
Ludwigsburg treibt den Ausbau erneuerbarer Energien weiter voran: Rund um die Hauptfeuerwache ist der bislang größte Photovoltaik-Komplex der Stadt in Betrieb gegangen. Die Zahlen dahinter sind beachtlich.
Von Lea Brandt – 15.30 Uhr
Ludwigsburg. Die Stadt Ludwigsburg hat ihren bislang größten Photovoltaik-Komplex in Betrieb genommen. Die neuen Anlagen befinden sich auf dem Gelände rund um die Hauptfeuerwache und verteilen sich auf das Flachdach der Feuerwehr, das Satteldach eines Gebäudes der Technischen Dienste Ludwigsburg (TDL) sowie auf eine neue Containerbedachung auf dem Feuerwehrhof.
Insgesamt kommen die drei Anlagen auf eine Leistung von 295 Kilowattpeak. Allein die neue Anlage auf dem Satteldach des TDL-Gebäudes erreicht 197 Kilowattpeak und ist damit die größte Einzelanlage der Stadtverwaltung.
300.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr
Nach Angaben der Stadt bestehen die drei Anlagen aus 659 Modulen. Zusammen sollen sie jährlich rund 300.000 Kilowattstunden Strom erzeugen. Das entspreche rechnerisch dem Bedarf von etwa 80 Vier-Personen-Haushalten.
Der Strom soll zunächst direkt auf dem Areal selbst genutzt werden – also für die Feuerwehr und die Technischen Dienste. Im Sommer soll zusätzlich ein Batteriespeicher installiert werden, um Überschüsse zwischenzuspeichern. Dieser Speicher wird laut Stadt zu 90 Prozent über Fördermittel des Landes Baden-Württemberg finanziert.
Investition soll sich in sieben Jahren rechnen
Die Stadt beziffert die Investition auf rund 500.000 Euro. Durch eingesparte Stromkosten und Einspeisevergütungen rechnet sie mit einer jährlichen Entlastung von etwa 70.000 Euro. Damit würde sich die Anlage voraussichtlich in rund sieben Jahren amortisieren.
Bei einer geplanten Laufzeit von 30 Jahren sollen die Anlagen insgesamt rund neun Millionen Kilowattstundentreibhausgasneutralen Strom erzeugen.
52 Anlagen auf städtischen Dächern
Mit dem neuen Komplex wächst auch der gesamte Photovoltaik-Bestand auf städtischen Gebäuden weiter. Derzeit gibt es nach Angaben der Verwaltung 52 Anlagen mit einer Gesamtleistung von 1.911 Kilowattpeak. 35 davon befinden sich im Eigentum der Stadt.
Allein im Jahr 2025 gingen vier neue Anlagen auf städtischen Gebäuden ans Netz – darunter auf der Kugelberghalle, der Gemeinschaftsschule Innenstadt, der Charlottenkrippe und dem Mehrgenerationenhaus Grünbühl-Sonnenberg.
Weitere Anlagen folgen 2026
Auch für dieses Jahr sind weitere Projekte geplant. Im Laufe des Jahres 2026 sollen fünf neue Anlagen unter anderem auf der Doppelsporthalle am Bildungszentrum West, der Oststadthalle, der Innenstadtsporthalle, der Eichendorffschule und der Grundschule Oßweil in Betrieb gehen.
Zusammen sollen diese neuen Anlagen auf eine Leistung von rund 800 Kilowattpeak kommen. Zusätzlich hat die Stadt in diesem Jahr zwei bestehende Anlagen auf der Schlösslesfeldschule und der Justinus-Kerner-Schule von privaten Investoren übernommen.

