
Jugendliche im Landkreis Ludwigsburg können künftig selbst für den Naturschutz aktiv werden. Das neue Projekt „Hands on Nature“ bringt 12- bis 18-Jährige raus in die Landschaft, zu Streuobstwiesen, Trockenmauern, Amphibienzäunen und Exkursionen.
Von Lea Brandt – 09.57 Uhr
Ludwigsburg. Naturschutz beginnt nicht erst in großen Konferenzen oder politischen Programmen. Manchmal beginnt er auf einer Streuobstwiese, mit Handschuhen, Werkzeug und der Frage, was junge Menschen selbst bewegen können. Genau hier setzt das neue Jugendprojekt „Hands on Nature“ des Landesnaturschutzverbands Baden-Württemberg an. Im Landkreis Ludwigsburg startet nun eine eigene Gruppe.
Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren können sich ab sofort für das kommende Schuljahr anmelden. Bei Biotoppflegeeinsätzen und Exkursionen sollen sie lernen, wie Artenvielfalt geschützt werden kann und warum bestimmte Lebensräume Pflege brauchen. Das Projekt läuft unter dem Motto „Hands on Nature. Rausgehen. Anpacken. Dinge bewegen.“ Neben Ludwigsburg gibt es Gruppen auch in vier weiteren Landkreisen.
„Naturschutz lebt vom Mitmachen“, sagt Projektleiterin Kathrin Schlecht. „Wir wollen mit ‚Hands on Nature‘ Jugendlichen die Möglichkeit geben, selbst anzupacken und sich für die Natur vor Ort stark zu machen.“
Naturschutz, der sichtbar wird
In Ludwigsburg wird die Gruppe von Lampriani Karanikola geleitet. Sie ist Wald- und Streuobstpädagogin und soll gemeinsam mit den Jugendlichen Natur nicht nur erklären, sondern erlebbar machen.
„Was mich an ‚Hands on Nature‘ besonders begeistert, ist die Kombination aus Exkursionen und praktischen Aktivitäten. Wir vermitteln nicht nur Wissen über unsere Landschaft, ihre Vielfalt und Zusammenhänge – wir packen auch selbst mit an“, sagt Karanikola. „Bei der Landschaftspflege erleben wir hautnah, dass unser Engagement einen echten Unterschied macht. Ich freue mich darauf!“
Das konkrete Programm wird derzeit gemeinsam mit dem Landschaftserhaltungsverband Ludwigsburg ausgearbeitet. Geplant sind unter anderem Einsätze auf Streuobstwiesen, die gemäht und abgeräumt werden müssen. Auch Baumschnitt, die Pflege von Trockenmauern, der Aufbau von Amphibienschutzzäunen und das Zurückdrängen von Neophyten stehen auf dem Programm.
13 Treffen in zwei Schuljahren
Neben der praktischen Arbeit sind Exkursionen vorgesehen. Die Jugendlichen sollen unter anderem Schafbeweidung kennenlernen und das Leben auf den Äckern eines landwirtschaftlichen Demobetriebs erkunden. Je nach Thema werden Expertinnen und Experten die Gruppe begleiten.
Die Ludwigsburger Gruppe trifft sich in den kommenden beiden Schuljahren insgesamt 13 Mal zu Biotoppflegeeinsätzen und Exkursionen. Anmeldungen sind für ein Schuljahr oder direkt für beide Schuljahre möglich. Das Programm selbst ist kostenlos. Für die Pflegeeinsätze fällt lediglich ein Verpflegungsbeitrag von 50 Euro pro Schuljahr an. Ermäßigungen sind möglich.
Weitere Informationen und Anmeldung gibt es unter www.handsonnature.de.

