Hitzemonate, milder Winter, neue Extreme: Was das Wetterjahr 2025 über Ludwigsburg verrät

Das Jahr 2025 war in Ludwigsburg deutlich zu warm. Neue Auswertungen der städtischen Statistik zeigen nicht nur erhöhte Durchschnittstemperaturen, sondern auch eine Häufung von Hitzeperioden, Starkregenereignissen und langen Trockenphasen. Die lokalen Daten fügen sich in ein größeres klimatisches Gesamtbild.

Von Ayhan Güneş – 26. Januar 2026 – 08.06 Uhr 

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Ludwigsburg. Es wird spürbar wärmer in der Stadt: Das Jahr 2025 lag mit einer durchschnittlichen Temperatur von 11,2 Grad Celsius deutlich über dem langjährigen Mittel. Das zeigen die aktuellen Wetterdaten der städtischen Statistikstelle. Damit war das vergangene Jahr 1,7 Grad wärmer als der Durchschnitt der Jahre 1961 bis 1990 – ein weiterer Beleg für die anhaltende Klimaerwärmung in der Region.

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Ein heißer Juni 

Auffällig waren insbesondere die hohen Temperaturen in den Sommermonaten. Der Juni 2025 war mit einer Durchschnittstemperatur von 20,9 Grad der heißeste Monat des Jahres – 4,5 Grad über dem langjährigen Mittelwert. Die höchste gemessene Temperatur wurde am 2. Juli mit 37,3 Grad Celsius erreicht.

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Auch der Winter fiel mild aus: Der Januar verzeichnete eine Durchschnittstemperatur von 2,8 Grad, was 2,3 Grad über dem historischen Vergleichswert liegt. Dennoch gab es 63 Frosttage – der höchste Wert seit 2013 – sowie vier sogenannte Eistage mit Maximaltemperaturen unter null Grad.

Mehr Starkregen, weniger Regentage

Beim Niederschlag zeigt sich ein wechselhaftes Bild. Insgesamt fielen in Ludwigsburg 649 Liter pro Quadratmeter, was ziemlich genau dem langjährigen Mittel entspricht. Auffällig ist jedoch: Die Zahl der Regentage sank auf 143 – ein Tiefstwert seit Beginn der Messungen.

Statt vieler kleiner Regenschauer treten immer häufiger Starkregenereignisse auf. 2025 wurden 21 Tage mit mehr als zehn Millimetern Niederschlag registriert, an vier Tagen sogar über 20 Millimeter. Der niederschlagsreichste Tag war der 27. Juli, als binnen weniger Stunden 33,5 Liter pro Quadratmeter gemessen wurden.

Sommer mit Tropennächten und Dürrephasen

Insgesamt zählte die Stadt 66 Sommertage über 25 Grad, darunter 25 heiße Tage über 30 Grad und zwei sogenannte Wüstentage über 35 Grad. Zwei Nächte blieben so warm, dass die Temperaturen nicht unter 20 Grad sanken – die sogenannten Tropennächte.

Besonders im August zeigte sich der Einfluss des Klimawandels deutlich: Eine 15-tägige Trockenperiode belastete die Vegetation erheblich.

Stadt reagiert mit Klimaanpassungskonzept

Die Stadt Ludwigsburg sieht die Ergebnisse als klaren Auftrag zum Handeln. „Die lokal aufgezeichneten Wetterentwicklungen passen ins weltweite Bild des Temperaturanstiegs“, heißt es aus dem Rathaus. Ziel sei es, die Stadt widerstandsfähiger gegen Hitze und Extremwetter zu machen.

Das Klimaanpassungskonzept sieht unter anderem mehr Begrünung, Trinkwasserbrunnen und Sitzgelegenheiten im Schatten vor. Zudem arbeitet die Stadt mit einem Starkregenrisikomanagement, um Überflutungen vorzubeugen.

In der Stadtklimaanalyse wird detailliert ausgewertet, wo in Ludwigsburg besonders belastete Bereiche liegen und wie Frischluftströme erhalten werden können. So soll langfristig sichergestellt werden, dass die Stadt auch in heißen Sommern „durchatmen“ kann.