
Vaihingen an der Enz. Der städtebauliche Realisierungswettbewerb für das neue Quartier zwischen Friedrichstraße und Grabenstraße ist entschieden: Den ersten Platz belegten K9 Architekten aus Freiburg in Zusammenarbeit mit Burkhard Sandler Landschaftsarchitekten. Die Jury lobte die Arbeit als „großen Wurf“ – insbesondere wegen der gelungenen Einbindung in die Altstadt und der Neuinterpretation der denkmalgeschützten Engel‘schen Stallscheune.
Der Wettbewerb wurde von der Stadt Vaihingen an der Enz gemeinsam mit der Wohnbau Oberriexingen Gruppeausgelobt. Auf dem rund 3,9 Hektar großen Areal in zentraler Innenstadtlage soll in den kommenden Jahren ein gemischt genutztes Stadtquartier entstehen. Vorgesehen sind Flächen für Wohnen, Arztpraxen, eine Apotheke sowie rund 2.000 Quadratmeter Einzelhandelsfläche für einen Vollsortimenter. Eine Tiefgarage soll rund 300 Stellplätze bieten.
K9 Architekten überzeugen mit Verbindung von Altstadt und Moderne
Die Jury, bestehend aus 17 Mitgliedern – darunter Fachleute, Vertreter aller Gemeinderatsfraktionen sowie Oberbürgermeister Uwe Skrzypek-Muth – traf ihre Entscheidung am 9. Dezember einstimmig. Jurypräsident Dr. Eckart Rosenberger, ehemaliger Vizepräsident der Architektenkammer Baden-Württemberg, lobte den Entwurf als überzeugende Verbindung von maßstäblicher Architektur, klarer Struktur und funktionaler Durchlässigkeit.
Der Siegerentwurf orientiert sich an der kleinteiligen Struktur der Altstadt: Giebel- und traufständige Baukörper, verwinkelte Gassen und kleine Plätze prägen das Konzept. Trotz der topografisch anspruchsvollen Hanglage gelingt die barrierefreie Anbindung an die Innenstadt.
Weitere Platzierungen und Jurybewertung
Neben dem Sieger wurden folgende Büros ausgezeichnet:
– 2. Preis: ARP Architektenpartnerschaft Stuttgart
– 3. Preis: Thomas Schüler Architekten Stadtplaner mit faktorgruen
– Anerkennungen: QUERFELDEINS sowie bogevischs buero architektur & stadtplanung mit OK Landschaft
Die Jury hob die „maßstäblich stimmige Setzung der Baukörper“ und die „klare Gliederung zwischen öffentlichen Wegen und privaten Wohnhöfen“ hervor. Die geplante Dachlandschaft sorge trotz hoher Dichte für gut proportionierte Räume. Kritisch vermerkt wurde lediglich der hohe Anteil an Loggien und Dachflächenfenstern.
Die geplante Nutzung der Engel‘schen Scheune – mit einem Café, einem Kulturraum im Erdgeschoss und Co-Working-Bereichen im Obergeschoss – wurde als besonders gelungen bezeichnet.
Ausstellung der Wettbewerbsarbeiten
Alle eingereichten Entwürfe werden am Samstag und Sonntag, 13. und 14. Dezember 2025, jeweils von 10 bis 13 Uhrund 14 bis 16 Uhr, in der ehemaligen Aula des CJD Vaihingen (Schloss Kaltenstein 19) ausgestellt. Die Bevölkerung ist eingeladen, sich vor Ort ein Bild von den Arbeiten zu machen.
red

