
Überraschende Zahlen aus dem Südwesten: Eine neue Auswertung bringt Bewegung ins Kaufkraft-Ranking – mit einem unerwarteten Spitzenreiter und spannenden Einordnungen für die Region Ludwigsburg.
Von Ayhan Güneş – 10.13 Uhr
Heilbronn. Überraschung im Südwesten: Die Stadt Heilbronn hat laut einer aktuellen Auswertung die höchste Kaufkraft in Deutschland. Das teilte das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) mit, das Einkommensdaten unter Berücksichtigung regionaler Preisunterschiede analysiert hat.
Damit setzt sich die Stadt überraschend an die Spitze des Rankings – nachdem sie im Vorjahr noch im Mittelfeld lag.
Mit einem preisbereinigten Pro-Kopf-Einkommen von 39.424 Euro führt Heilbronn die Rangliste an. Die Auswertung bezieht sich auf das Jahr 2023, aktuellere Daten liegen bislang nicht vor.
Besondere Einkommensstruktur entscheidend
Grund für den Sprung sind laut IW vor allem überarbeitete Einkommensdaten. In Heilbronn spielen Gewinnentnahmen aus Gewerbebetrieben eine besonders große Rolle. In guten Jahren machen sie fast 50 Prozent der Bruttoeinnahmen aus – im Landesdurchschnitt sind es rund elf Prozent.
Allerdings profitieren davon nur vergleichsweise wenige Einwohner.
Landkreis Ludwigsburg im oberen Mittelfeld
Auch der Landkreis Ludwigsburg wurde in der Auswertung berücksichtigt. Die Kaufkraft liegt hier bei 29.914 Euro pro Kopf, das durchschnittliche Bruttoeinkommen bei 31.769 Euro.
Im bundesweiten Vergleich belegt der Landkreis damit Platz 130 von 400 und liegt im soliden Mittelfeld.
Lebenshaltungskosten entscheidend
Auf Platz zwei folgt der Landkreis Starnberg, der zwar das höchste nominale Einkommen je Einwohner aufweist, jedoch durch hohe Lebenshaltungskosten an Kaufkraft verliert.
Das zeigt: Entscheidend ist nicht nur, wie viel Menschen verdienen – sondern auch, wie teuer das Leben vor Ort ist.
Viele Großstädte schneiden schwach ab
Auffällig ist, dass viele große Städte im Ranking weit hinten landen. Grund sind vor allem hohe Wohn- und Lebenshaltungskosten.
Die Landeshauptstadt Stuttgart erreicht lediglich Platz 249. Noch dahinter folgen Hamburg, Köln, Frankfurt und Berlin. Besser schneiden lediglich München und Düsseldorf ab. Am unteren Ende der Liste stehen strukturschwache Städte wie Herne, Bremerhaven, Duisburg, Gelsenkirchen und Offenbach.
Verwendete Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft (IW)
Weitere Infos gibt es hier: Gesamtbericht

