Held des Monats: Aus brennendem Auto gerettet

 Heinz-Dieter Drees war frühmorgens am Sonntagmorgen des 24. November 2019 mit seinem Auto nahe Greven unterwegs zur Arbeit. In der Dunkelheit fiel ihm ein ungewöhnliches Flackern in der Ferne auf. Er entdeckte ein brennendes Auto im Graben. “Es schlugen ein Meter hohe Flammen aus der Beifahrerseite”, so der 55-Jährige: “Ich hielt an, konnte aber zunächst überhaupt nicht sehen, ob noch jemand im Fahrzeug war. Also setzte ich zuerst einen Notruf ab.”

Dann der Schock: In dem Wagen lag noch der Fahrer, offenbar schwer verletzt. Der junge Mann schrie heftig vor Schmerzen wegen seines Beins und der unglaublichen Hitze. In letzter Sekunde schaffte es Drees, den Verunglückten aus dem zerborstenen Fahrerfenster herauszuziehen: “Dabei kriegte ich selbst kaum noch Luft wegen des Rauchs. Der Boden war glitschig, was das Herausziehen zusätzlich erschwerte. Drei Meter hatte ich ihn vom Auto weggezogen, da platzte ein Reifen am brennenden Kombi.”

Er sei sehr froh gewesen, als die Polizei später bei ihm angerufen habe und mitteilte, dass der junge Mann außer Lebensgefahr sei, so der Grevener. Für seinen umsichtigen und selbstlosen Einsatz verleihen Goodyear und der Automobilclub von Deutschland (AvD) Heinz-Dieter Drees den Titel “Held der Straße” des Monats Januar 2020.

Rudolf Huber

Fahrverbot für Rettungsgassen-Sünder

Dass eine Rettungsgasse Leben retten kann, ist unbestritten. Trotzdem wird mit dieser Beschleunigungsmöglichkeit für Rettungsfahrzeuge immer noch Schindluder getrieben – ob absichtlich oder aus Unkenntnis. Doch die Strafen für solche Vergehen werden jetzt härter.

Wer keine Rettungsgasse bildet, zahlt laut ADAC zwar wie bisher auch 200 Euro Bußgeld und kassiert zwei Punkte in Flensburg. Doch dazu kommt jetzt auch noch ein Monat Fahrverbot. Wer durch die Rettungsgasse fährt oder sich an Einsatzfahrzeuge dranhängt, ist mit mindestens 240 Euro, zwei Punkten und einem Monat Fahrverbot dabei.

Ein ADAC-Sprecher: “Damit die Rettungs- und Einsatzkräfte schnell und ohne Behinderung zum Unfallgeschehen kommen, muss die Rettungsgasse bereits bei stockendem Verkehr gebildet werden.” Dazu weichen die Autofahrer auf Autobahnen und Straßen außerorts mit mehreren Fahrstreifen je Richtung auf der linken Spur nach links aus, alle anderen orientieren sich nach rechts. Da auf die Polizei noch Notarzt, Feuerwehr oder Abschleppdienst folgen können, muss die Rettungsgasse so lange offen bleiben, bis sich der Stau auflöst.

In Österreich gibt es die Pflicht, eine Rettungsgasse zu bilden, auf Autobahnen und Schnellstraßen mit mindestens zwei Fahrspuren je Richtung. In Frankreich müssen Einsatzfahrzeuge die Möglichkeit haben, an den anderen Verkehrsteilnehmern vorbeizufahren.

In der Schweiz muss auf Autobahnen mit zwei Fahrstreifen für Einsatzfahrzeuge eine Rettungsgasse in der Mitte frei bleiben. Bei drei- oder mehrspurigen Fahrbahnen ist die Gasse zwischen dem linken und dem zweiten Fahrstreifen von links zu bilden. In Italien gibt es bisher keine speziellen Vorschriften.

Rudolf Huber