Gesundheitsausgaben erreichen neuen Höchststand

Das deutsche Gesundheitssystem wird immer teurer: Die Ausgaben sind 2024 auf über 538 Milliarden Euro gestiegen – so viel wie nie zuvor. Besonders stark treiben Pflegekosten und Arzneimittel die Entwicklung. Das geht aus aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamts hervor.

Von Hendrik Paul – 13.46 Uhr

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Wiesbaden. Die Gesundheitsausgaben in Deutschland sind erneut deutlich gestiegen und haben 2024 einen neuen Höchststand erreicht. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, beliefen sich die Ausgaben auf insgesamt 538,2 Milliarden Euro – ein Plus von 7,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Pro Kopf entspricht das Ausgaben von 6.444 Euro. Der Anteil am Bruttoinlandsprodukt lag bei 12,4 Prozent.

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Ausgaben in 30 Jahren verdreifacht

Langfristig zeigt sich eine klare Entwicklung: Seit 1994 haben sich die Gesundheitsausgaben mehr als verdreifacht. Damals lagen sie noch bei 175,3 Milliarden Euro.

Pflege als größter Kostentreiber

Besonders stark gestiegen sind die Ausgaben in der Pflege. Die soziale Pflegeversicherung verzeichnete mit einem Plus von 11,3 Prozent den größten Zuwachs aller Bereiche und erreichte 64,7 Milliarden Euro.

Auch die pflegerischen Leistungen insgesamt bilden mit 135,9 Milliarden Euro den größten Ausgabenblock. Gründe sind unter anderem steigende Personalkosten sowie höhere Pflegegeldzahlungen.

Gesetzliche Krankenversicherung dominiert

Mit einem Anteil von 55,9 Prozent bleibt die gesetzliche Krankenversicherung der größte Kostenträger. Ihre Ausgaben stiegen auf 300,8 Milliarden Euro.

Private Haushalte folgen mit 65 Milliarden Euro, während die private Krankenversicherung auf 44,8 Milliarden Euro kommt.

Ambulante Versorgung im Fokus

Fast die Hälfte der Ausgaben entfällt auf ambulante Einrichtungen wie Arztpraxen und Apotheken. Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen machen rund ein Drittel der Gesamtausgaben aus.

Weitere Steigerungen erwartet

Auch für 2025 rechnen Experten mit einem deutlichen Anstieg. Die Gesundheitsausgaben könnten auf rund 579,5 Milliarden Euro wachsen – ein weiteres Plus von 7,7 Prozent.