Hightech-Sonde im Otto-Konz-Weg: SWLB plant neue Stromtrasse – ohne Bagger und Baustellen

Stromausfälle, Sperrungen, Provisorien: Der Otto-Konz-Weg in Ludwigsburg galt in den vergangenen Jahren als Problemstelle im Stromnetz. Jetzt wollen die Stadtwerke Ludwigsburg-Kornwestheim (SWLB) mit modernster Technik eine dauerhafte Lösung vorbereiten – ganz ohne Baustelle und Verkehrsstörung. 

Ludwigsburg – Ein Geo-Radar statt Baugrube: Um künftig aufwendige Erdarbeiten zu vermeiden, setzen die Stadtwerke erstmals auf ein dreidimensionales Erfassungssystem, das mithilfe einer Sonde auf einem Trolley unterirdische Strukturen bis zu drei Meter tief sichtbar macht. Kabel, Rohre, Fundamente oder Wurzeln – alles wird digital erfasst, ohne den Asphalt aufzubrechen.

ANZEIGE

Stromversorgung derzeit nur provisorisch gesichert

„Derzeit arbeiten wir dort mit einem Provisorium, das zwar Versorgungssicherheit schafft, mit Blick auf die Energiewende und die steigende Auslastung der Netze aber mittelfristig nicht ausreichend sein wird“, sagt SWLB-Geschäftsführer Johannes Rager.

ANZEIGE

Die bisherige Mittelspannungsleitung im Otto-Konz-Weg – direkt beim Freibad Hoheneck – ist inzwischen außer Betrieb. Die Lage gilt als besonders herausfordernd: Der Weg liegt nah am Neckar und an einer Felswand. Eine klassische Erkundung des Untergrunds wäre aufwendig, teuer – und riskant für den Verkehr.

Einsatz von Geo-Radar spart Zeit und Eingriffe

Am Dienstag wurde der Straßenabschnitt zwischen Uferstraße und den Freibadparkplätzen von der beauftragten Firma 3D-Geo-Radar gescannt. Da das Messgerät „Explorer 3.0“ nur einen Meter Breite abdeckt, musste die Strecke mehrfach abgegangen werden.

Ein großer Vorteil: Der Straßenbelag blieb unversehrt, es gab keine Sperrungen – der Verkehr lief ungestört weiter.

Trassenplanung bis 2027 – Methode hat Zukunft

Sobald die Messergebnisse vorliegen, wollen die Stadtwerke die neue Trasse für die Mittelspannungsleitung festlegen – und damit die Grundlage für eine nachhaltige Modernisierung des Stromnetzes schaffen. Die Inbetriebnahme ist für spätestens 2027 geplant.

„Wir planen, diese nicht-invasive Methode künftig häufiger anzuwenden“, betont Rager. Denn: Sie spart nicht nur Zeit und Geld – sondern auch Nerven bei Anwohnern und Verkehrsteilnehmern.