
Rund vier Millionen Menschen arbeiten in Deutschland nachts. Besonders in bestimmten Branchen ist Nachtarbeit weit verbreitet – mit deutlichen Unterschieden zwischen Männern und Frauen.
Von Laura Brandt – 11.32 Uhr
Wiesbaden. In Deutschland arbeiten Millionen Menschen regelmäßig oder zumindest gelegentlich nachts. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, waren es im Jahr 2024 rund 4,0 Millionen Erwerbstätige – das entspricht 9,3 Prozent aller Beschäftigten.
Damit ist fast jeder zehnte Erwerbstätige zwischen 23 Uhr und 6 Uhr im Einsatz.
Auffällig sind deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Während 11,7 Prozent der Männer nachts arbeiten, liegt der Anteil bei Frauen bei 6,5 Prozent.
Auch beim Alter zeigen sich Unterschiede. Besonders häufig leisten jüngere Beschäftigte bis 34 Jahre (10,6 Prozent) sowie Menschen im mittleren Alter zwischen 35 und 54 Jahren (9,6 Prozent) Nachtarbeit. Bei den über 55-Jährigen liegt der Anteil mit 7,4 Prozent deutlich niedriger.
Große Unterschiede zwischen den Branchen
Wie stark Nachtarbeit verbreitet ist, hängt vor allem vom jeweiligen Berufsfeld ab. Besonders hoch ist der Anteil in der Luftfahrt: Hier arbeiten 42,6 Prozent der Beschäftigten nachts.
Es folgen Wach- und Sicherheitsdienste sowie Detekteien mit 40,2 Prozent sowie die Metallerzeugung und -bearbeitung mit 31,1 Prozent.
Auch in anderen Bereichen ist Nachtarbeit überdurchschnittlich häufig: in der Logistik und bei Verkehrsdienstleistungen (18,6 Prozent), im Gesundheitswesen (17,6 Prozent) sowie in der Gastronomie (13,9 Prozent).
Deutlich seltener kommt Nachtarbeit dagegen in klassischen Tagesberufen vor. So arbeiten im Baugewerbe nur 1,8 Prozent der Beschäftigten nachts. Auch in IT-Dienstleistungen (3,6 Prozent) sowie im Bereich Erziehung und Unterricht (3,8 Prozent) ist Nachtarbeit vergleichsweise selten.

