeln für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz vor. Im Fokus steht dabei auch das US-Unternehmen OpenAI, das mit ChatGPT künftig unter den „Digital Services Act“ (DSA) fallen könnte.

Wie das „Handelsblatt“ unter Berufung auf Kommissionskreise berichtet, will die EU-Kommission OpenAI in den kommenden Tagen als „sehr große Online-Suchmaschine“ einstufen.

Strengere Regeln durch den DSA

Der Digital Services Act sieht für besonders große Plattformen und Suchmaschinen zusätzliche Auflagen vor. Dazu zählen unter anderem strengere Transparenzpflichten und ein stärkeres Vorgehen gegen Risiken wie Desinformation.

Als „sehr groß“ gilt ein Dienst ab mehr als 45 Millionen monatlich aktiven Nutzern in der EU.

Nutzerzahlen deutlich über Schwelle

OpenAI liegt deutlich über dieser Grenze. Nach eigenen Angaben nutzten im Zeitraum bis Ende September 2025 rund 120,4 Millionen Menschen monatlich die Suchfunktion von ChatGPT in der EU.

Dabei handelt es sich ausschließlich um Nutzer, die aktiv die Suchfunktion verwenden – die Gesamtzahl der ChatGPT-Nutzer dürfte noch deutlich höher liegen.

Entscheidung steht noch aus

Ein Sprecher der EU-Kommission bestätigte dem „Handelsblatt“, dass die vorliegenden Nutzerdaten derzeit geprüft werden. OpenAI selbst wollte sich zu dem Vorgang nicht äußern.

Sollte die Einstufung erfolgen, müsste sich das Unternehmen künftig an deutlich strengere europäische Vorgaben halten.