
Traumata kindgerecht verarbeiten – ohne Worte, aber mit Sand und Fantasie: Das Projekt „Expressive Sandarbeit“ hilft geflüchteten Kindern im Landkreis Ludwigsburg. Für die vierte Runde werden nun engagierte Ehrenamtliche gesucht, die ein Kind über mehrere Wochen begleiten und Halt geben. Eine Schulung bereitet sie gezielt auf die sensible Aufgabe vor.
Ludwigsburg. Im neuen Jahr wird das erfolgreiche Projekt „Expressive Sandarbeit“ in eine vierte Runde starten. Es ist beim Sozialen Dienst Asyl des Landratsamts Ludwigsburg angesiedelt und erweitert das bestehende Angebot für psychisch belastete Geflüchtete. Engagierte ehrenamtliche Begleitpersonen werden hierfür dringend gesucht.
Mit Hilfe der Expressiven Sandarbeit sollen Kinder, die mit traumatischen Erlebnissen aus ihrem Heimatland oder auf der Flucht konfrontiert sind, einen sicheren Raum finden, um diese Erfahrungen zu verarbeiten. Ziel ist es, psychische Selbstheilungskräfte zu aktivieren und die Resilienz der Kinder zu stärken. Diese nonverbale Methode ist besonders für früh traumatisierte Kinder geeignet, die Schwierigkeiten haben, ihre Gefühle in Worte zu fassen. Durch die kreative Gestaltung von Szenen im Sand können positive Erinnerungen geweckt werden, die das Gefühl von Kontrolle und Selbstwirksamkeit fördern.
Mit einer Sandkiste, verschiedenen Materialien und Spielfiguren stellen die Kinder ihre inneren Erlebnisse dar und bearbeiten diese. In jedem Projektdurchlauf nehmen etwa zehn Kinder im Alter von sechs bis 13 Jahren teil. Ein Durchlauf umfasst elf bis zwölf wöchentliche Termine.
Ehrenamtliche Begleiter und Begleiterinnen gesucht
Eine zentrale Rolle im Projekt spielen die ehrenamtlichen Begleiter und Begleiterinnen. Jede begleitende Person ist über den gesamten Projektzeitraum für jeweils ein Kind da. Deshalb ist es wichtig, dass diese Zeit für alle elf Termine mitbringt. Vor Projektbeginn erhalten die Begleitenden eine umfassende Schulung durch eine erfahrene Trainerin. Darüber hinaus werden sie während des Projekts weitergehend betreut und haben Zugang zu „Supervision“ und „Intervision“, zwei Methoden zur Reflexion und Qualitätssteigerung. Nach Abschluss des Projekts erhalten alle ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer ein Zertifikat.
Eine Informationsveranstaltung für alle interessierten ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer findet am Donnerstag, 22. Januar 2026, um 16.00 Uhr statt. Ort: Auf dem Wasen 9, 71640 Ludwigsburg, Zimmer 212.
Interessierte ehrenamtliche Begleiterinnen und Begleiter können sich bei Jessica Sinemli weitere Informationen einholen: E-Mail: Jessica.Sinemli@landkreis-ludwigsburg.de
Telefon: 0170-3864929.



