Explodierende Pflegekosten: Immer mehr Heimbewohner rutschen in die Sozialhilfe

Die Pflege im Heim wird für immer mehr Menschen unbezahlbar: Fast 44 Prozent der Bewohnerinnen und Bewohner sind inzwischen auf Sozialhilfe angewiesen. Steigende Eigenanteile, stagnierende Renten und hohe Pflegekosten treiben Hunderttausende in die finanzielle Abhängigkeit vom Staat – mit wachsender sozialpolitischer Sprengkraft.

Von Hendrik Paul – 06.11 Uhr 

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Fast jeder zweite Bewohner von Pflegeheimen (44 Prozent) ist auf Sozialhilfe angewiesen.

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Von rund 800.000 Pflegeheimbewohnern benötigen im Jahr 2024 damit inzwischen 353.575 Menschen Sozialhilfe. Das geht aus Zahlen des Statistischen Bundesamtes auf eine Anfrage von Bündnis Soziale Gerechtigkeit und Wirtschaftliche Vernunft (BSW) hervor, über die der „Stern“ berichtet. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Zahl der Sozialhilfeempfänger im Heim laut Statistik um 19.000 Personen gestiegen (2023: 334.515 Pflegeheimbewohner).

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„Das Pflegeheim wird immer mehr zur Armutsfalle“, sagte BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht dem Nachrichtenmagazin. „Die Eigenanteile grenzen an Enteignung unserer älteren Generation.“

Wagenknecht fordert einen „Pflegekostendeckel“ in Höhe von 1.000 Euro. „Die Eigenanteile dürfen die Durchschnittsrenten nicht übersteigen“, sagte sie.