Illegale Russland-Exporte in Millionenhöhe: Zoll nimmt Geschäftsmann aus Tübingen fest

Ein Unternehmer aus dem Raum Tübingen soll trotz EU-Sanktionen Werkzeugmaschinen im Wert von 1,7 Millionen Euro nach Russland geliefert haben – über Umwege durch Drittländer. Der Zoll nahm ihn fest, es drohen bis zu zehn Jahre Haft.

 Tübingen (red) – Das Zollfahndungsamt Stuttgart hat einen 55-jährigen Geschäftsmann aus dem Raum Tübingen festgenommen, der verdächtigt wird, fünf Werkzeugmaschinen im Wert von rund 1,7 Millionen Euro widerrechtlich nach Russland exportiert zu haben. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart teilte mit, der Mann habe die Lieferungen mutmaßlich zwischen Oktober 2023 und Dezember 2024 über Drittländer abgewickelt, um die EU-Sanktionen gegen Russland zu umgehen.

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Bei Durchsuchungen in Privat- und Geschäftsräumen in mehreren Landkreisen sowie bei einer Spedition in Duisburg sicherten die Ermittler Beweismittel.

Das Amtsgericht Stuttgart hatte bereits vor den Maßnahmen Haftbefehl gegen den deutschen Staatsangehöriger mit afghanischen Wurzeln erlassen, der sich seither in Untersuchungshaft befindet. Zudem wurde ein Vermögensarrest in Höhe von rund 1,5 Millionen Euro verhängt.

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Die Ermittlungen von Staatsanwaltschaft und Zollfahndungsamt dauern an.

Bei Verstößen gegen das Außenwirtschaftsgesetz drohen Freiheitsstrafen von drei Monaten bis zu zehn Jahren. Der Zoll überwacht nach eigenen Angaben mit hoher Priorität die Einhaltung der Russland-Sanktionen und verfolgt Hinweisen auf mögliche Umgehungen konsequent nach.