
Politischer Einschnitt in Ludwigsburg: Stadt- und Kreisrätin Christine Knoß verlässt nach eigenen Angaben die Grünen Fraktionen im Gemeinderat und Kreistag sowie die Partei Bündnis 90/Die Grünen. Ihre Mandate will sie als Parteilose weiterführen.
Von Ayhan Günes – 21.48 Uhr
Ludwigsburg. Die Ludwigsburger Stadt- und Kreisrätin Christine Knoß verlässt die Grünen Gemeinderatsfraktion, die Grünen Kreistagsfraktion und auch die Partei Bündnis 90/Die Grünen. Das hat sie in einer persönlichen Mitteilung erklärt.
Knoß will ihre Mandate im Gemeinderat und im Kreistag jedoch behalten und künftig als parteiloses Mitglied weiterarbeiten.
Freiere Entscheidungen als Grund
Als Grund nennt sie vor allem den Wunsch nach größerer Unabhängigkeit in der politischen Arbeit. Nach monatelangem Abwägen habe sie sich entschlossen, die bestehenden Fraktions- und Parteistrukturen zu verlassen. Sie wolle sich in jedem Einzelfall völlig frei überlegen dürfen, wie sie eine Sache bewerte.
Zwar gehe sie davon aus, dass sich ihr Abstimmungsverhalten auch künftig nicht gravierend von dem der Grünen unterscheiden werde. Zugleich macht sie aber deutlich, dass sie die Freiheit zu eigenständigen Entscheidungen innerhalb der bisherigen Strukturen nur eingeschränkt gesehen habe.
Kritik an Parteilogik vor Wahlen
Knoß äußert in ihrer Erklärung auch grundsätzliche Kritik am politischen Miteinander. Nach ihrer Wahrnehmung rücke gerade im Vorfeld von Wahlen die Abgrenzung zu anderen Parteien stärker in den Vordergrund als die inhaltliche Zusammenarbeit bei kommunalen Themen.
Zudem schreibt sie, dass sie für die ihr besonders wichtigen Themen Natur- und Tierschutz vor Ort keine besonders leidenschaftlich interessierten Mitstreiterinnen und Mitstreiter gefunden habe.
Kommunalpolitische Arbeit soll weitergehen
Gleichzeitig betont Knoß, dass sie sich weiterhin für konkrete Verbesserungen in Ludwigsburg einsetzen wolle, etwa für Menschen, die zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs sind. In diesem Bereich habe sie in den vergangenen Jahren bereits viel erreicht. Dafür brauche sie nach eigener Darstellung keine Parteizugehörigkeit.

