Hautkrebs: Alarmstufe Weiß

Neben dem gefürchteten schwarzen Hautkrebs existiert eine weiße Variante. Ursache sind Langzeitfolgen allzu ausgiebiger Sonnenbäder oder eine Berufslaufbahn unter freiem Himmel. Da Vorstufen des Hellen Hautkrebses einer harmlosen Hautveränderung ähneln können, werden sie von Betroffenen in vielen Fällen erst spät erkannt.

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Grund genug, unserer Haut, der Erkrankung sowie möglichen Warnzeichen zum jährlichen Tag des Hellen Hautkrebses am Montag, 13. September 2021, die nötige Aufmerksamkeit zu schenken.

Mal tropisch heiß, mal kühl und stürmisch: Der Sommer hat sich in diesem Jahr vielerorts von seiner wechselhaften Seite gezeigt. Umso intensiver nutzten viele Heimaturlauber die kostbaren Tage, an denen die Sonne stundenlang vom blauen Himmel strahlte – und verbrachten ihre Freizeit auf dem Balkon, im Park oder im heimischen Schwimmbad.

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Während ausgedehnte Sonnenbäder eine Wohltat für die Seele sind, können sie unserer Haut ernsthaften Schaden zufügen. Einige dieser negativen Folgen zeigen sich erst nach vielen Jahren oder sogar Jahrzehnten. Dazu zählt nicht nur der schwarze Hautkrebs, sondern auch die weniger bekannte weiße Variante.

Eine häufige Vorstufe des Hellen Hautkrebses sind aktinische Keratosen.

Patienten sind meist über 50 Jahre alt, denn bei der Entstehung der Erkrankung spielt die sogenannte Lebenszeitdosis an UV-Strahlung eine wichtige Rolle. Gefährdet sind somit vor allem Personen, die sich über viele Jahre hinweg in ihrem Job oder ihrer Freizeit ungeschützt starker Sonneneinstrahlung ausgesetzt haben. Ein erhöhtes Risiko haben zudem Menschen mit heller Haut, die zu Sonnenbrand neigen.

Aktinische Keratosen sind nicht bösartig, können jedoch entarten. Werden sie früh erkannt, lassen sie sich gut behandeln. Nur selten ist dazu eine operative Entfernung nötig. So können die Stellen beispielsweise vereist oder mit einem Laser abgetragen werden. Ebenso möglich ist die Behandlung mit speziellen wirkstoffhaltigen Salben. Eine wirksame und nachhaltige Behandlung, die auch für großflächige Hautareale infrage kommt, ist zum Beispiel die Photodynamische Therapie mit Tageslicht (Tageslicht-PDT).

Bei dieser wird zunächst ein Medikament auf die Haut aufgetragen, durch das die geschädigten Zellen lichtempfindlich werden. Unter der Einwirkung von Tageslicht bilden sich in den betroffenen Arealen spezielle Sauerstoffmoleküle, die die kranken Zellen zerstören. Die abgestorbenen Zellen werden vom Körper abgebaut und die Haut regeneriert sich innerhalb kurzer Zeit.

Häufig werden aktinische Keratosen erst spät erkannt, denn sie werden von den Betroffenen meist als harmlose Hautirritationen abgetan. Aktinische Keratosen zeigen sich als raue, schuppige Hautstellen, die sich ähnlich wie Sandpapier anfühlen. Die Farbe variiert von hautfarben über gelblich bis hin zu rötlich. Betroffen sind meist Hautpartien, die häufig mit UV-Strahlen in Kontakt kommen – wie Stirn, Ohren, Wangen und Nasenrücken.

Bei derart auffälligen Hautstellen sollten Betroffene ihren Hautarzt um Rat fragen. Doch auch unabhängig von verdächtigen Symptomen empfehlen Experten, regelmäßig eine Untersuchung zur Früherkennung von Hautkrebs wahrzunehmen. Ab einem Alter von 35 Jahren übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen alle zwei Jahre die Kosten, manche zahlen auch schon früher.

Vielleicht schenkt uns der Herbst in diesem Jahr noch ein paar sonnige Tage. Dann gilt: Der Haut zuliebe den Sonnenschutz nicht vergessen! Denn auch in der goldenen Jahreszeit können die warmen Strahlen der Sonne noch ordentlich Kraft haben.

Lars Wallerang

Antikörper gegen Demenz

 Zu den häufigsten Demenz-Erkrankungen gehört Alzheimer. Dabei lagern sich Eiweiße zwischen den Nervenzellen ab und bilden sogenannte „Plaques“. Diese Plaques behindern die Verbindung von Nervenzellen und zerstören ihr umliegendes Nervengewebe. In der Folge verlieren Betroffene oft ihre kognitiven Fähigkeiten – ihr Gedächtnis, ihren Orientierungssinn, ihre Sprache. Jetzt gibt es einen neuen Therapieansatz.

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Dieser setzt anders als bisherige Arzneimitteltherapien an dem zu Grunde liegenden Krankheitsmechanismus an: Monoklonale Antikörper zielen darauf ab, den Krankheitsverlauf zu verlangsamen und die gefährlichen Eiweißablagerungen zwischen den Nervenzellen entweder gar nicht erst entstehen zu lassen oder aufzulösen.

„Ziel der pharmazeutischen Forschung und Entwicklung ist es, Arzneimittel zu entwickeln, die bestenfalls einem Entstehen der Erkrankung vorbeugen oder zumindest in einem frühen Krankheitsstadium zum Einsatz kommen“, teilt der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie (BPI) mit.

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Alzheimer beginnt meist schleichend. Heutzutage ist bekannt, dass die Erkrankung bereits etwa zwanzig Jahre vor dem Auftreten erster Symptome beginnt. Daher forschen Pharmaunternehmen intensiv daran, mit Therapeutika einen vorbeugenden Effekt zu generieren, oder zumindest den Zerfall des Nervensystems maximal zu verzögern.

Trotz eines meist ungewissen Ausgangs über den Erfolg von Forschungsprojekten stieg in den vergangenen drei Jahren die Anzahl an Forschungsprojekten in der klinischen Arzneimittelentwicklung für Erkrankungen des Zentralen Nervensystems (ZNS) um 30 Prozent an. Jedes fünfte Entwicklungsprojekt für Arzneimittel aus dem ZNS-Bereich zielt auf einen Einsatz bei der Alzheimer-Erkrankung ab. Aktuell laufen laut dem EU-Studienregister 76 Studien mit Arzneimitteln gegen Alzheimer, die sich in der klinischen Phase III befinden – die Hälfte davon auch in Deutschland.

Lars Wallerang / glp