Hotel-Branche am Abgrund

Die Existenz vieler Hoteliers ist bedroht. Die Corona-Krise hat sich erheblich auf die Zahl der Gästeübernachtungen in Deutschland ausgewirkt. Maßgeblich dafür ist das seit Mitte März geltende Beherbergungsverbot für Privatreisende. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, gab es im März insgesamt 15,6 Millionen Übernachtungen in- und ausländischer Gäste. Das sind 53 Prozent weniger als im März 2019. Dies ist der mit Abstand stärkste Rückgang gegenüber einem Vorjahresmonat seit Beginn der Zeitreihe 1992.

Die Übernachtungen von Gästen aus dem Ausland nahmen im Vergleich zum März 2019 um 67 Prozent auf 2,0 Millionen ab. Die Zahl der Übernachtungen von Gästen aus dem Inland verringerte sich um 50 Prozent auf 13,6 Millionen.

Nach einem Anstieg der Übernachtungszahlen in den Monaten Januar und Februar führte der starke Einbruch im März zu einem Aufkommen von nur 72,4 Millionen Übernachtungen im ersten Quartal 2020. Das ist ein Rückgang von 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Ralf Loweg

Lufthansa hebt wieder ab

Die Lufthansa stemmt sich gegen die Corona-Krise. Offenbar will die Kranich-Airline bereits ab Juni 2020 wieder verstärkt abheben. Vor allem das anlaufende Feriengeschäft soll der Lufthansa Flügel verleihen. In der zweiten Monatshälfte sollen dann allein aus dem Heimat-Flughafen Frankfurt am Main rund 20 Ziele wieder angeflogen werden, berichtet die “Bild am Sonntag” unter Berufung auf Konzernkreise.

Darunter befänden sich Heraklion auf Kreta, Rhodos, Dubrovnik, Faro, Venedig, Ibiza und Malaga. Mallorca solle deutlich häufiger angeflogen werden. Mit dem neuen Juni-Flugplan würden dann rund 80 Flugzeuge reaktiviert, heißt es.

Die Corona-Krise hat den globalen Luftverkehr in seine größte Krise gestürzt, wie Lufthansa-Chef Carsten Spohr es formuliert. Wie sehr das Unternehmen betroffen ist, zeigt ein Blick auf die Zahlen: 2019 stiegen jeden Tag 350.000 Fluggäste in eine Maschine der Kranichlinie oder der weiteren Konzern-Airlines, Zuletzt waren es nur noch etwa 3.000.

Ohne staatliche Finanzspritze droht der Lufthansa nach eigener Darstellung die Insolvenz. Die Fluggesellschaft hatte in einer Pflichtmitteilung Details der bis zu neun Milliarden Euro umfassenden staatlichen Finanzspritze genannt.

Ralf Loweg